Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Tierleid zu SilvesterTierschützer appellieren dringend, auf Knaller zu verzichten

Das Österreichische Tierschutzgesetz verbietet, einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder es in schwere Angst zu versetzen - trotzdem passiert es zum Jahreswechsel unzählige Male.

© (c) blende40 - Fotolia
 

Die Knallerei zu Silvester sorgt für Stress und Leid bei Tieren. Sowohl Tierschutzvereine als auch die Wiener Polizei appellierten im Vorfeld des Jahreswechsels an die Bevölkerung, auf Feuerwerke zu verzichten. Nicht nur für Haustiere, auch für Wildtiere bedeutet das laute Knallen Stress. Tiere nehmen durch ihre feines Gehör Lärm um ein Vielfaches lauter wahr und reagieren häufig mit Angst.

Das Konsumentenschutzministerium wies darauf hin, dass das Österreichische Tierschutzgesetz verbietet, einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder es in schwere Angst zu versetzen. Die Tierschutzvereine "Vier Pfoten" sowie der Wiener Tierschutzverein (WTV) warnten, dass die Silvesternacht Todesangst und Panik bei vielen Tieren auslösen kann. Tiere sollten keinesfalls alleine gelassen werden.

Das Zünden vieler gängiger Pyrotechnik-Gegenstände ist im Ortsgebiet ausdrücklich verboten. Absolute Verbote gibt es auch in der Nähe von Tankstellen, Kirchen, Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen. Erhebliche Probleme durch Böller gab es in den vergangenen Jahren auch beim Wiener Tierschutzverein in Vösendorf an der Grenze zu Wien. "Wer einmal gesehen hat, wie sehr unsere Hunde unter dem Knallterror leiden, aus Panik jämmerlich jaulen, unruhig in ihren Zwingern umherirren oder vor Angst urinieren, der überlegt es sich mit Sicherheit, ob er die Raketen an Silvester vielleicht doch nicht zündet. Dieser Anblick ist Jahr für Jahr aufs Neue erschütternd", meinte WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic. Die Polizei kündigte an, dass es rund um das Tierschutzhaus vermehrte Streifen geben wird.

"Das Beste, was man für seine Tiere tun kann, ist, bei ihnen zu Hause zu bleiben oder mit ihnen in eine ruhige Gegend außerhalb der Stadt zu fahren", sagte Martina Pluda, Kampagnenleiterin bei "Vier Pfoten". Eine Rückzugsmöglichkeit innerhalb der vier Wände ist dabei wichtig. Verdunkelte Fenster können ebenso helfen. Hunde sollen rund um Silvester an der Leine gelassen werden, dass sie nicht in Panik weglaufen. Am Silvestertag sollte möglichst schon am Nachmittag Gassi gegangen werden. Freigängerkatzen sollten im Haus behalten werden. Auch Kleintiere werden am besten in einem ruhigen Raum bei geschlossenen und abgedunkelten Fenstern und Türen untergebracht, damit sie möglichst wenig beunruhigt werden, riet das Konsumentenschutzministerium.

Auch für Wildtiere bedeuten Feuerwerke enormen Stress. Sie reagieren auf die für sie ungewohnten Störungen mit panikartiger Flucht. Diese Stresssituation kostet die Tiere viel Energie. Besonders im Winter, wenn das Nahrungsangebot niedrig und eventuell durch Eis und Schnee verschärft wird, kann das schnell zum Tod durch Erschöpfung führen. Außerdem kann es passieren, dass Tiere in Panik auf Straßen laufen und Unfälle verursachen, warnte "Vier Pfoten". "Wer nicht nur seinen eigenen Tieren, sondern auch Wildtieren eine möglichst stressfreie Silvesternacht ermöglichen möchte, verzichtet selbst auf Feuerwerk und Raketen", riet Pluda.

Kommentare (13)
Kommentieren
Ivo40
0
8
Lesenswert?

Wenn schon ... dann ...

Leider werden unsere Lieblinge der Knallerei nicht ganz auskommen - eine Rakete reicht für einige Stunden Angst. Ich habe meinen Hunden (habe leider keine mehr) beginnend mit 30. Dezember Tropfen mit Baldrian gegeben - alle paar Stunden. Auch wenn Sie nicht hundertprozentig angstfrei waren, so doch um einiges ruhiger, als ohne.

lieschenmueller
3
2
Lesenswert?

@Ivo40

Ich bin der wandelnde Widerspruch und tue jetzt etwas, was ich im umgekehrten Fall hasse, nämlich diese wohlwollenden Ratschläge*: Aber bestünde nicht die klitzekleine Möglichkeit, dass Ihr Hund ruhiger war, weil Sie ruhiger waren, eben wegen der Baldriangabe an ihn und im Glauben um dessen Wirkung?

