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Coronavirus7399 Fälle in Österreich: plus 16 Prozent in 24 Stunden

Der Viertages-Anstieg war vor einer Woche noch knapp sechs Prozent höher - Anschober: Peak zwischen Mitte April und Mitte Mai.

CORONAVIRUS - AKTUELLES: NEHAMMER / ANSCHOBER
Rudolf Anschober © (c) APA/HERBERT NEUBAUER
 

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Österreich (Stand: 15.00 Uhr) ist von Donnerstag bis Freitag innerhalb von 24 Stunden von 6.398 auf 7.399 Fälle gestiegen. Die aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums bedeuten ein Plus von rund 15,7 Prozent für diesen Zeitraum - nach 15,1 Prozent im Vergleichszeitraum von Mittwoch auf Donnerstag.

Im Durchschnitt der vergangenen vier Tage lag der tägliche Zuwachs bei rund 17,2 Prozent, am Freitag vergangener Woche lag dieser Wert noch bei 23,0 Prozent, also um knapp sechs Prozent höher. Die 7.399 Fälle von Freitag, 15.00, Uhr, nach Bundesländern aufgeteilt ergeben weiterhin besonders hohe Fallzahlen für Tirol (1.752), Oberösterreich (1.217) und Niederösterreich (1.140). In der Bundeshauptstadt Wien wurden 1.003 behördlich bestätigte Infektionen mit SARS-CoV-2 ausgewiesen. Das entspricht 53 Infizierten pro 100.000 Einwohnern. Um 20.00 Uhr zählte das Dashbord des Ministeriums dann 7.657 Infizierte.

58 Tote

Das Überschreiten der 1.000er-Grenze in Wien klingt weniger dramatisch, wenn man sich im Vergleich dazu die Lage in Tirol vergegenwärtigt: Im Bezirk Reutte - dem am geringsten betroffenen Bezirk - wurde das Coronavirus bei 28 Personen nachgewiesen. Das Außerfern hat allerdings nur knapp 33.000 Einwohner. Hochgerechnet auf 100.000 Einwohner wären das 85,71 Infizierte und damit vergleichsweise deutlich mehr als in Wien.

58 Tote waren zu diesem Zeitpunkt offiziell aufgrund des Virus gestorben. Die meisten Toten sind in Wien (16), Niederösterreich und in der Steiermark (je 13) zu beklagen, wie aus den Zahlen des Ministeriums vom Freitag hervorgeht.

Den Peak, also den Höhepunkt der Erkrankungszahlen, erwartet Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zwischen Mitte April und Mitte Mai. Das sei aber nur seine persönliche Einschätzung. Wenn der Peak später eintrete, werde er kleiner sein, und damit wäre auch das eine gute Nachricht, "weil dann waren diese Maßnahmen erfolgreich", sagte er bei einer Pressekonferenz.

Rund 800 Personen befanden sich in Krankenhäusern, davon 128 auf Intensivstationen. Offiziell gibt es 225 Genesene, "wobei diese Zahl in der Realität schon deutlich höher sein dürfte", so Anschober. Bundesweit wurden bisher 40.000 PCR-Tests auf SARS-CoV-2 durchgeführt. Damit ist man noch deutlich von den angestrebten 15.000 Tests täglich entfernt.

Ab dem Wochenende sollen dafür die ersten Großlieferungen von Schutzausrüstung eintreffen. Wie das Gesundheitsressort der APA mitteilte, sollen bis Samstag elf Millionen Handschuhe, zwei Millionen FFP2- und FFP3-Masken im Land sein. Dazu kommen 1.500 Liter Desinfektionsmittel, die ab nun jede Woche geliefert werden sollen. Am Montag sollen Schutzanzüge kommen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Österreich im Kampf gegen den Coronavirus "seriöses Handeln" attestiert. Transparent handelnde Regierungen seien "am robustesten", weil gewährleistet werde, dass die Bevölkerung die Maßnahmen "nicht nur akzeptiert, sondern auch selber mitträgt", sagte der Generalsekretär von Amnesty Österreich, Heinz Patzelt, im "profil"-Podcast.

Was die Entwicklung der Epidemie aus globaler Sicht betrifft, so haben die USA bereits China und Italien bei der Zahl der Coronavirus-Infizierten überholt. In den Vereinigten Staaten wurden mittlerweile fast 86.000 Ansteckungen festgestellt, wie die Johns-Hopkins-Universität auflistete. Weltweit starben bereits fast 25.000 der knapp 540.000 nachgewiesenermaßen infizierten Menschen. Besorgniserregend ist die Lage unter anderem in Spanien, wo mittlerweile mehr als 4.800 Infizierte starben. Frankreich erwartet für das Wochenende die bisher größte Krankheitswelle.

85.991 Infektionen und 1.296 Todesfälle wurden in den USA bereits gezählt, die Infektionsfälle haben sich seit Montag mehr als verdoppelt. Das ist der schnellste Anstieg weltweit. Italien zählt 80.539 Infizierte und belegte bei der Zahl der Todesfälle mit 8.165 Toten weiterhin den traurigen ersten Platz. Außerdem ist Europa mit 292.246 Infektionen und rund 17.000 Toten der am stärksten betroffene Kontinent.

