Nach AusschreitungenPlatzverbot am Wiener Karlsplatz wieder aufgehoben

Die Wiener Polizei hat am Sonntagmorgen das Platzverbot am Karlsplatz wieder aufgehoben. Es seien "keine Gefährdungen" nach den Ausschreitungen vom Freitag mehr zu befürchten, so die Landespolizeidirektion.

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Das Platzverbot am Karlsplatz und im Resselpark wurde Sonntagfrüh wieder aufgehoben. © APA / Angelika Krainer
 

Das Platzverbot, das Teile des Wiener Karlsplatzes und des Resselparks umfasste, ist nach nur einer Nacht in Kraft am Sonntag wieder aufgehoben worden. "Eine neue Beurteilung und Gefahreneinschätzung ergab, dass momentan keine Gefährdungen zu befürchten sind", teilte die Polizei am Sonntag mit.

Nach den Ausschreitungen im Wiener Resselpark in der Nacht auf Samstag hat die Wiener Polizei am Nachmittag ein Platzverbot für den Bereich des Parks vor der Karlskirche verhängt. Dieses war um 19 Uhr in Kraft getreten. 33 Minuten später war der Platz vor der Karlskirche leer. Der Bereich wurde problemlos geräumt, die Menschen zeigten sich laut einem Polizisten "sehr einsichtig". Anrainer, die glaubhaft versichern konnten, im Bereich zu wohnen, wurden weiter durchgelassen.

Mittels Durchsage machte die Polizei am Samstagabend auf das
Platzverbot, das auch den Kinderspielplatz inkludiert, aufmerksam.
Bei der ersten Kundmachung waren noch dutzende Menschen anwesend, am Spielplatz tummelten sich zahlreiche Kinder. Dutzende Polizisten waren am Karlsplatz und wiesen die Passanten auf das Platzverbot hin, die daraufhin davonzogen.

Die Wiener Polizei hat damit auf die Geschehnisse der vergangenen Nacht reagiert. Dem Platzverbot ist eine große Party am Karlsplatz und im angrenzenden Resselpark vorausgegangen. Hunderte Jugendliche feierten bis die Polizei kam.

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Vier Festnahmen, acht verletzte Polizisten

Mit Helmen und Schildern marschierten die Beamten auf, lösten die spontane Veranstaltung auf und räumten den Karlsplatz. Die Jugendlichen reagierten mit Sprechchören und warfen Flaschen. In sozialen Medien verbreiteten sich schnell Videos des Einsatzes:

In einer Aussendung spricht die Landespolizeidirektion Wien von amtsbekannten Aktivisten, die die Stimmung bewusst angeheizt hätten, während mehrere Personen auf die Statuen vor der Karlskirche geklettert seien. Versuche, durch ein Kommunikationsfahrzeug auf die Menge einzuwirken, scheiterten, weshalb die Polizei aktiv einschritt, auch Pfefferspray wurde eingesetzt. Die Bilanz des Einsatzes: vier Menschen wurden festgenommen, 67 angezeigt. Acht Polizisten wurden im Einsatz verletzt, ein Dienstfahrzeug wurde beschädigt, bei vier wurde das Kennzeichen entwendet.

In sozialen Netzwerken wurde unterdessen Kritik am Vorgehen der Polizei laut. Viele werfen der Polizei vor, Situation eskaliert zu haben. So schrieb etwa der User "Christoph": "Es war am Karlsplatz wirklich friedlich. Vielleicht nicht durchgehend coronakonform. Aber friedlich. Bis die Polizei anrückte und alles eskalierte." 

 

Kommentare (21)
X22
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Was mir in den Beschreibungen auffällt, es fehlt eine Gesamtansicht über die Lage vor Ort

Warum ist die Polizei mit so einem großem Aufgebot vor Ort gewessen, was war der Auslöser für die übermächtige Präsenz und noch dazu in Kampfausrüstung. Es kommt immer wieder vor, dass bei größeren Zusammenkünften, wo gefeiert und Alkohol im Spiel ist, es auch zu Vorfällen kommt, die ähnlich dem Vorgefallenen sind (auf Statuen klettern), bei Festen und Veranstaltungen reagiert die Security und verweist die die sich daneben benehmen vom Platz, bzw. versucht Einsicht zu erreichen (was bei Betrunkenen nicht immer möglich ist). Warum macht das die Polizei nicht?
Liest man die paar Aussagen, dass es vorab ziemlich friedlich war, muss man auch fragen welchen Anteil die Präsenz der Polizei, in der Form wie oben beschrieben, hatte, um es so eskalieren zu lassen. Reaktionen erzeugen Gegenreaktionen, dass ist der Polizei sicher auch bewusst, deswegen auch die Frage, welchen Anteil hat die Polizei daran, dass aus Übertretungen, die die Polizei auch so ahnden könnte, zu einer Straßenschlach ausartet, ich meine damit, die Feiernden sind nicht gleichzusetzen mit einer Horde Fußballrowdies, die es provozieren, bei denen man weiß warum sie es tun

einmischer
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X22

Wenn man an einer Raserstrecke nicht kontrolliert. werden auch keine Überschreitungen publik.
Und 8, 9 verletzte Polizisten gibt es bei Fußballspielen eher nicht.
Wobei natürlich geklärt werden sollte, was als Verletzung zählt.
Manche Zahlen scheinen mir da nicht ganz korrekt oder sogar bewusst nicht korrekt an die Medien gemeldet worden zu sein. Hätte die Exekutive auch nicht notwendig

