Ab HerbstSicherheitskonzepte für Kindergärten: Einheitliches Vorgehen fehlt

Während es für Schulen klare Vorgaben gibt, handeln die Länder in Sachen Kindergärten sehr verschieden.

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Teacher and cute kids during music lesson in preschool
© Oksana Kuzmina - stock.adobe.com
 

Das Sicherheitskonzept für Schulen ab Herbst wurde vergangene Woche von Bildungsminister Heinz Faßmann präsentiert. Während Universitäten auf klare Vorgaben noch warten, herrscht auch in Kindergärten unterschiedliches Vorgehen der Länder. So setzt man laut APA etwa im Osten des Landes auf Tests auch für Kinder, in der Steiermark auf die 3-G-Regel und in Salzburg auf Luftfilter. Da Kindergärten Ländersache sind, ist das Bildungsministerium zwar formal nicht für diese zuständig, plant aber zumindest Empfehlungen.

Zusätzlich hat Bildungsminister Faßmann angekündigt, Kindergärten auch in einem Teil seines geplanten Frühwarnsystems zu berücksichtigen: Bei 116 Kläranlagen sollen Abwasseranalysen durchgeführt und so steigendes Infektionsgeschehen frühzeitig erkannt werden. Bei erhöhtem Risiko in einer Region sollen dann vom Ministerium neben den Schulen auch die Kindergärten vorgewarnt werden, um dann regional mit schärferen Sicherheitsmaßnahmen reagieren zu können.

Reiserückkehrer

Während an den Schulen in den ersten zwei Wochen intensiv
getestet wird, gibt es in den Kindergärten keine derartige verpflichtende Sicherheitsphase. In mehreren Bundesländern wird lediglich auf die allgemeinen Vorgaben des Bundes für Reiserückkehrer verwiesen. In Wien werden Reiserückkehrer zum Testen bereits vor dem Wiedereinstieg in den Kindergarten aufgerufen, in Tirol gilt dieser Aufruf für alle Reiserückkehrer ab sechs Jahren

Wien

Auch danach will Wien im Kindergarten auf Testen setzen. Im Büro des zuständigen Stadtrats Christoph Wiederkehr (Neos) verweist man darauf, dass das Gratis-PCR-Testangebot "Alles Gurgelt" auch für die meisten Kindergartenkinder nutzbar ist. Die Details zu den Corona-Schutzmaßnahmen in Kindergarten und Schule sollen kommende Woche präsentiert werden. Die Mitarbeitertests werden jedenfalls
weiter durchgeführt, auch Geimpfte sollen laut Empfehlung der Stadt
freiwillig weiter zweimal pro Woche testen. Für Neueinstellungen in
den städtischen Kindergärten soll außerdem ab Herbst eine Corona-Impfpflicht gelten.

Niederösterreich

In Niederösterreich sollen die Details des Corona-Sicherheitskonzepts in Kindergärten laut dem Büro von Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) in den nächsten Tagen kommuniziert werden. Fix ist, dass die mit Mitte Mai auf alle Einrichtungen ausgerollten Antigen-Schleckertests auch künftig zur Anwendung kommen, außerdem gilt für Neuaufnahmen in den Kindergärten im Bundesland künftig eine Corona-Impfpflicht.

In anderen Bundesländern sieht man indes keine Notwendigkeit für ein Testen von Kindergartenkindern. Laut Verordnung des Bundes sei derzeit keine Testpflicht für Kinder unter zwölf Jahren vorgesehen, heißt es aus Kärnten. Regelmäßige Testungen bei unter Sechsjährigen werden kritisch gesehen und sollten nur anlassbezogen erfolgen, wird in der Steiermark betont. Stattdessen setzt man dort auf die 3-G-Regel für alle Personen ab 12 Jahren. Wer nicht geimpft, getestet oder genesen ist,  muss im Kindergarten durchgängig Maske tragen.

Oberösterreich

In Oberösterreich laufen unterdessen noch Überlegungen undPlanungen zu Tests und zu Regelungen je nach Infektionsgeschehen, etwa einer "Ampelregelung". Dabei wolle man sich an den geplanten Empfehlungen des Bildungsministeriums orientieren. Auch in Kärnten und der Steiermark ist wieder eine "Ampelregelung" angedacht, um auf das regional  unterschiedliche Infektionsgeschehen eingehen zu können.

Salzburg

In Salzburg setzt Landesrätin Andrea Klambauer (Neos) auf die aus
ihrer Sicht bewährte "Bildungsampel", die sich am Infektionsgeschehen in den Bezirken orientiert. Außerdem soll der Einsatz von Luftfiltern für zusätzliche Sicherheit sorgen, in Salzburg wird deren Anschaffung zu 50 Prozent gefördert.

Tirol

In Tirol sieht man die Verantwortung in Sachen Luftfilter unterdessen bei den Gemeinden als Erhalter der Kindergärten, heißt es aus dem Büro von Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP). Eine einheitliche  Gesundheitsstrategie des Bundes für Kindergärten wäre sinnvoll und begrüßenswert.

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