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Zeichen gegen Gewalt an FrauenDarum leuchten ab heute Gebäude in Orange

Von heute, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, an bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember wird weltweit ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt. In Österreich beteiligen sich heuer rund 130 Gebäude, darunter erstmals auch 60 Krankenhäuser.

Das Parlament in Wien in Orange © APA/HANS PUNZ
 

Von häuslicher Gewalt sind überwiegend Frauen betroffen. In den vergangenen fünf Jahren waren 242.000 Frauen in Österreich mit Gewalt in privaten Räumen konfrontiert, das ist das Ergebnis einer Grundrechtebefragung 2019, die die Statistik Austria als nationalen Teil einer EU-weiten Studie durchgeführt und nun als Sonderkapitel im Rahmen der Studie "Wie geht's Österreich?" veröffentlicht hat.

  • Jede fünfte Frau – also 20 Prozent der Frauen – ist ab ihrem 15. Lebensjahr körperlicher und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt
  • Jede 3. Frau musste seit ihrem 15. Lebensjahr eine Form von sexueller Belästigung erfahren.
  • Jede 7. Frau ist ab ihrem 15. Lebensjahr von Stalking betroffen.

2018 41 Frauenmorde in Österreich

Die Zahl der Frauenmorde in Österreich stieg in den vergangenen fünf Jahren. 2014 gab es 19 Morde, 2015 lag die Zahl bei 17. Danach stieg sie 2016 auf 28, 2017 auf 36 und 2018 auf 41 Frauenmorde. Beim überwiegenden Teil der Frauenmorde bestand ein Beziehungs- oder familiäres Verhältnis (z.B. Partner oder Ex-Partner) zwischen Täter und Opfer. Insgesamt gab es 2018 55 Mordfälle sowie 76 Täter, davon waren 41 Inländer, 35 Täter kamen aus dem Ausland. 

Interessant ist auch, dass diese Form von Gewalt in allen Einkommensschichten annähernd stark verbreitet ist. Bestätigt wird von der Befragung, dass Gewalt überwiegend von Männern ausgeht.

Im Unterschied zu den männlichen Gewaltopfern wirkt sich Gewalt bei Frauen häufiger auf die seelische Gesundheit aus. 90.000 Frauen gaben an, als Folge einer Gewalterfahrung an Depressionen zu leiden. Knapp 30 Prozent der betroffenen Frauen haben Angstzustände.

Kampagne gegen Gewalt

„16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ ist eine internationale Kampagne, die jedes Jahr von 25. November bis 10. Dezember stattfindet. Seit 2008 ist „Orange the world“ Teil der „UNiTE to End Violence against Women“-Kampagne des Generalsekretärs der Vereinten Nationen. Auf der ganzen Welt nützen Fraueninitiativen den Zeitraum vom Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November) bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte (10. Dezember), um auf das Recht auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam zu machen. Österreich nimmt seit 1992 an der Kampagne teil.

Anlaufstellen für Betroffene

Bei der österreichweiten Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 / 222 555 finden Betroffene und ihr Umfeld an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr, anonym, kostenlos und mehrsprachig Hilfe und Unterstützung. Die Frauenhelpline vermittelt zu Beratungsstellen und Frauenhäusern in ganz http://www.frauenhelpline.at

Orange the World

Weltweit erstrahlen ab dem heutigen Montag Gebäude in oranger Farbe und setzen somit ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen. In Österreich beteiligen sich 2019 rund 130 Gebäude, darunter erstmals auch 60 Krankenhäuser.

In Österreich wird die Kampagne von UN Women Austria, Soroptimist International Austria, dem Ban Ki-moon Centre und HeForShe Graz zum dritten Mal umgesetzt. Parallel dazu finden zahlreiche Veranstaltungen zum Thema statt. Der Fokus liegt heuer bei Opferschutzgruppen, die in den Krankenhäusern eingerichtet sind - so unterstützen hierzulande auch 65 Krankenhäuser die Kampagne.

Seit 1981 erinnern weltweit Fraueninitiativen und Menschenrechtsorganisationen wie Terre des Femmes jedes Jahr an das nach wie vor erschreckende Ausmaß der geschlechtsspezifischen Gewalt gegen Frauen und Mädchen und an deren Recht auf ein gewaltfreies Leben. Seit 1992 finden auch in Österreich Aktionen und Veranstaltungen statt. Hintergrund des Aktionstages am 25. November ist die brutale Ermordung der drei Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal an diesem Tag im Jahr 1960 nach monatelanger Verfolgung und Folter durch den dominikanischen Geheimdienst.

Im Folgenden eine Auswahl an weiteren Aktionen in Österreich:

 - Das Frauenservice Graz startet gemeinsam mit dem Netzwerk der
steirischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen landesweit am 27.11.
eine Kampagne zur Gewaltprävention unter dem Titel „ES passiert,
bevor ES passiert“, um Mädchen und Frauen und ihr soziales Umfeld auf
mögliche „Vorzeichen“ von Gewalteskalation aufmerksam zu machen.

-  In Linz veranstaltet das Frauenbüro eine Kampagne, für die
Sprechblasen, in denen Anti-Gewalt-Statements wie „Null Toleranz bei
Gewalt gegen Frauen“ oder „Gewalt ist ein Zeichen von Schwäche“ oder
„Echte Männer schlagen nicht“ an Firmen und Unternehmen verschickt
wurden, die ab 25.11. sichtbar in Schaufenstern und im öffentlichen
Raum affichiert werden.

- In Salzburg erstrahlt das Schloss Mirabell von 27.11. bis 2.12.
in Orange. Mit Filmabenden, Deeskalationsworkshops und einer
Sicherheitskampagne begleitet das Frauenbüro der Stadt Salzburg die
„16 Tage gegen Gewalt an Frauen 2019“. Mehr unter:

- In der Villach werden zahlreiche Gebäude orangefarben
erleuchtet, darunter einige Kirchen und das Verwaltungsgebäude des
LKH Villach, in Kooperation mit dem Krankenhaus findet auch ein
Fachtag gegen Gewalt an Frauen statt, der sich vor allem an
medizinisches Personal richtet. Vizebürgermeisterin Gerda Sandriesser
wird weitere Maßnahmen der Stadtverwaltung präsentieren.

- In Wels werden schon am 22. November die Fahnen für ein
gewaltfreies leben gehisst. Am 4. Dezember, 19 Uhr findet ein
Filmabend in Kooperation mit der Arbeiterkammer statt. Gezeigt wird
der Film „Suffragette – Taten statt Worte“. Während des
Aktionszeitraumes werden in Amtsgebäuden und anderen öffentlichen
Gebäuden Sujets von Männern gezeigt, die sich mit ihrem Statement
gezielt gegen Gewalt an Frauen aussprechen.

- In Wiener Neustadt thematisiert das Frauenreferat auf das Thema
Körperbildstörungen hin und veranstaltet am 29. November im Skyline
Wiener Neustadt eine Filmvorführung mit anschließender Diskussion.
* In Wien wird am 25. November um 10 Uhr von Frauenstadträtin
Kathrin Gaal und Polizeipräsident Gerhard Pürstl, GemeinderätInnen
und weiteren VertreterInnen die „Terre des femmes“-Fahne und die
„White Ribbon“-Fahne am Wiener Rathaus gehisst – als Zeichen gegen
Gewalt an Frauen.

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