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Für völlige AufklärungSoldat totgebissen: Staatsanwaltschaft vernimmt einen Tatverdächtigen

Opferanwalt äußert den Verdacht, dass "diverse Mitglieder" des Heeres "sowie das Bundesheer an sich die fahrlässige Tötung meines Mandanten zu verantworten haben". Staatsanwaltschaft führt Ermittlungen.

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Sujetbild © (c) APA/GEORG HOCHMUTH
 

Nach den tödlichen Hundebissen auf einen 31-jährigen Soldaten ermittelt die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt nun gegen einen Heeresbediensteten. "Ein im Betrieb der Kaserne Verantwortlicher" sei einvernommen worden, bestätigte Markus Bauer von der Anklagebehörde am Dienstag einen Online-Bericht der "Salzburger Nachrichten". Es gehe um den Verdacht der grob fahrlässigen Tötung.

Ob der Mann "ein Beschuldigter sein kann, werden die Ermittlungen zeigen", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter. Laut "SN" hat die Behörde "einen Vorgesetzten des Hundeführers im Visier".

Markus Bauer wies darauf hin, dass die Kriminalpolizei weiterhin an der Arbeit sei. Mit der Untersuchungskommission des Bundesheeres erfolge ein Austausch.

Vorwürfe durch Opferanwalt

Erich Gemeiner, der Rechtsanwalt der Familie des in Wiener Neustadt von Schäferhunden getöteten 31-jährigen Militärhundeführers hat indes am Dienstag scharfe Kritik am Bundesheer geübt. Unter Verweis auf die Aktenlage äußerte er in einer Aussendung den Verdacht, dass "diverse Mitglieder" des Heeres "sowie das Bundesheer an sich die fahrlässige Tötung meines Mandanten zu verantworten haben".

In seiner Kritik hielt der Jurist fest, dass man "manches, was nunmehr bekannt wurde", schlichtweg nicht mehr "schön reden" könne. Die bisherigen Ermittlungsergebnisse würden "eindeutig darauf hindeuten, dass der Unfall einem Totalversagen des Überwachungs-, Sicherheits- und Schutzsystems in der betroffenen Kaserne zu verdanken ist". Gemeiner kritisierte auch, dass mit "sogenannten Ergebnissen" der bundesheerinternen Untersuchungskommission keine wirklich neuen Fakten präsentiert würden. Es würden lediglich "wenige der in meiner Stellungnahme zuvor bereits enthaltenen Vorwürfe, Ungereimtheiten und Fragen kommentiert und verharmlost".

"Diese Art der Transparenz, nämlich ausschließlich zu reagieren anstelle von aktiv zu agieren, ist bedenklich", hielt der Opfer-Anwalt fest. Die Art des medialen Umgangs mit so einem tragischen Unfall, nämlich tatsächliche Fakten zu negieren und für jeden Vorwurf eine Ausrede zu finden, anstelle - aufgrund der bisherigen Aktenlage naheliegend - schlichtweg zuzugeben "Ja, leider, für diesen Unfall muss das Bundesheer die volle Verantwortung übernehmen, da ist einfach viel schiefgelaufen", gleiche einer Verhöhnung des Opfers und dessen Hinterbliebenen.

Er fordere das Heer erneut auf, die volle Verantwortung für das tragische Ableben des Opfers zu übernehmen. Von "weiteren (offenbar in Panik verfassten) Statements ... sei schon allein aus Menschlichkeit sowie aus Transparenz- und Pietätsgründen Abstand zu nehmen", schrieb Gemeiner weiter. Der Anwalt äußerte zudem die Hoffnung, dass von ihm bei der Staatsanwaltschaft beantragte Ermittlungsschritte "für weitere Aufklärung sorgen". Dazu zählen u.a. Sachverständigen-Gutachten und ein Lokalaugenschein.

Der Jurist unterstrich, dass in dem Fall "höhere Stellen ein fahrlässiges Verhalten zu verantworten" hätten. Es habe "das System an sich versagt".

Heer für "volle Aufklärung"

Das Heer und der Anwalt wollten das Gleiche, reagierte Oberst Bauer. "Wir wollen wissen, wie es zum Tod des Soldaten gekommen ist." Die Untersuchungen seien im Gange, "am Ende wird ein Gesamtergebnis auf dem Tisch liegen, wie es zu dem schrecklichen Unfall gekommen ist und welche Konsequenzen zu ziehen sind". Letztere werde es selbstverständlich geben, wenn festgestellt werde, dass eine Fehlleistung vorgelegen sei, so der Oberst.

