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ProzessPolizist soll auf seine Frau geschossen haben

Der Schuss verfehlte die Frau nur knapp. Verteidiger: "Er wollte zeigen, was er sich traut."

Der Angeklagte
Der Angeklagte © APA/CHRISTOPHER ECKL
 

Ein 54-Jähriger ist am Freitag unter anderem wegen versuchten Mordes und Körperverletzung vor dem Landesgericht Korneuburg gestanden. Dem nunmehr vom Dienst suspendierten Polizisten wurde vorgeworfen, im Bezirk Gänserndorf mit einer Pistole auf seine Frau geschossen zu haben. Der Beschuldigte bestritt den Mordvorsatz, die Staatsanwaltschaft beantragte zusätzlich die Einweisung in eine Anstalt.

Der Anklage zufolge zog der 54-Jährige in der Nacht auf den 21. Dezember 2018 am Beifahrersitz seines Pkw eine Faustfeuerwaffe der Marke Smith & Wesson, Kaliber .357 Magnum, und richtete diese auf seine Partnerin, die sich - am Heimweg von einem Lokal - am Steuer des Wagens befand. Die Pistole soll der Beschuldigte davor in einem Plastiksack im Fußraum des Autos aufbewahrt haben.

Schuss verfehlte Frau nur knapp

Während er sagte "Schau, was ich da habe", soll der Mann einen Schuss abgefeuert haben. Dieser verfehlte seine Ehefrau laut Anklage nur, weil diese instinktiv ihren Kopf und ihren Körper zurückbewegte und in den Fahrersitz presste. Die Partnerin des Beschuldigten erlitt ein Knalltrauma mit Tinnitus im rechten Ohr. Der 54-Jährige stieg sofort nach der Schussabgabe aus dem Auto, mit dem das Opfer anschließend wegfuhr. Die Frau hatte laut Anklage zum Tatzeitpunkt rund 1,7 Promille Alkohol im Blut, der Verdächtige kam auf zwei Promille.

Der Schussabgabe im Pkw war eine jahrelange Vorgeschichte vorausgegangen. Der Polizist soll seine Frau regelmäßig mit dem Umbringen bedroht haben. Um dies zu bekräftigen, soll er dabei wiederholt seine Dienstwaffe demonstrativ auf den Tisch gelegt haben. Insgesamt 20 Mal soll der 54-Jährige beim Autofahren mit seiner Partnerin als Insassin das Lenkrad verrissen und vorgegeben haben, gegen einen Baum zu fahren. Auch vor den drei gemeinsamen Kinder soll er Todesdrohungen geäußert haben. Gleich mehrmals soll der Verdächtige etwa einer seiner Töchter geschildert haben, in welcher Reifenfolge er die gesamte Familie umbringen werde. Zudem soll der Beschuldigte immer wieder gewalttätig geworden sein.

Frau hatte ihren Mann schon angezeigt

Im Herbst 2010 zeigte das spätere Opfer den 54-Jährigen an - der Mann soll sie unter anderem nach einem Streit ins Gesicht geschlagen haben, wodurch sie zu Boden stürzte. Das Verfahren der Staatsanwaltschaft Korneuburg wurde jedoch eingestellt. Noch im selben Jahr zog die Frau aus dem gemeinsamen Haus in eine Wohnung, was jedoch nicht zum Ende der Drohungen durch ihren Mann geführt haben soll.

Nach Angaben der Staatsanwältin war der Polizist zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig. Aufgrund einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ungünstiger Prognose würden aber die Voraussetzungen für eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher nach Paragraf 21 Absatz 2 Strafgesetzbuch vorliegen, teilte die Vertreterin der Anklagebehörde mit.

Verteidiger Rudolf Mayer sprach davon, dass der Verdächtige mit der Pistole zeigen habe wollen, "was er sich traut". Im Pkw habe der 54-Jährige jedoch absichtlich an der Frau vorbeigeschossen. Hätte er sie erschießen wollen, "dann hätte er es schlicht und einfach gemacht", sagte Mayer. Sein Mandant muss sich neben versuchtem Mord und Körperverletzung auch wegen schwerer Nötigung, gefährlicher Drohung sowie fortgesetzter Gewaltausübung verantworten. Zu "den Drohungen und den Schlägen" bekannte sich der 54-Jährige schuldig.

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