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Monatsbilanz der ZAMGDas war der wärmste, sonnigste und trockenste Juni der Messgeschichte

Hitzetage und Tropennächte: In der vorläufigen Monatsbilanz der ZAMG liegt der Juni 2019 in allen Bereichen an der Spitze der extremsten Juni-Monate.

Die Wetterbilanz zeigt: Das war ein Juni der Rekorde
Die Wetterbilanz zeigt: Das war ein Juni der Rekorde © (c) Jenny Sturm - stock.adobe.com
 

Auf einen nassen Mai, der auch der kühlste Mai seit 28 Jahren war, folgte ein außergewöhnlich hochsommerlicher Juni. „Der Juni 2019 war in jeglicher Hinsicht extrem. Fast der gesamte Monat war von Wetterlagen mit Süd- oder Südwestströmung geprägt, die sehr warme und zeitweise auch subtropische Luft aus der Sahara nach Europa brachten", sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). „Wir haben in Österreich den wärmsten, sonnigsten und trockensten Juni der Messgeschichte erlebt.

Das Monatsmittel - also der Mittelwert aller Tages- und Nachttemperaturen im gesamten Monat in Österreich - liegt in diesem Juni um 4,7 Grad Celsius über einem durchschnittlichen Juni. Das ist deutlich über dem bisherigen wärmsten Juni der Messgeschichte, dem Juni 2003. Er lag 4,1 Grad Celsius über dem Durchschnitt."

Die Auswertungen

Die Auswertungen beziehen sich auf den HISTALP-Tiefland-Datensatz der ZAMG, der mit dem Jahr 1767 startet und eine der weltweit längsten und hochwertigsten Datenreihen ist.

Mehr Sonnenschein

Auch bei den Sonnenstunden wurde der Juni-Rekord aus dem Jahr 2003 deutlich übertroffen. „Österreichweit gesehen zeigte sich die Sonne im Juni 2019 um 45 Prozent länger als in einem durchschnittlichen Juni. Im Juni 2003 lag die Zahl der Sonnenstunden um 33 Prozent über dem Durchschnitt", sagt ZAMG-Klimatologe Orlik.

Die Wetterstation mit der längsten Sonnenscheindauer wird in diesem Juni aller Voraussicht Schwechat (N) mit rund 360 Sonnenstunden sein. Das entspricht hier rund 80 Prozent der im Juni maximal möglichen Sonnenscheindauer.

Stellenweise weniger Regen

Auch hinsichtlich der Trockenheit liegt der Juni 2019 im Rekordbereich. In der vorläufigen österreichweiten Auswertung gab es um 57 Prozent weniger Regen als in einem durchschnittlichen Juni. Das ist etwas trockener als in den bisherigen Rekord-Juni-Monaten im Jahr 1887 und 1976 (56 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel).

In einigen Regionen gab es im Juni 2019 sogar nur etwa zehn Prozent der durchschnittlichen Juni-Regenmenge. Zum Beispiel regnete es in Gröbming (ST) im gesamten Monat nur elf Millimeter. In einem durchschnittlichen Juni sind es hier 130 Millimeter. In Wien-Mariabrunn brachte der Juni 2019 nur neun Millimeter Regen, in einem durchschnittlichen Juni sind es hier 76 Millimeter. In Weissensee (K) gab es im Juni 2019 nur 15 Millimeter Regen, im Mittel sind es hier 123 Millimeter.

Hitzetage und Tropennächte

Einen österreichweiten Juni-Rekord gab es für die Zahl an Tropennächten (Tiefstwert nicht unter 20 °C). An der ZAMG-Wetterstation Wien Innere Stadt wurden dreizehn Tropennächte registriert. Der alte Rekord von zwölf Tropennächten in einem Juni war im Jahr 2003, ebenfalls an der Messstation Wien Innere Stadt.

Auch der österreichweite Rekord an Hitzetagen (mindestens 30 °C) in einem Juni wird mit großer Wahrscheinlichkeit übertroffen. Er liegt bei 15 Hitzetagen im Juni 2003 in Haiming (T) und Leibnitz (ST). Vor allem an den Wetterstationen Langenlebarn (N), Wien Innere Stadt und Innsbruck-Universität könnte dieser Rekord bis zum Monatsende noch überboten werden.

Regionale Hitze-Rekorde

Am Ende des Monats brachte der Juni 2019 eine Vielzahl an regionalen Rekorden. So wurden an 147 von 269 Wetterstationen neue Juni-Hitze-Rekorde erzielt und an 27 Wetterstationen sogar neue Allzeit-Rekorde. Darunter waren einige Orte mit sehr langen Messreihen, auch Bergstationen. So wurden am 26.6.2019 in Salzburg auf der Schmittenhöhe, in 1.956 Meter Seehöhe, 25,0 °C gemessen. Der alte Hitze-Rekord war auf der Schmittenhöhe 24,6 °C, am 30. August 1952. Gemessen wird das tägliche Temperaturmaximum auf der Schmittenhöhe seit 1933.

Der neue Bundesland-Rekorde

Außerdem verzeichneten Kärnten, die Steiermark und Tirol neue Hitze-Rekorde für einen Juni. In Kärnten wurde der neue Bundesland-Rekord am 28.6.2019 in Hermagor mit 38,1 °C erzielt. Der bisherige Hitze-Rekord in Kärnten in einem Juni war 36,8 °C, gemessen am 28. Juni 1935 in Villach. In der Steiermark erreichte die ZAMG-Wetterstation Graz-Universität am 28.6.2019 einen neuen Bundesland-Rekord mit 37,2 °C. Der alte Juni-Rekord der Steiermark lag bei 36,8 °C, gemessen am 23. Juni 2002 in Leibnitz. In Tirol wurde mit 37,5 °C ein neuer Bundesland-Rekord erreicht, gemessen am 26.6.2019 in Imst und am 27.6.2019 in Innsbruck-Universität. Der alte Juni-Rekord lag in Tirol bei 36,6 °C, gemessen am 30. Juni 2012 in Imst.

Die Wetterstationen

Die vorläufige Klimabilanz zum Monatsende basiert auf der ersten Auswertung der rund 270 Wetterstationen der ZAMG sowie auf der räumlichen Klimaanalyse an 84.000 Datenpunkten in Österreich mittels SPARTACUS.

Die Daten der Wetterstationen reichen zum Teil bis ins 18. Jahrhundert zurück. Die SPARTACUS-Daten sind flächendeckend bis ins Jahr 1961 verfügbar.

Kommentare (1)

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brosinor
4
11
Lesenswert?

Ja danke

...das wissen wir jetzt!
Ihr könnt jetzt bald mal aufhören euch an den Hitzerekorden aufzugeilen!

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