Kommentare (25)

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critica
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Titel des Berichtes ist absolut nicht korrekt!

Vernimmt die Staatsanwaltschaft einen Hund oder wird ein Heeresangehöriger verdächtigt, einen Soldaten totgebissen zu haben?

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brosinor
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Rechtfertigungsblabla

Gleich nach dem Vorfall wurde mehrmals betont dass "die belgischen Schäferhunde grundsätzlich sehr freundliche Tiere seien".
Das Gegenteil ist der Fall.
Der Anwalt hat vollkommen Recht.

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catdogbeba
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Es

kommt auf die Ausbildung an, ob man einen freundlichen Familienhund oder einen einen Kämpfer bekommt. Wobei ich nicht verstehe, was hinter der Häufung von Hundeangriffen steckt.

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Leberknoedel
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Eine Freundin von mir

hat jetzt schon den zweiten Mali, ich kann nicht behaupten, dass der Hund aggressiv wäre. Sehr verspielt ist er und kräftig.

Ein mir nahestehender Hundeprofi hat folgende Theorie: Der 6 Monate alte Hund wollte spielen, ist an dem Mann hochgesprungen, dieser hat den jungen Hund mit einer Geste, die das ältere Tier als bedrohlich angesehen hat abgewehrt und daraufhin hat das ältere Tier attackiert. Als Beschützer des Jungen.

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Tina Schuster
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Die Theorie könnte stimmen

Ich kann mir aber auch vorstellen, dass der Hund eventuell von einer weiteren Person auf den Angriff aufgefordert wurde, der Augenblick war günstig und es gibt auch unter Soldaten Feinde und er hinterließ keine Spuren. Der Mörder ist immer der Hund.

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Leberknoedel
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Die weitere Person hätte dann

aber der Besitzer sein müssen. Das ist leicht zu überprüfen.

Und außerdem wenig wahrscheinlich.
Heer verbindet, Hunde auch, die Hundeführer beim Heer sind dann sozusagen Spezialkameraden unter den Kameraden - da müsste schon etwas extremes vorgefallen sein.
Und man sollte auch nicht die Bindung Hundeführer/Hund außer acht lassen, die ebenfalls sehr tief ist. Der "Täter" riskiert ja auch, dass der Hund eingeschläfert wird.

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Tina Schuster
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@Leberknödel

Die weitere Person hätte jede sein können, die mit den Hunden genauso viel oder so wenig zu tun hatte, wie der Getötete! Sicher ist etwas Extremes vorgefallen, aber die Hunde - noch dazu ein 6 Monate altes Hundebaby mit Milchzähnen - als Bestien hinzustellen, ist absolut verwerflich! Die einzige Bindung zwischen Hundeführer und misshandelten Hunden ist die Leine. Und sicher hatte der der Täter die Tötung des Hundes sehr wohl einkalkuliert!

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Leberknoedel
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Nein!

Wenn der Hund jedem gehorcht hätte, dann hätte der Getötete ihm auch ein "Aus" befehlen können. Diese Hunde gehorchen nur einem - ihrem Herrchen.
Ein Fremder, der hetzen will, hätte eher riskiert selbst angefallen zu werden.

Du scheinst auch sonst nicht viel Ahnung zu haben, denn auch deine weiteren Ergüsse sind Schmonsens und auf dem Niveau kann man nicht vernünftig diskutieren.

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Tina Schuster
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Na ja, wenn man emphatielos ist,

kann man sich alles richten, wie es einem selbst in den Kram passt.
Ich glaube an diesen Schmarren nicht.
Unter dem Titel:
„Tödliche Hundeattacke: Das sagt der beschuldigte Ausbilder
Die Staatsanwaltschaft überlegt ein DNA-Gutachten. Der Anwalt der Opferfamilie ortet ein "Totalversagen" des Heeres.
von Patrick Wammerl“ -
gibt es ein erschütterndes Foto, dass den Eindruck erweckt, dass die Hunde nie gefüttert wurden. Daher muss etwas anderes vorgefallen sein.
Es ist an der Zeit, dass sich die Tierschutzorganisationen einschalten und etwas gegen diesen tierquälerischen Verein unternimmt!
Und es müsste für die Verantwortlichen auch Haftstrafen geben, so wie es bei jedem anderen Hundebesitzer auch geschieht!

