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Das meiste landet am MüllÖsterreicher haben 72 Millionen ungetragene Kleider im Kasten

Rund die Hälfte der Österreicher werfen Kleidung weg, wenn sie nicht mehr gefällt. Alternativen wie Tauschen oder Leihen sind für die große Mehrheit noch Neuland.

Sujetbild © luanateutzi - Fotolia
 

Die Österreicher haben 72 Millionen Kleider im Kasten, die sie noch nie oder nur sehr selten getragen haben. Bei einer Umfrage von Greenpeace gab die Hälfte der Befragten zudem an, Kleidung auszusortieren, wenn sie nicht mehr gefällt - selbst wenn das Stück keine Mängel hat. "Das meiste davon landet dann in erster Linie im Müll", hieß es in einer Aussendung der NGO.

"Die Trends von heute sind der Müll von morgen. Die Fast-Fashion-Industrie bringt im Wochentakt neue Billig-Kollektionen auf den Markt. Und das, obwohl die österreichischen Kleiderschränke bereits voll gestapelt mit ungetragenen Teilen sind", sagte Nunu Kaller, Expertin für Konsumfragen bei Greenpeace in Österreich. Kleidung müsse nicht mehr lange halten, sondern vor allem den schnell wechselnden Trends folgen.

Was nicht gefällt, landet am Müll

Rund die Hälfte der Österreicher geben demnach Kleidung weg, wenn sie nicht mehr gefällt. Etwas mehr als ein Viertel, wenn die Teile aus der Mode gekommen sind oder im Kasten Platz gemacht wird für neue Sachen. 11,4 Prozent der Schuhe, 8,3 Prozent der Hosen, 5,9 Prozent der Röcke und 7,1 Prozent der kurzarmigen Oberteile werden etwa binnen eines Jahres aussortiert. Das schadet Greenpeace zufolge massiv der Umwelt. "Um die Kleidung herzustellen, werden Unmengen an Ressourcen und Chemikalien eingesetzt sowie Wasser verbraucht und verschmutzt", hieß es.

Alternativen wie Tauschen oder Leihen sind für die große Mehrheit hingegen noch Neuland: Rund 81 Prozent der Österreicher haben noch nie Kleidung getauscht, zwei Drittel noch nie welche verliehen. Doch es zeigt sich Greenpeace zufolge ein langsamer Wandel: "Mehr als ein Drittel der Teenager tauscht bereits Kleidung, wenn die Hose nicht mehr passt oder das Shirt nicht mehr gefällt. Das ist ein Trend, der auch der Umwelt gut tut. Denn je länger ein Kleidungsstück genutzt wird, desto später braucht man ein neues", sagte Kaller.

Die repräsentative Online-Umfrage wurde im Auftrag von Greenpeace vom Marktforschungsinstitut Marketagent.com durchgeführt. Im April 2019 wurden 1.500 Personen im Alter zwischen 14 und 69 Jahren zu ihrem Kleiderkonsum und ihrem Umgang mit Kleidung befragt.

 

Kommentare (1)

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chris41
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Es gibt auch andere Wege...

Wegwerfgesellschaft, Nachhaltigkeit und Nächstenliebe - diese Themen haben mich schon immer beschäftigt.
Aus diesen Grund haben wir in unserer Gemeinde Kirchberg an der Raab einen Vinziladen gegründet.
Wir bekommen schöne, tragbare und gebrauchte Kleidungsstücke geschenkt. Diese Waren verkaufen wir wieder zu einen sehr günstigen Preis weiter. Mit den Reinerlös werden Bewohner vor Ort finanziell unterstützt. Kein Geld geht über die Gemeindegrenzen hinaus. Selbstverständlich wird darauf geachtet, dass dieses Geld auch gerechtfertig weitergegeben wird. Anonymität wird in diesen Fall sehr groß geschrieben (Schutz für die betroffene Person)
Durch den Wiederverkauf der Kleidungsstücke wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern damit auch anderen eine Freude bereitet. Neue Waren im Handel sind viel mit Chemikalien behandelt worden. Dieser Punkt fällt bei uns schon weg, da die Kleidung ohnehin schon vorher getragen und gewaschen worden ist. Besonders Kleidung für Kleinkinder ist somit schon gesünder zum Tragen. In unseren Vinziladen wird zur Gänze ehrenamtlich gearbeitet. Nicht nur zu den Öffnungszeiten, sondern auch unter der Woche wird sortiert, geräumt, geputzt und vieles mehr. Ohne die Mithilfe dieser ehrenamtlichen Mitarbeiter könnte unser Laden nicht existieren.
Ich möchte hier auch erwähnen, dass wir von Seiten der Gemeinde und der Pfarre sehr unterstützt werden. Nähere Infos gebe ich gerne weiter :)

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