Auch der britische Premierminister Boris Johnson hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Er habe milde Symptome, Husten und Fieber, entwickelt, sagte Johnson in einer Videobotschaft. Großbritannien ist mit knapp 12.000 offiziell bestätigten Fällen noch einer relativ guten Lage, jedoch ist das Potenzial hier dramatisch.

In Deutschland wurden laut Robert-Koch-Institut bis Freitag 42.288 Infektionen nachgewiesen - ein Anstieg im Vergleich zum Donnerstag um 5.780 Fälle. Mehr als 250 Menschen starben.

Wegen der Pandemie haben zahlreiche Länder massive Beschränkungen beschlossen.

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516cea9308b34e0cab1d86460dd8f703
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Am Ende der Virus Krise,

werden wir uns entschließen, jährlich den nächsten Grippevirus zu testen, damit wir hinkünftig 2000 (Österreich) Tote verhindern können. Ob wir es uns leisten können, jedesmal den Stillstand auszurufen, bezweifle ich. Man wird andere wirkungsvolle Maßnahmen entwickeln müssen.

516cea9308b34e0cab1d86460dd8f703
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Ergänzend, was

spricht dagegen, für die Rotstrichler, entsprechende Maßnahmen und Schutzmechanismen zu entwickeln um jene Menschen unseres Landes vor der kommenden Grippeepedemie zu schützen. Irgend etwas werden wohl aus der gegenwärtigen Situation in die Zukunft mitnehmen.

X22
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Aus jetziger Sicht

Für die verschiedenen Influenzavireninfektionen gibt es Medikamente, die den größten Teil der Erkrankten in kurzer zeit heilt, das gesundheitssystem zwar belastet jedoch nicht überlastet, wie es bei Covid19 aussieht in in kurzer Zeit keine Medikamente verfügbar und würde man es nicht so behandeln wie jetzt eben, würde das System übelastet werden und die Anzahl an Toten wäre um ein vielfaches höher, wie es aussieht, wenn es Medikamente dagegen geben würde, ist es trotzdem noch nicht genau vorher zu sagen, möglich wäre es, dass es so sein wird wie jetzt bei der Influenza

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Das ist bekannt.

Das entschuldigt aber nicht die jährliche zur Kenntnissnahme, dass man die Influenzatoten akzeptiert. Aus diesem Grund gilt es Lösungen zu entwickeln ohne einen wirtschaftlichen Kollaps auszulösen.

Matilda3110
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Komischer Rechenansatz

Also, ich verstehs nicht ... was ist das für eine Milchmädchenrechnung? Wie kann ein Anstieg um 15,1 % wesentlicher weniger sein, als ein Anstieg von 20 % vor Tagen, wenn die Basis eine ganz andere ist?
Wenn sich die Zahl von 100 infizierten um 20% auf 120 Personen erhöht, ist es doch immer noch besser als von 6890 auf 7890 und NUR 15 %, aber in absoluten Zahlen 1000!!!!!
Was versteh ich da nicht? Kann mir das bitte jemand erklären?

Mein Graz
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@Matilda3110

Die %-Zahl des Anstiegs bezieht sich immer auf die schon vorhandenen Fälle.
Beispiel:
1. Tag: Vorhandene Fälle 100, Anstieg 20% = 120
2. Tag: Vorhandene Fälle 120, Anstieg 20% = 144
3. Tag: Vorhandene Fälle 144, Anstieg 20% = 173

Sind jetzt am Tag 2 "nur" 140 Fälle, ist das ein Anstieg von 17%.
Sind dann am Tag 3 "nur" 160 Fälle, ist das ein Anstieg von 14%.

Es sind zwar jeden Tag um 20 Fälle mehr, weil sich aber die Ausgangszahl ändert verändern sich auch die % des Anstiegs.

Ich hoffe, ich konnte es verständlich erklären.

Mein Graz
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PS:

Ich hoffe, ich hab keinen Rechenfehler bzw. Denkfehler drinnen.
Sollte dem so sein bitte ich um Berichtigung!

pholub
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Zinsen

Was ist günstiger, ein Kredit mit 15 oder 20 Prozent Zinsen?
Die Infektion fängt jeweils mit z. B. 10 Personen an.

X22
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Sie sollten ihre Milchmädchenrechnung erweitert ansehen

100 +20%, 100+15%
6890 +20%, 6890 +15%
Die Differenzen zwischen den zwei verschiedenen Anstiegen sind es, um die es geht, die Basiszahlen könntens ja beliebig wählen, es geht rein um die Differenz in den prozentuellen Werten, das könnens in Zwei Sichtpkten einteilen, in einen Anstieg und einen Rückgang.
Beim Rückgang von 20 auf 15% habens eine Reduktion von 25%, bei einen Anstieg von 15 auf 20% hat man eine Steigerung 33,3%