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Alternative Bestattung populärerDas wünschen sich die Wiener für ihre letzte Ruhe

Insbesondere Jüngere, Angehörige höherer Bildungsschichten, sowie Konfessionslose und auch Protestanten könnten Konzepten wie Wald- oder Baumbestattung etwas abgewinnen.

Der Wiener Zentralfriedhof © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Laut einer aktuellen Studie im Auftrag der Friedhöfe Wien können sich bereits 66 Prozent der Befragten eine alternative Bestattungsvariante vorstellen. 2015 waren es nur 38 Prozent. Die Umfrage mit einer repräsentativen Stichprobe von 800 Wienern und Wienerinnen über 30 Jahren hat das Institut des Meinungsforschers Peter Hajek durchgeführt.

"Der Wunsch nach einer alternativen Bestattungsform ist Ausdruck der sich zunehmend individualisierenden Gesellschaft" erklärte Markus Pinter, Geschäftsführer der Wiener Bestattung und Friedhöfe im Zuge einer Pressekonferenz am Donnerstag. Insbesondere Jüngere, Angehörige höherer Bildungsschichten, sowie Konfessionslose und auch Protestanten könnten Konzepten wie Wald- oder Baumbestattung etwas abgewinnen.

Pragmatische Gründe

"Die Menschen stellen sich unterschiedliche Dinge vor, wenn sie sagen, sie wollen eine Naturbestattung haben", so Renate Niklas, Geschäftsführerin der Friedhöfe Wien. Das Angebot werde deswegen laufend erweitert, damit "für jeden Geschmack etwas dabei" ist. So können sich die Kunden zum Beispiel beim "Familien- und Freundschaftsbaum" ihren Baum nicht nur selbst aussuchen, sie können ihn sogar zu Lebzeiten selbst pflanzen. Weitere Gründe sind oftmals pragmatisch: Etwa drei Viertel nennen die niedrigeren Kosten, 86 Prozent sehen als Vorteil, dass der Aufwand der Grabpflege entfällt.

Eine Mehrheit der Befragten will indes weiterhin alleine oder zusammen mit Familienangehörigen beigesetzt werden. Ein Gemeinschaftsgrab mit Fremden ist nur für 24 Prozent denkbar. Dabei, so Hajek, sei auffällig, dass bei dieser Gruppe der Anteil der Muslime signifikant höher sei.

Generell zeigt sich in der Studie laut Hajek eine hohe Zufriedenheit mit den Wiener Friedhöfen. Das Online-Angebot, insbesondere zu Verwaltungsangelegenheiten, werde sehr gut aufgenommen. Geschätzt werden die Friedhöfe aber auch als kulturelles Erbe, Grünflächen, und als Lebensraum für Tiere. Dass sie auch ein Erholungsort sein können, ist ein zumindest derzeit noch weniger populärer Gedanke.

Um dem gegenzusteuern, bieten die Wiener Friedhöfe zunehmend Freizeitaktivitäten an. Unter anderem Nachtführungen, Open-Air Konzerte, Lesungen, Ferienspiel und ein Tiererlebnispfad sollen "eine gute Gelegenheit, den Friedhof auch abseits eines traurigen Anlasses zu besuchen" bieten, so Pinter. Um den Besuch der Friedhöfe zu erleichtern, gibt es zunehmend digitale Services wie einen Audio-Guide als Smartphone-App und eine Navigationsgerät mit Grabsuche. Am Zentralfriedhof können sich Besucher zudem E-Bikes ausborgen.

Die 46 Wiener Friedhöfe haben insgesamt etwa 400 Mitarbeiter und 550.000 Grabstellen. Für die Studie wurden 800 Wiener und Wienerinnen ab 30 Jahren befragt, je 400 telefonisch und online.

 

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