Neue AmpelschaltungCorona-Kommission warnt vor steigenden Fallzahlen und regionalen Clustern

Am Dienstag wurde eine neue Prognose der Entwicklung von Covid-Fällen in Österreich errechnet. Sie geht von weiterhin steigenden Fallzahlen und Sieben-Tage-Inzidenzen aus.

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© APA/HELMUT FOHRINGER
 

Die Corona-Kommission des Bundes erstellte eine neue Covid-Prognose, die heute, Donnerstag, in die Begutachtung geht. Und die schaut alles andere als positiv aus: "Die Fallprognose geht österreichweit von einem weiterhin steigenden Trend des Fallgeschehens aus", heißt es seitens der Experten. Dazu kommt: Der Beleg von Intensivbetten durch Coronapatienten ist seit dem letzten Bericht vom 3. August von 2,3 auf 3,6 Prozent gestiegen. Der R-Wert liegt derzeit bei 1,1, was heißt: Ein Infizierter steckt derzeit 1,1 Personen an. Angestrebt wird bekanntlich ein Wert unter 1.

Was die Lage besonders ernst macht: In den einzelnen Bundesländern besteht derzeit die Gefahr von sprunghaften Anstiegen mit der Bildung von größeren Clustern. Beispiel ist dafür derzeit Osttirol.

Neue Ampelschaltung kommt

Die steigenden Fallzahlen führten am Donnerstag auch zu einer Neubewertung der Ampel-Schaltung. Demnach ist zwar die Risikolage für ganz Österreich weiter mit geringem Risiko einzustufen. Allerdings werden die Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg "gelb", also mit mittlerem Risiko bewertet. Das Burgenland verliert seine Grün-Schaltung mit sehr geringem Risiko. Die Bundesländer Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Wien erhalten bzw. bleiben "gelb-grün", werden mit geringem Risiko bewertet

Näheres zur Corona-Kommission

Die Corona-Kommission ist ein beratendes Gremium, welches eine evidenzbasierte Risikoeinschätzung der COVID-19 Situation in Österreich abgibt. Sie setzt sich aus Wissenschaftlern und „Risikomanagern“ des Bundes und der Bundesländer zusammen und tagt mindestens 14-tägig.

Die Risikoeinschätzung der Corona-Kommission basiert auf Zahlen zum Infektionsgeschehen (wie Fallzahlen, Quellensuche, Tests und Krankenhausaufenthalten) und zusätzlichen Informationen aus den Bundesländern.

Die aktuellen Prognosen gehen von einem Infektionsgeschehen von rund 670 Fällen pro Tag aus. Am letzten Prognosetag, dem 18. August, wird eine Sieben-Tages-Inzidenz von 53,7 Fällen pro 100.000 Einwohner erwartet. Derzeit liegt sie bei 50,7.

Die mit Abstand schlechteste Sieben-Tages-Inzidenz weist übrigens Osttirol auf - mit 356,5 (Bezirk Lienz). Im oberösterreichischen Kirchdorf an der Krems liegt die Sieben-Tages-Inzidenz mit 124,2 ebenfalls deutlich über 100. In Wels Stadt wurde der Wert mit 92,6 angegeben

 

Anstieg auf Intensivstationen errechnet

Bei der Kapazitätsvorschau errechnete die Kommission auch einen Anstieg der Coronapatienten auf Intensivstationen - von derzeit 46 auf 74 bis Ende August. Auch die Zahl der Patienten auf Normalstationen wird weiter steigen. Von einer Überlastung der Intensivstationen ist man aber noch ganz weit entfernt: Selbst dann sind nur 6,9 Prozent der Intensivbetten belegt.

Einbezogen in die Berechnungen wurde der bisherige Impffortschritt und die bereits natürlich erworbene Immunität in Österreich.

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