*Es gibt sehr viele Tiere, die sich fürchten. Die im Freien sowieso. Aber es gibt auch ständig beobachtende Tierbesitzer, die Nervosität, falls überhaupt vorhanden, noch steigern

bluebellwoods
2
29
Lesenswert?

Das Problem ist nicht

die Knallerei in einem stark begrenzten Zeitraum rund um Mitternacht des 31.12. auf 1.1.. Würde es sich nur um eine Stunde handeln, kann man Haustiere schon einigermaßen beruhigen (bei Wildtieren ist es natürlich ganz was Anderes, Vögel flattern verzweifelt auf, Waldtiere wissen nicht wo sie sich verstecken sollen und zB Milchkühe werden in ihrem Rhythmus gestört). Das Problem verursachen eher jene, die bereits Tage davor starten und auch nach Silvester noch weiterballern weil sie sich ach so toll finden. Derartige Dummheit gehört stärker bestraft.

bond007
19
5
Lesenswert?

Tradition

Ich finde, dass einmal im Jahr die Tradition des Silvester Feuerwerks eingehalten werden sollte. Und einmal im Jahr hällt es ein Tier in einem ruhigen Raum schon aus. Natürlich nicht in unmittelbarer Nähe. Aber bitte richtet euren Apell an Tierbesitzer die selber schießen und sogar mit den Tieren in dieser Nacht zu Veranstaltungen gehen wo geschossen wird.

Planck
3
21
Lesenswert?

Ja klar, die Traditionen ...

Gestern in meinem Radio: Eine Debatte über die Fuchsjagd.
Eine Gegnerin sagte, es sei Tierquälerei, mit 20 Reitern und 40 Hunden einen Fuchs stundenlang zu hetzen und anschließend womöglich in Stücke reißen zu lassen ("Pack of hounds filmed decapitating fox in legal hunt"). Wenn man den Bestand schon regulieren müsse (was so nebenbei von Experten bezweifelt wird, weil die Füchse im Gegenteil die Hasenpopulation regulieren), dann könne man dem Tier doch einfach in den Kopf schießen.
Der Chef dieser seltsamen Boxing Day hunts sagte, es sei "halt Tradition".
Ich will Ihnen damit sagen, im Namen der Tradition kann man so ziemlich jeden Unfug rechtfertigen.

compositore
7
6
Lesenswert?

@plank

Was hat eine Fuchsjagd mit Silvester zu tun - Thema verfehlt. Aber wenn bei meinem Nachbarn drei Hunderl das ganze Jahr im Garten nebenan keifen ... Und zu Silvester kauft er sich dann selber die Raketengroßpackung vom Diskonter ;-)

Planck
3
6
Lesenswert?

Ah, gombosidore, Tschäcka dafaktn *gg

Ich bin nicht erstaunt, dass Sie den Konnex nicht behirnen.
Hinweis: Mein letzter Satz.
Ihre Aufmerksamkeitsspanne reicht nicht weiter als zwei Sätze, richtig? *gg

Was Ihren Nachbarn betrifft haben Sie natürlich recht. Auch wenn es erfunden sein sollte, das Prinzip ist korrekt.

compositore
1
1
Lesenswert?

@plank

Na ja, von ihnen hab ich eh keine andere Antwort erwartet. Nicknamen ins lächerliche ziehen, andere Forenteilnehmer als Trottel bezeichnen und keine Meinung ausser der ihren gelten lassen, das ist ihr Niveau. Aber wie ich sehe, hat die KLZ ohnehin schon einige "Beiträge" von ihnen zu diesem Thema enfernt. *gg

Planck
1
1
Lesenswert?

Wissen S', gombosidore,

ich bin der Wald, Sie rufen hinein.
Sie werden jetzt wieder eine Weile brauchen, um zu verstehen, was ich meine *gg

compositore
1
1
Lesenswert?

@blank

Ich hab noch nie in einen Wald hineingerufen, wenn ich vermutete, dass sich drinn ein .... befindet, nicht einmal wenns blitz blank glänzt. Und denkens drann, was Sie mir vor einiger Zeit im Forum versprochen haben, oder hams das vergessen?

Planck
1
1
Lesenswert?

Bedauerlicherweise hatte ich das wirklich.
Doch der Fauxpas ist nun korrigiert, Sie stehen wieder auf der Schwarzen Liste.
Danke für die Erinnerung, mein kleiner gombosidorää *grchch

Planck
4
26
Lesenswert?

Man könnte ja

auf die verdeppte Knallerei verzichten, nicht weil es einem wer ans Herz legt oder im Extremfall verbietet, sondern einfach, weil es vernünftiger ist ... ^^

bianca50
7
23
Lesenswert?

Feuerwerk

Gratuliere der Stadt Wolfsberg zum Knallereiverbot. Ich hoffe dass sich unsere Frau Buergermeister dem sinnvollen Verbot anschließt.