Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

InterviewMediziner Rudolf Likar: „Ich plädiere für ein kontrolliertes Aufmachen“

Mediziner Rudolf Likar spricht Klartext: über Dreiklassenmedizin bei der Impfung, Politschnitzer, gesellschaftliche Ungleichbehandlung, und darüber, warum Coronatests wie Klopapier zum Haushalt gehören.

Rudolf Likar
Rudolf Likar © Helge Bauer
 

Die Politik bereitet Österreich auf einen längeren Lockdown vor, man beruft sich auf Mediziner und die größeren Gefahren, die von einem mutierten Virus ausgehen. Sie haben als Corona-Koordinator viele Maßnahmen schon mitgetragen, bleibt angesichts der Bedrohung durch die Mutationen überhaupt noch Platz für Kritik?
RUDOLF LIKAR: Ja, man muss kritisch bleiben. Vieles, was von der  Regierung gemacht wird, ist richtig.  Aber die Willkür der Zahlen, etwa bei der Inzidenz, ist irreführend. Es werden bisweilen irreale Inzidenzen herangezogen, ohne weitere wichtige Parameter zu berücksichtigen. Zurzeit wird politische Emotion mit Wissenschaft gemischt – das ist keine Lösung. Eine Inzidenz kann nur ein Teil einer Entscheidungsgrundlage sein, es geht darum, wie die Inzidenz mit den Erkrankungen korreliert.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

Rinder
1
17
Lesenswert?

Coronavirus

Likar hat recht und auch nicht. Das Thema ist so komplex, dass es nicht nur eine Meinung geben kann. Es ist nicht richtig in Medien einseitige Meinungen groß abzudrucken. Es dient wiederum nur um Unsicherheiten und Unzufriedenheit zu schüren. Wir können nur gemeinsam an einem Strang ziehen, Empfehlungen ernst nehmen, und jeder für sich einen Teil beitragen. Natürlich sind Fehler passiert und werden noch passieren . Aber wer kann aufstehen und sagen " ich habe es ja gewusst, und ja ich hätte eh alles besser gemacht? " Ich denke, wir sollten mit dem ewigen Jammern und Dagegensein vorsichtiger werden. Gerechter beurteilen, vielleicht auch einmal dankbar sein in Österreich leben zu können. Halten wir zusammen, nicht nur fordern, und darüber nachdenken, dass auch ich etwas zur Besserung einbringen muss.

Notschik
11
15
Lesenswert?

Lebensgefährlich

Kleiner Vergleich: Wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin, setze ich mich bewusst einer nicht alltäglichen Gefahr aus. Durch entsprechende Schutzkleidung und vorrauschauendes fahren, kann ich das Risiko eines Sturzes und einer Verletzung minimieren, aber es bleibt immer ein Restrisiko! Das Leben ist nun mal lebensgefährlich!
Ebenso verhält es sich mit einer Virusansteckung! Nur durch Aufklärung über Vorsichtsmaßnahmen zur Reduzierung einer Ansteckung kann man die Leute dazu bewegen, sich zu schützen. Alle, denen die Gesundheit wichtig ist, werden sich dementsprechend verhalten!.... Und ein Restrisiko bleibt..... Wie auch bei anderen Erkrankungen......
Die psychische Belastung und der wirtschaftliche Schaden wird täglich größer! Deswegen muss der Lockdown sofort beendet werden!

styriart
4
11
Lesenswert?

Ja, leicht hat mans momentan wahrlich nicht

ich bin schon jemand, der viel von Forschung und Wissenschaft hält. Wenn ich aber - gerade in Krisenzeiten - sehe, wie man sich seine Reputation billig im Ostblock kauft, wenn man unzählige EXPERTEN hört, die als einzige Lösung ein schnödes "alles Zumachen" als Expertenlösung(!!) verkaufen, dann kann man schon verzweifeln. Diese Outputs schaden nämlich jenen am meisten, die wirklich was zustande bringen und leisten.

helmutmayr
10
5
Lesenswert?

Frage an den den Experten

10.000 ist die Übersterlichkeit. Rund 7000 sind mit Corana gestorben. Was ist mit den restlichen 3.000
Tod auf der Warteliste ?

Kariernst
4
43
Lesenswert?

Danke

Es tut gut das in diesen Zeiten Mediziner gibt die nicht nur schwarz oder weiß denken wie es leider viel zu viele Menschen derzeit tun. Ein guter Vorschlag der auch so schnell wie möglich umzusetzen ist den die Zahlen der neu Infizierten hat sich nicht wirklich verändert .

ElCapitan_80
4
50
Lesenswert?

