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Toter MilitärhundeführerÄlterer Hund schnappte schon einmal zu, Jüngerer leidet an "Bisshemmung"

Untersuchungskommission des Bundesheeres legte am Montag einen ersten Zwischenbericht vor.

NIEDEROeSTERREICH: MILITAeRDIENSTHUNDE TOeTEN HUNDEFUeHRER IN FLUGFELD-KASERNE IN WIENER NEUSTADT
© APA/ROBERT JAEGER
 

Einer der beiden Schäferhunde, die in der Flugfeld-Kaserne in Wiener Neustadt einen 31-jährigen Militärhundeführer getötet haben, hat bereits im Februar nach einem Ausbildner geschnappt. Dies geht aus einem Zwischenbericht hervor, den die Untersuchungskommission des Bundesheeres am Montag vorgelegt hat. Der jüngere involvierte Hund dürfte indes nicht zugebissen haben - er leidet an Bisshemmung.

In der Ausbildung komme es "oft vor", dass ein Hund zubeiße, letztlich entscheide dann der Hundeführer, was zu passieren habe. In diesem Fall habe es "keine Konsequenzen gegeben", sagte Oberst Michael Bauer vom Verteidigungsministerium am Montag auf Anfrage. Beim entsprechenden Ereignis im Februar habe der ältere Schäferhund nach einem Feinddarsteller geschnappt, wobei dieser nicht verletzt wurde. Außerdem ließ sich der Malinois ohne Gegenwehr in den Zwinger zurückbringen, was als Indiz für keine erhöhte Gefährlichkeit gewertet wurde. Der Zugriffshund hatte bereits vier Ausbildungsmodule absolviert und wäre nach Abschluss der Prüfung im Frühjahr für eine Spezialausbildung vorgesehen gewesen.

Jüngerer Hund "untauglich"

Dass der jüngere der beiden Schäferhunde zugebissen habe, gelte als "sehr unwahrscheinlich", teilte Bauer weiter mit. Es sei davon auszugehen, dass er "nicht zugebissen" habe. Außerdem war das Tier wegen seiner Bisshemmung für keine weiteren Qualifizierungsmaßnahmen vorgesehen.

Der für die beiden Malinois zuständige Hundeführer war am Abend des 13. November nicht anwesend, er befand sich auf einer Übung. Gegen ihn war wegen des Verstoßes gegen die Bestimmungen zum Einbringen von Hunden in Kasernen ein Disziplinarverfahren eingeleitet und bereits abgeschlossen worden. Ob und welche Konsequenzen es dabei für den Soldaten gegeben hat, konnte Bauer aus "rechtlichen Gründen" nicht sagen.

Der getötete Oberwachtmeister aus dem Bezirk Mödling war am 13. November gegen 16.00 Uhr zur Zwingeranlage aufgebrochen, um die fünf Hunde zu betreuen. In der Nacht auf den 14. November bemerkte dann der diensthabende Offizier zwei freilaufende Zugriffshunde. Dieser weckte einen Hundeführer auf, der die Tiere wieder einsperrte und den toten Kollegen kurz vor 2.00 Uhr mit massiven Bisswunden vor dem Zwinger fand.

Unglücksort völlig abgelegen

Die Kommission hat auch untersucht, warum der tote Soldat vermutlich erst Stunden nach dem Vorfall gefunden wurde. Die Hundezwingeranlage war ursprünglich in der Wiener Neustädter Maximilian-Kaserne innerhalb von bewohntem Gebiet. Aufgrund von Lärmbeschwerden von Anrainern wurde die Zwingeranlage im Frühjahr 2019 in die Flugfeld-Kaserne verlegt. Diese befindet sich am wenig bewohnten Stadtrand von Wiener Neustadt. Die Zwinger sind darüber hinaus hinter einem Erdwall am äußersten Rand der Kaserne. Rund um die eigentliche Zwingeranlage befindet sich ein weiterer, eingezäunter Bereich: der Auslauf. Für den Offizier vom Tag ist dieser Bereich nicht einsehbar. Nach Zeugenaussagen wäre der Tote auch bei Tag nur schwer zu finden gewesen.

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