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Leberknoedel
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Nein!

Wenn der Hund jedem gehorcht hätte, dann hätte der Getötete ihm auch ein "Aus" befehlen können. Diese Hunde gehorchen nur einem - ihrem Herrchen.
Ein Fremder, der hetzen will, hätte eher riskiert selbst angefallen zu werden.

Du scheinst auch sonst nicht viel Ahnung zu haben, denn auch deine weiteren Ergüsse sind Schmonsens und auf dem Niveau kann man nicht vernünftig diskutieren.

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Tina Schuster
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Der schwachsinnige Verein gehört aufgelöst,

die Hunde abgenommen und ein lebenslanges Hundehalteverbot verhängt, damit diese unerträglichen Tierquälereien ein Ende haben!

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eleasar
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Tina Schuster: In Friedenszeiten ist es leicht, über das Bundesheer zu schimpfen.

Sobald es ernsthafte Krisen gibt, werden Sie nach dem Bundesheer rufen. Die Aufgaben und Herausforderungen werden mehr: Klimawandel und als Folge Naturkatastrophen und illegale Migration, Terrorbedrohung, Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur, eine schwache europäische Sicherheitspolitik, die nicht mal von der Türkei ernst genommen wird... Und dank militärischen Hunden wurde der Anführer und Oberterrorist vom IS gestellt.
Ich bin dankbar für unser Bundesheer und die Männer und Frauen dort und ich hoffe, die Politik wird endlich ihre Zusagen einhalten und es nicht weiter totsparen!

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Tina Schuster
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Ein IS-Mann wurde von einem Hund gestellt und darüber sind Sie froh?

Und bei uns wurde ein Soldat getötet, sind Sie auch darüber froh?
Es ist eine Schande, dass Tiere für so einen Schwachsinn seit 60 Jahren gequält werden!
All diese von Ihnen aufgezählten Horrorszenarien sollen Hunde lösen?
Geht‘s noch?
Menschen, die an Wahnvorstellungen leiden ist das Eine - aber Tiere für diese abartigen Spielchen lebenslang Qualen auszusetzen, ist unermessliche Tierquälerei und muss beendet werden.

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scionescio
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@eleasar: Klimawandel und als Folge Naturkatastrophen und illegale Migration, Terrorbedrohung, Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur

Und wofür davon brauche ich ein Bundesheer?
Was helfen mir Panzer, Geschütze, Jagdflugzeuge und das ganze andere sauteure Spielzeug bei Naturkatastrophen, Terrorangriffen und Cyberangriffen???
Bei einer echten militärischen Bedrohung wiederum: bei unserer eklatanten militärischen Unterlegenheit und den schlecht ausgebildeten/ausgerüsteten Soldaten ist das ein sinnloses Abschlachten zigtausender junger Männer/Frauen - wozu???

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eleasar
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scionescio: Wofür ich ein Bundesheer brauche?

Sie können sich ja bei der nächsten großen Flüchtlingswelle an die Grenze stellen und versuchen, alleine die Grenze zu schützen bzw eine geordnete Einreise zu ermöglichen. Sie werden dafür nur ziemlich lange Arme brauchen, die Grenze ist ziemlich breit...
Und beim nächsten Blackout sorgen Sie dafür, dass sich die Bevölkerung sicher bewegen kann und bei der nächsten Lawinenkatastrophe schaufeln Sie alleine Tonnen von Schnee weg. Wenn Sie das alles gut hinbekommen, können wir weiter diskutieren...

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scionescio
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@eleasar: Sie haben meine Frage nach der Notwendigkeit von Kampfflugzeugen, Geschützen, Panzern, etc ... nicht beantworten können!