Lockdownverlängerung

Ich denke auch dass eine Verlängerung des Lockdowns in der jetzigen Form wenig bringen wird.
Auch eine Verschärfung wird vermutlich nur sehr geringe Veränderung in den Zahlen bringen:

- Einzige Verschärfung die evtl. noch was bringen könne wäre HomeOffice Pflicht wo immer möglich und verpflichtende Tests für alle die ins Büro müssen. Wobei dies vermutlich hauptsächlich in den Städten zu relevanten Einschränkungen der Bewegung führen wird und dor schauts auf Basis der aktuellen Zahlen sowieso nicht so schlecht aus
- Einschränkung des Bewegungsradius bring offenbar fast nichts -> siehe Israel
- Contact Tracing wird allein dadurch sehr schwierig weil niemand zugeben wird mit wem er sich "illegal" getroffen hat -> jegliche Verlängerung oder Verschärfung wir da nichts ändern sondern diese Situation nur verschlimmern. Vor allem am Land ist das quasi nicht kontrollierbar
- Die Skilifte werden zwar immer wieder schlecht gemacht, aber es ist immer noch besser man gibt den Leuten die Möglichkeit draußen etwas zu unternehmen wo das Ansteckungsrisiko gering ist, als sich geheim im privaten zu treffen -> ein Schließen der Outdoor Sportstätten wird sich vermutlich eher negativ auswirken

Mein Fazit: es ist an der Zeit sich zu Überlegen wie man kontrolliert Öffnungsschritte setzt, das am 8. Februar nicht alles öffnen kann ist klar, aber man muss zumindest mal beginnen,

MasterLex
17
18
Lesenswert?

es gibt viele Aspekte

Die zu beachten sind. Doch das Konglomerat kann natürlich so oder so ausfallen. In dieser Diskussionen fehlt mir der Gedanke daran, dass je mehr Infektionen es gibt, auch wenn die Krankenhausbetten nicht so sehr belegt sind, es vermehrt zu Mutationen kommen wird. Weniger Infektionen, weniger Mutationen. Viele Infektion, viele Mutationen. Damit steigt halt auch die Gefahr, dass eine der neuen mutation noch viel gefährlicher ist als die, die wir jetzt haben. Vor allem steigt auch die Gefahr, das Mutation entstehen, gegen die die derzeitigen Impfungen nutzlos sind. Wenn man das bedenkt, gibt es eigentlich nur eine Lösung! Kurzzeitiger totaler Lockdown. Damit die Infektionszahlen so weithin unterdrücken, dass wieder ein lückenloses contact Racing möglich ist.

Patriot
17
59
Lesenswert?

Kontrolliert Aufmachen?

Da müssten aber ALLE mitspielen? Das würden aber leider VIELE nicht! Die Coronaleugner, die Undisziplinierten, die Maskenverweigerer, sie alle würden das auf Kosten aller anderen vergeigen!

GanzObjektivGesehen
9
37
Lesenswert?

Ich bin ein dezidierter Gegner des Überwachungsstaates.

Es würde mich trotzdem interessieren, wie viele private Treffen täglich in Österreich „passieren“. Mit den vorhandenenDaten, auch wenn anonymisiert, liese sich das leicht feststellen.

derschwarze
8
20
Lesenswert?

Ich würde meinen, dass es welche geben wird,

dies sind aber Sicherheit keine Multiplikatoren in der Pandemie. So gesehen, dürften wir nicht mehr zur Arbeit gehen, dort treffen wir uns nicht privat, aber dienstlich und davon gibt es viele Treffen.

carlottina22
4
13
Lesenswert?

Dem muss ich leider

aus eigener Erfahrung und täglicher Beobachtung widersprechen. Es finden viele private Treffen statt ich nenne jetzt nur mal einige Orte, an denen ich sie in den letzten Tagen beobachten konnte: Tankstellen, Warteräume in Bahnhöfen, Sitzgelegenheiten wo auch immer. Und es geht hier nicht um zwei Leute, die sich mit Abstand unterhalten, sondern um Grüppchen von 4 Personen aufwärts. Und das ergibt sehr wohl einen recht satten Faktor.
Ja, auch ich gehe zur Arbeit, auch ich habe viele Meetings und Kontakte, jedoch unter Einhaltung von Abstand und mit Maske und hier liegt der Unterschied zu den privaten Grüppchen.

GanzObjektivGesehen
1
19
Lesenswert?

Da ich mich bevorzugt in der Natur aufhalte...

...bin ich nicht viel im verbauten Gebiet unterwegs. Trotzdem ist es nicht schwer solche Privattreffen zu finden. Tankstellen, Parkplätze, Werkstätten, und so mancher Mensch, der mit aller Kraft egen seine soziale Isolation anzukämpfen versucht, macht nicht einmal das Fenster zu um unbeobachtet zu sein.
Auf kleinstem Beobachtungsraum und in kurzer Zeit waren das weit jenseits von 100 Personen, die mir so aufgefallen sind. Österreichweit ist es mit Sicherheit eine Zahl in großer sechsstelliger Höhe.
Und die gehen dann nach Hause, in die Arbeit, ihre Kinder in die Schule. Hier ein bißchen, da ein bißchen, das bekannte "Kleinvieh, dass auch Mist macht".

