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Nach Update in den USAErster komplett erneuerter "Black Hawk" landete bei der Truppe

Neues Cockpit, mehr Einsatzmöglichkeiten: Der erste modernisierte "Black Hawk" wurde offiziell den Luftstreitkräften übergeben. Bundesheer beschafft drei weitere Hubschrauber in Jordanien.

Black Hawk
Klaudia Tanner im Gespräch mit Staffelkommandant Major Franz Reisinger © BMLV/Peter LECHNER
 

Neu sind die "Black Hawk" des Bundesheeres ja schon lange nicht mehr. Kurzer Rückblick: Nach dem Lawinenunglück von Galtür 1999 kaufte Österreich neun Transporthubschrauber um knapp drei Milliarden Schilling beim US-Hersteller Sikorsky (Typenbezeichnung S70A-42). Im September 2002 stieg der erste "Black Hawk" für das Bundesheer in die Luft, seitdem hat sich die Investition bei unzähligen Einsätzen nach Naturkatastrophen wie auch im militärischen Betrieb schon bezahlt gemacht.

Seit mehr als drei Jahren läuft nun ein Projekt zur umfassenden Modernisierung der österreichischen "schwarzen Falken". Diese erfolgt bei "ACE Aeronautics", einem relativ unbekannten Unternehmen in Guntersville, Alabama. Der erste für das Bundesheer komplett erneuerte S70 wurde im November auf dem See- und Landweg nach Österreich überstellt. Heute, Montag, wurde der Prototyp unter Anwesenheit von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) am Fliegerhorst Brumowski in Langenlebarn (NÖ) offiziell der Truppe übergeben. "Damit ist der Einsatz für die nächsten Jahrzehnte sichergestellt und wir können in Zukunft die Hilfe aus der Luft noch besser gewährleisten", sagte Tanner bei der Übergabe.

Black Hawk: Blick in das neue Cockpit

Der erste von neun "Black Hawk" des Bundesheeres wurde mit einem neuen Cockpit ausgestattet.

Georg Mader

Das baugleiche Cockpit steht den Piloten auch als "Trainer" im Fliegerhorst zur Verfügung.

Georg Mader

Eine der zahlreichen Navigationsebenen des Garmin 5000H.

Georg Mader

Die Displays bieten den Piloten völlig neue Möglichkeiten.

Georg Mader

Auf dieser Karte werden die Bodenhindernisse angezeigt. Die Daten müssen jedoch wöchentlich aktualisiert werden.

Georg Mader

Eine Kartenansicht, wie sie auch der Laie kennt.

Georg Mader

Hier wird der Status der beiden Triebwerke beim Hochfahren angezeigt.

Georg Mader

LOXT lautet der internationale Code für den Militärflugplatz Langenlebarn nahe Tulln, der Heimatbasis der "Black Hawk"-Staffel.

Georg Mader

Im Fliegerhorst Brumowski Langenlebarn kann das Missionssystem programmiert werden.

Georg Mader

Im November wurde der erste modernisierte Black Hawk auf dem See- und Landweg aus den USA nach Österreich gebracht.

BMLV/KERMER

Drei dieser UH-60L beschafft das Bundesheer in Jordanien. Damit wird die "Black Hawk"-Staffel endlich komplett sein.

US Army
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Von außen merkt man dem Hubschrauber das Update nicht an, die neue Technik steckt im Cockpit. Dort ist nun ein ziviles Navigations- und Avioniksystem von Garmin (5000H) verbaut, was den Falken technisch auf die Höhe der Zeit bringt und den Piloten Sicht- und Instrumentenflug bei Tag und Nacht ermöglicht. Die hohen militärischen Ansprüche an das Fluggerät erfüllt ein von zwei Computer gesteuertes Missionssystem, das unabhängig von der Avionik operiert und in der Fliegerwerft programmiert werden kann. "Diese Neuerungen sind wesentliche Umrüstungen, die den täglichen Flugdienst erleichtern", heißt es im Verteidigungsministerium. Der „Black Hawk“ wird im Bundesheer hauptsächlich für Sicherungs- und Rettungseinsätze sowie bei Assistenzeinsätzen für Material- und Gütertransporte verwendet.

Nicht alles läuft optimal

"Es sind viel mehr Funktionen als vorher verfügbar - und das viel aufgeräumter", resümiert Militärluftfahrt-Journalist Georg Mader. Er durfte schon vorab im neuen Cockpit des "Black Hawk" Platz nehmen. Grundsätzlich ist man bei der Fliegertruppe sehr zufrieden über das Update. Die Abteilung Luftzeugwesen des Verteidigungsministeriums will aber beim Hersteller noch Nachbesserungen beim Missionsplanungssystem erwirken. Dieses macht offenbar noch Schwierigkeiten, wie Mader berichtet.

Zwei weitere "Black Hawk" des Bundesheeres sollen demnächst über den Atlantik verschifft werden, um in Alabama ein neues Cockpit zu erhalten. Die Modernisierung der sechs anderen Hubschrauber soll dann direkt in Langenlebarn erfolgen und 2023 abgeschlossen sein. Die Bundesregierung hat aber in ihrem Hubschrauber-Paket von 2018 den Kauf drei weiterer gebrauchter "Black Hawk" beschlossen, damit wird endlich die übliche Staffelgröße von zwölf Stück erreicht. Fündig geworden ist das Bundesheer dabei in Jordanien, wo das Militär nahezu baugleiche Helikopter (Bezeichnung UH-60L) ausgemustert hat. Auch diese werden zunächst in den USA auf den neuesten Stand gebracht, bevor sie in und für Österreich fliegen. Das gesamte Black-Hawk-Paket kostet der Republik rund 100 Millionen Euro.

Im April soll dann auch der Deal zwischen der österreichischen und der italienischen Regierung zum Ankauf von 18 leichten Mehrzweckhubschraubern unter Dach und Fach gebracht werden. Die Hubschrauber AW 169M von Leonardo um rund 300 Millionen Euro werden ab nächstem Jahr die in Aigen im Ennstal und in Langenlebarn stationierten Alouette-III ersetzen.

 

Kommentare (1)
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alfjosef
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Lesenswert?

Der richtige Vorgang! ÖBH braucht zeitgemässe Ausrüstung und langfristige Planung und finanzielle Sicherheiten!

Dass eine ordentliche Wartung, UP-Dates etc. auch zu einer längeren Verwendungsdauer führen können, dies ist schon lange kein Geheimnis mehr. So sollte es sein. Die Zahl der notwendigen HS nach der Katastrophe von Galtür wurde damals mit 12 festgelegt. Im Beschlussvorgang war plötzlich "Sparen" angesagt und sodann brauchte es mehrere Jahrzehnte (!) bis endlich eine Auffüllung vorgenommen wurde. Auch die Nachbeschaffung de Alouette III stand lange schon im Visier und immer wieder kam es zu Verschiebungen. Das ÖBH braucht eine zeitgemässe Ausrüstung um im Sonderfall auch handeln und der Bevölkerung helfen zu können! Fast jeder Minister bastelte am Heer herum. Die Reduzierung der schweren Waffen ist m. E. nicht OK. Niemand weiss, kommt es plötzlich zu konflikt-trächtigen Situationen und ist eine glaubhafte Verteidigungsbereitschaft gegeben oder nicht. Also: in die Zukunft hinein investieren, zeitgemässe Unterkünfte und Nachbeschaffungen sind das Gebot der Stunde! Dies kann auch für die heimissche Wirtschaft Arbeit bringen! Also: weiter so und auf die Luftraum-Überwachung nicht vergessen!