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Konflikte an Schulen Lehrer-Gewerkschaft wehrt sich gegen Probezeit

Die Lehrervertreter sehen ein Ablenkungsmanöver vom Thema Schulgewalt und wollen die geplante Regelung rechtlich bekämpfen, berichten Medien.

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Die Gewerkschaft wehrt sich gegen den Plan von Wiens Bildungsdirektor Heinrich Himmer, ab Herbst für Lehrer mit befristeten Verträgen eine dreimonatige Probezeit und leichtere Kündigungsmöglichkeiten festzuschreiben. Die Lehrervertreter sehen ein Ablenkungsmanöver vom Thema Schulgewalt und wollen die geplante Regelung rechtlich bekämpfen, berichten Medien. Himmer hofft weiter auf eine Lösung.

Wiens oberster Pflichtschulpersonalvertreter Thomas Krebs (FCG) betont, dass es mit den befristeten Dienstverträgen bei Berufseinstieg schon jetzt eine Probezeit gebe. Außerdem gebe es auch im bestehenden Rechtssystem einige Möglichkeiten, Lehrer zu kündigen. Man könne nicht Berufseinsteiger nach jahrelangem Studium binnen drei Monaten vom Beruf ausschließen, Junglehrer müssten die Möglichkeit eines Neustarts etwa an einer anderen Schule bekommen. Krebs fordert stattdessen mehr Praxisnähe in der Lehrerausbildung.

Vorschläge inakzeptabel

Für Paul Kimberger, Vorsitzender de ARGE Lehrer in der GÖD, sind Himmers Vorschläge inakzeptabel. Mit der im Herbst startenden neuen Induktionsphase, bei der Berufseinsteiger von Mentoren begleitet werden, gebe es bereits eine Probephase für Berufseinsteiger. Wer hier negativ beurteilt wird, erhalte ohnehin keine Unterrichtserlaubnis. Er sieht deshalb ein "Ablenkungsmanöver" vom Vorfall an der HTL Ottakring, wo Direktor und Bildungsdirektion versagt hätten. "Es geht in Wirklichkeit um Gewaltphänomene und nicht um leichtere Kündigungsmöglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer", sagt er im Ö1-Morgenjournal.

Himmer, der vor seinem Wechsel an die Spitze der Bildungsdirektion selbst Lehrergewerkschafter war, setzt trotzdem weiterhin auf Gespräche mit der Personalvertretung. Er ortet grundsätzliche Gesprächsbereitschaft und hofft auf eine gemeinsame Lösung, wie ein Sprecher gegenüber der APA betonte. Ziel sei ein erstes Treffen im Juni.

Der Vorschlag des Wiener Bildungsdirektor ist eine Reaktion auf den handgreiflichen Konflikt zwischen Schülern und einem Lehrer an der HTL in Wien-Ottakring. Im Internet kursierende Videos zeigen, wie ein Schüler den Lehrer offenbar provoziert und von diesem dann bespuckt wird. Die Situation an der Schule hätte nach Himmers Ansicht nicht derart eskalieren können, hätte man den Ein-Jahres-Vertrag mit dem Lehrer früher auflösen können. Immerhin habe man schon nach einem Monat gesehen, dass der Quereinsteiger pädagogisch ungeeignet war.

Derzeit sei die vorzeitige Auflösung eines befristeten Dienstvertrags aber nur schwer möglich und in Österreich auch nicht gelebte Praxis. Eine Auflösung des Dienstverhältnisses in den ersten drei Monaten soll auch nicht zu einem Berufsverbot führen: Der betreffende Lehrer soll eine zweite Chance bekommen können - wenn keine schwere Dienstrechtsverletzung vorliegt und er entsprechende Schulungen besucht. Beim Wiedereinstieg soll er dann aber nicht gleich alleine in der Klasse stehen, sondern etwa als Teamlehrer mit einem erfahrenen Kollegen an seiner Seite.

 

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Danke für Ihr Verständnis.

silviab
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Einen Monat "Probezeit"

ist zu wenig! Gerade am Beginn des Schuljahres passiert in den ersten Wochen nicht viel. Ein Praxissemester oder Praxisjahr wäre wünschenswert. Da sieht man, wie sich ein Junglehrer/die Junglehrerin oder auch der/die eine oder andere Quereinsteiger/-in entwickelt. Auf alle Fälle soll eine Kündigung oder auch nur Versetzung jederzeit möglich sein, auch noch nach mehreren Berufsjahren, eigentlich bis zur Pension. Natürlich unter Einhaltung von diversen Fristen und auch mit Bekanntgabe von Gründen - wie in der Privatwirtschaft üblich. Die Zeiten der "geschützten" Arbeitsplätze im Lehramt sollte eigentlich vorbei sein. Auch in der Privatwirtschaft muss man sich bis zur Rente immer wieder neu behaupten!

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dude
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Eine Probezeit für Lehrer...

... egal für welchen Schultypus, muss kommen! Es ist definitiv nicht jeder Mensch zum Lehren geeignet. Allerdings sollte dieses Praxissemester (viel schönerer Ausdruck als Probezeit) sehr früh im Studium stattfinden. Dann können die jungen Menschen in der Ausbildung herausfinden, ob ihnen das Lehramt gefällt, oder nicht. Keinesfalls erst nach Beendigung des Studiums. Denn wenn man erst dann drauf kommt, daß man für den Lehrberuf nicht geeignet ist, daß man dafür zu wenig Selbstbewusstsein und Charisma hat, daß man mit unhöflichen Halbstarken nichts zu tun haben will, wäre es schade! Und viele stürzen sich trotz Abneigung dann doch in den Lehrberuf, einfach weil sie das Studium halt schon gemacht haben...

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georgXV
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???

bereits gestern habe ich geschrieben:
"und was sagt die Partei und die Gewerkschaft zu diesen Maßnahmen ???
Insbesondere bei Neueinstellungen und Beförderungen haben sie doch gerade in Wien (LEIDER) immer ein gewichtiges Wort mitzureden !!!"
Und prompt melden sie sich bereits zu diesem Thema !!!

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brosinor
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Was zu erwarten war:

Kluge Ideen werden nieder geschrien.
Ueberall gibt es Probezeit, nur im Bildungsbereich dürfen sich auch völlig Ungeeignete austoben!

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redvenus76
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Probezeit

ja für Lehrer werden wieder Extrawürstel gemacht, da sie meistens ihr Leben lang nicht aus der Schule rauskommen und es nicht anders wissen können.

In der Privatwirtschaft gibt es einen Monat Probezeit, wenn´s nicht passt kann man beidseitig ohne Angabe von Gründen kündigen.

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