Balrog206
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Xx

Du bist ja ein bedachter Poster , aber warum haben Grüne so ein Problem mit der Polizei wenn e keiner was macht ? Stell du dich doch mal ohne Ausrüstung einer großen Menge an Menschen wo Alkohol und sonst was im Spiel ist und fordere Sie auf zu gehen oder sonst was ! I h möchte es nicht machen ! Im Nachhinein waren immer alle friedlich nur die Polizisten waren die Bösen !!

X22
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Mir geht's um die Vorgehensweise, es geht mir nicht

um die Taten, die ich so wie viele andere dementsprechend bewerte.
Es geht auch nicht um gute oder böse Polizei, wie du es beschreibst, es geht um die Wege wie man was erreichen kann und die Frage warum es so eskalierte

Balrog206
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Xx

Ohne natürlich dabei gewesen zu sein aber bei so vielen Menschen sind immer ein paar dabei die aggressiv und pöbelnd werden vor allem nach ein paar alk Getränken !

Mezgolits
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... bei denen man weiß warum sie es tun

Vielen Dank - ich vermute: Aus Langeweile = damit was los ist.

satiricus
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Beim Nichtbefolgen der Verordnung "drohen" bis zu 4600 Euro Strafe

Diese Randalierer wissen genau, dass es hinsichtlich der Geldstrafen lediglich bei der "Drohung" bleibt, das schreckt niemanden von der Nichtbefolgung der Verordnung ab, leider.

Mezgolits
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Acht verletzte Polizisten ...

Vielen Dank - ich meine: Die Polizisten hätten auf Herbert
Grönemeyer hören sollen: "Gebt den Kindern das Kommando"

sune
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GSD

Gott sei dank konnte ich in meiner Jugend noch von Freitag bis Sonntag Party machen. Und an einem guten Wochenende gab es am Sonntag auch noch einen Kirchtag im Dorf.

Stony8762
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sune

Du hast aber sicher nicht auf öffentlichen Plätzen rumgepöbelt und randaliert, oder doch?

sune
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@stony

Nein, ich wurde auch nicht um 22 Uhr vom Wirtn vor die Tür gesetzt. Ich bin gegangen als mir das gegen bereits schwer viel, und ich glaube man nimmt unserer Jugend gerade sehr viel. Natürlich soll das nicht das randalieren rechtfertigen

Hapi67
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Zum einem

selbst verschuldet durch eine mittlerweile völlig sinnlose Sperrstunde um 22 Uhr, wo kein normaler Junger nach Hause geht.

Die Aktivisten von 2 Gruppen für Gewalt , Eskalation und Zerstörung werden bekanntermaßen in der KLZ nicht beim Namen genannt, verständlich nur, dass Ihre politischen Unterstützer auch eine Entwaffnung der Exekutive befürworten.

Vielen Dank

checker43
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Die

Blauen (denen das gesetzwidrige Verhalten der Jugendlichen ja gefallen wird) fordern eine Bewaffung der Jugendlichen, keine Entwaffung der Polizei.

Stony8762
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hapi

Eine 'völlig sinnlose Sperrstunde' rechtfertigt noch lange keine gewalttätigen Ausschreitungen! 8 verletzte Polizisten! Das hat mit Feierlaune nicht das geringste mehr zu tun!

Reipsi
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Die Gstörten

Rotzbuam gehören einmal zur Rechenschaft gezogen und zwar so das sie es sich einmal merken denn Gewalt NEIN !

Stony8762
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Reipsi

Sind sicher nicht nur Buam!

VH7F
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Sperrstunde 22.00 Uhr

Wem fällt sowas ein?

ikennminetguataus
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Und deshalb ist es ok, wenn …

… um 1:00 Uhr früh Flaschen geworfen werden?

manfred130366
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Und? Deswegen muss man sich nicht dran halten?

Ich könnte im Ortsgebiet von Graz auch an vielen Stellen schneller als 50 km/h fahren, und tu's auch nicht..

Stony8762
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VH7F

Es regen sich eh nur die auf, die sich nicht dran halten! Die Sperrstunde interessiert euch nicht! Ihr sauf ja sowieso bis zum Morgengrauen!

Jansky
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Wo...

...ist das Problem?