Das sind definitiv Multiplikatoren.

Klgfter
8
15
Lesenswert?

schworza .....

woher kommt dann die hohe ansteckungszahl trotz lockdown ? ausn kühlfach beim spar wohl kaum ?

alleine die tatsache das man immer mehr lokale, eisschützen, partytiger usw erwischt die glauben sich nix scheissen zu müssen zeigt das da was faul is im staate ........

Expat
17
33
Lesenswert?

Aufsperren unter Auflagen, oder wollt ihr die nächsten 5 Jahre warten?

Aufsperren mit Eintrittsbeschränkungen, zB. Personen/Quatratmeter Geschäftsfläche.
Oder Zeitliche Beschränkungen der verschiedenen Risikogruppen. Pensionisten kaufen von 08:00 bis 12:00 ein
Restliche Bevölkerung von 13:00 bis 20:00
Und wer Angst hat soll halt zu Hause bleiben und Zustelldienste bemühen.
Da gäbe es sicherlich noch andere Vorschläge und Möglichkeiten um die Wirtschaft zu retten und ängstliche Menschen zu schützen.

ARadkohl
6
21
Lesenswert?

@ expart, sehr treffend formuliert.

Die Nicht Risiko Gruppen müssen unter Auflagen das ganze System aufrecht erhalten und die Risikogruppen gehören geschützt. Man kann nicht alles nur abwürgen.

Rot-Weiss-Rot
3
14
Lesenswert?

@ARadkohl, dieses Vorhaben haben einige Länder schon im März versucht und sind gescheitert.

Das klingt total logisch und gut, aber in der Praxis nicht durchführbar, da man die Risikogruppen alleine NICHT schützen kann. Man müsste in Spitälern, Arztpraxen, Einkaufszentren usw. für die Älteren und Vorerkrankten alles getrennt installieren und trotzdem würde es zu Infektionen kommen, da ja auch das Pflegepersonal durchwegs jünger ist. Wollen sie alle, die mit den Risikogruppen in Kontakt kommen können dann einsperren oder müssen die in Quarantäne?
Wie gesagt, das klingt logisch und gut, wäre auch gut, ist aber in der Praxis nicht durchführbar.

gberghofer
49
27
Lesenswert?

Solche Besserwisser tauchen natürlich immer wieder auf

Da bietet sich endlich die Gelegenheit in den Medien wahrgenommen zu werden.

erstdenkendannsprechen
0
3
Lesenswert?

meinen sie mit besserwisser likar

oder poster hier im forum?

ich mein - man muss seine meinung nicht teilen - aber likar weiß aufgrund seiner täglichen arbeit schon einiges besser als sie oder ich. er zieht halt seine schlüsse draus, und dann gibt es wieder welche, die andere gesichtspunkte miteinrechnen und andere schlüsse draus ziehen.
aber das darstellen seiner meinung hat bei likar schon seine berechtigung, möchte ich meinen...

ARadkohl
12
17
Lesenswert?

Und weiter?

Deine Lösung?

Baumh13720
5
2
Lesenswert?

Solchen „Experten“ keine Plattform geben!

Sie verunsichern nur, und bieten keinerlei Lösung an

erstdenkendannsprechen
0
2
Lesenswert?

vlt. weil es keine allgemeingültige

und alleinseligmachende lösung zu diesem thema gibt? nur ein abwägen. das macht likar, das macht jede regierung zur zeit, das machen wissenschaftler in den medien.
außerdem sagt er eh, welche lösung er vorschlagen würde.

gberghofer
6
20
Lesenswert?

Es gibt keine allumfassende Lösung

Der Mann disqualifiziert sich selbst mit der Aussage das Problem durch örtliche Begrenzung anzugehen. Wir leben nämlich nicht in im Postkutschenzeitalter sondern in einer mobilen Welt der es keine Grenzen gibt.

ARadkohl
1
5
Lesenswert?

Ja dann frage ich mich aber,

Was haben die britischen Shhilehrer in Österreich zu suchen, während wir nichts tun dürfen??

ARadkohl
11
22
Lesenswert?

Um es deutlich zu formulieren, einen leitenden Mediziner als Besserwisser hinzustellen,

Ist mit Sicherheit nicht angebracht!

gberghofer
16
11
Lesenswert?

Der gute Mann ist kein Wissenschaftler

Nur weil er Arzt ist? Er schein mir eher ein Funktionär zu sein. Er hat keine Interessen zu vertreten.

fans61
28
52
Lesenswert?

Einer der vernünftigen Mediziner, die wissen wie es den Menschen

im lokdown geht.
Geschäfte und Lokale unter den gegebenen Maßnahmen aufsperren und wir werden mit dem Viruso so oder so leben lernen müssen.

 
Kommentare 1-26 von 64