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"Eingriffe in die Menschenwürde"Kritik an Schikanen für LGBTIQ-Asylwerber

Geflüchtete LGBTIQ-Personen haben weiter mit Schikanen im Asylverfahren zu kämpfen.

 

Das kritisieren die NEOS und berufen sich auf auch der APA vorliegende Protokolle, bei denen "unseriöse und die Intimsphäre verletzende Fragen" durch das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) gestellt worden seien. Die Oppositionspartei fordert daher verpflichtende Schulungen für Referentinnen und Referenten im Umgang mit diesen besonders vulnerablen Gruppen.

Bereits im August 2018 waren die Fälle eines jungen Afghanen und eines Irakers bekannt geworden, deren Asylanträge abgelehnt worden waren, weil ein Referent des Bundesamts an ihrer Homosexualität gezweifelt hatte. "Weder Gang, Gehabe oder Bekleidung" hätten auf ein "Schwulsein" schließen lassen, lautete die Begründung. Der andere Mann wiederum habe sich "überzogen mädchenhaft" benommen. Nach massiver Kritik versprach die Regierung eine Schulung der Beamten.

Keine Besserung der Situation orten nicht nur die NEOS, sondern auch Queerbase, eine explizit für LGBTIQ-Geflüchtete zuständige Interessensvertretung. Seit den Vorwürfen gegen das Innenministerium habe sich nichts geändert. Kontraproduktiv sind laut NEOS-LGBTIQ-Sprecher Yannick Shetty auch - an sich begrüßenswerte - beschleunigte Asylverfahren. Besonders Fast-Track-Verfahren seien für vulnerable Gruppen ungeeignet, da gerade diese Zeit bräuchten, um genug Mut zu fassen.

Eingriffe in die Menschenwürde

Nach wie vor würfen aber auch etwa schwule Asylwerber nach ihren praktizierten Sexualpraktiken im Detail befragt. "Befragungen in die sexuelle Intimsphäre dürfen einfach nicht vorkommen und sind Eingriffe in die Menschenwürde", kritisiert Marty Huber von Queerbase. Eine solche Befragung sei zudem rechtswidrig. Es reiche auch nicht zu sagen, der Referent oder die Referentin sei überfordert gewesen.

Der APA vorliegende Einvernahmeprotokolle von Geflüchteten belegen die weiterhin gelebte Praxis. So heißt es darin unter anderem: "Wo und wann haben Sie das letzte Mal mit Ihrem Freund sexuellen Verkehr?", "Spiegelt sich Ihre sexuelle Ausrichtung Ihren Verhaltensweisen, Ihrem Lebensstil?" und "Ist das Ihr Lebenspartner oder ,nur" Ihr Sexpartner?"

 

Kommentare (9)
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mahue
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Manfred Hütter: Frage

Darf der Staat in dem Asyl angesucht wird, nicht fragen, was ist ihr Asylgrund. Bei allem Respekt aber auch diese Gruppe hat die erhöhte Mitwirkungspflicht darzulegen, warum sie um Asyl ansuchen. Es gibt noch viele Länder auf der Welt (sogar in den USA manche Bundesstaaten), die diese Personengruppe nicht gleich behandelt. Da hätten meiner Meinung nach Frauen aus Ländern, wo sie wirklich noch nach männlichen Söhnen, Vieh erst an dritter Stelle kommen, mehr Asylgründe.
Mir fehlt auch jede Idee, was würde ich bei dieser Gruppe fragen, um den wahren Asylgrund zu erfragen, oder muss man es einfach glauben und Asyl gewähren. Würde glaub ich Tür und Tor für Zuwanderung öffnen.

mahue
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Manfred Hütter: Zusatz

Nicht wenige Menschen haben in ihren Ländern verbleibend für Gleichbehandlung gekämpft bis ins 20. Jahrhundert sogar in Europa, für Gleichberechtigung und Gleichbehandlung und sind nicht geflüchtet, und hatten damit Erfolg.
Nenne nur das freie Wahlrecht und später das Wahlrecht für Frauen, freie Religionsausübung, sexuelle Orientierung und Ehe für alle. Sogar in Saudi-Arabien dürfen Frauen jetzt den Führerschein machen etc. etc. Der Weg dorthin ist oft steinig und dauert oft lange.
Aber gleich das Asylrecht in Anspruch nehmen zu wollen, ist im Stich lassen Gleichgesinnter im Heimatland.

wjs13
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Eines ist sicher

die HPH-Partei NEOS mit deren schrill kreischenden AbgeordnetInnen bracht kein Mensch mehr. Hoffentlich fliegen sie bei den nächsten Wahlen aus dem Parlament.

vanhelsing
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Könnte einem Unwissenden der Begriff

LGBTIQ erklärt werden? Danke!

Trieblhe
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Steht für

Lesbisch, Schwul, Bi, Trans, Inter und Queer.

wjs13
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Ist das zu wissen

wirklich wichtig?

kritik53
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Auffangbecken

Müssen wir unbedingt ein Auffangbecken für diese Personen sein? Wir dürfen diese Personen dann Jahre auf unsere Kosten beherbergen. Wenn wir alles ohne fragen akzeptieren, haben wir jährlich 30.000 Migranten, weil man hier immer Asyl bekommt, egal ob aus einem sicheren oder unsicherem Land. Wenn ich mir schon jahrelange freie Station mit großzügigem Taschengeld erarbeiten will, dürfen wohl auch unangenehme Fragen gestellt werden.

tenke
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So ist es. Wenn ich große Erwartungen habe und Rechte einfordern will, habe ich

auch (Auskunfts-)Pflichten. Wenn man z.B. als psychisch kranker Österreicher (ohne jeden Migrationshintergrund) auch nur um eine REHA oder vorübergehende finanzielle Unterstützung ansuchen möchte, was glauben die, was man da alles erzählen muss?!! Eine FRECHHEIT was die NEOS da herum argumentieren.

Ratte
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Man kann aus allem....

..ein schier unlösbares Problem machen. Interessiert halt nur die wenigsten...