Soweit ich weiß, wurde eine eigene Grenzschutztruppe namens "PUMA" etabliert, weil das Bundesheer bei der Flüchtlingswelle völlig überfordert war!
So nebenbei: wollen sie Flüchtlinge bombardieren, mit Panzern überfahren oder mit Kanonen erschießen?
Bei einem Blackout brauche ich einen technischen Hilfsdienst, der entsprechend geschult ist und über entsprechende Gerätschaften verfügt, damit das Blackout bald beseitigt ist - für den Schutz sorgt nach meinem Wissenstand die Polizei - oder glauben sie, dass Grundwehrdiener Personen festnehmen dürfen?
Bei der Lawinenkatastrophe, Überschwemmungen, Sturmschäden, etc. verweise ich wieder auf den technischen Hilfsdienst - das BUndesheer ist primär anders ausgerichtet und entsprechend für diese Situationen nicht optimal ausgebildet/ausgerüstet und damit viel zu teuer. Nach ihrer naiven Argumentation könnten wir auch die Polizei, Feuerwehr, die Rettung, den Pannendienst, etc. abschaffen ... könnte ja auch alles das Bundesheer übernehmen - oder besser doch nicht?

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georgXV
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Lieber eleasar,

zur Sicherung unserer Grenzen und für den Katastrophenschutz braucht man KEINE Soldaten und schon gar KEINE schlecht ausgebildeten und mit Ausrüstung aus dem letzten Jahrhundert.
Grenz- und Katastrophenschutz kann man auch anders organisieren (z.B. Zoll und Feuerwehr), wenn man will.
Im Falle eines Angriffs aus dem Ausland wird unsere Zwergenarmee zur Zeit in wenigen Stunden überrannt.

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Tina Schuster
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Georg XV

Würde Ihnen gerne 100 Daumen „oben“ geben!

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Tina Schuster
13
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@scionescio

...bleibt die Frage offen, was hat bei den schlecht ausgebildeten Soldaten Hunde verloren? Diese sollen sich im Falle eines Angriffes hinstellen und von einer Kugel zerfetzen lassen?
Wann bekommen diese alten Generäle endlich mit, dass das BH in dieser Form längst tot ist?

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eleasar
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Tina Schuster: Ja, ich bin froh darüber, das der Anführer vom IS

von einem Hund gestellt wurde und er nicht mehr das Leben von tausenden Unschuldigen tyrannisieren und sein mörderisches Gedankengut verbreiten kann! Sie scheinbar nicht. Ihren Postings entnehme ich, dass Ihnen Hunde wichtiger sind als Menschen. Auf dieser Grundlage kann ich leider keine ernsthafte Diskussion mit Ihnen führen. Und wer sagt, dass es den Hunden beim BH schlecht geht? Wir sollten beide der Kaserne einen Besuch abstatten und uns ein Bild von der Lage machen. Realität ist oft heilsam gegen zu düstere Vorstellungen.

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Tina Schuster
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Mir sind Hunde überaus wichtig

beim Bundesheer haben sie definitiv nichts verloren und eine Schande, dass ein Hund diesen Feiglingen als Kanonenfutter dienen müssen!

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scionescio
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Typisch Bundesheer halt ...

... das Muster kennt man ja schon vom Unfall auf der Donau: zwei junge Frauen im Koma, weil der verantworliche Bootsführer schlecht ausgebildet war und aus Imponiergehabe sinnlos die Heckwelle kreuzen wollte und dann fast 40min nicht bemerkt hat, dass von 8 Mann Besatzung 2 Frauen noch unter dem Boot eingeschlossen waren - ganz nebenbei noch ein völliges Versagen der Rettungskette!
Was ist rausgekommen: der Bundesheersprecher hat von Helden gesprochen und die eigene Kommission hat bestätigt, dass alles völlig in Ordnung war ... und die zwei Frauen sind immer noch im Koma!

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georgXV
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unsere Zwergenarmee leistet sich 160 (mehr oder weniger) Generäle und Brigadiere !!!

so ist es eben, wenn diese zahlreichen Parteisoldaten in erster Linie die Tage bis zu ihrer Pensionierung zählen, als sich mit wichtigen Sachthemen und Problemlösungen zu beschäftigen.
Ausnahmen bestätigen das Gesagte.

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eleasar
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Die hohe Anzahl der Generäle ist der Politik anzulasten.

Jeder Minister setzt Generäle seiner Farbe ein. Dafür kann das Bundesheer nichts.

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georgXV
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genauso ist es !!!

und deshalb gehört dieser Schwachsinn mit den Parteisoldaten, Parteibüchern und dem damit verbundenen Postenschacher SOFORT abgeschafft !

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