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Neue Studie Keine Zunahme von Tiefdrucklagen mit Gefahrenpotenzial für Österreich

Von einer Vb-Wetterlage sprechen Meteorologen wenn Tiefdruckgebiete vom westlichen Mittelmeer über Italien, Österreich und Ungarn nach Polen ziehen. Da sie starke Niederschläge mit sich bringen, können sie hierzulande zu Hochwassern führen.

2013 gab es an der Donau ein großes Hochwasser
2013 gab es an der Donau ein großes Hochwasser © AP
 

Auf die Spuren eines speziellen Tiefdruckwetter-Phänomens, das mit einigen großen Donau-Hochwassern in Verbindung steht, haben sich Wiener Forscher begeben. Ihre am Dienstag im Rahmen der Generalversammlung der European Geosciences Union (EGU) in Wien präsentierte Studie zeigt, dass die Häufigkeit dieser sogenannten Vb-Tiefs nicht zunimmt, sie jedoch gerne gehäuft auftreten.

Von einer Vb-Wetterlage sprechen Meteorologen wenn Tiefdruckgebiete vom westlichen Mittelmeer über Italien, Österreich und Ungarn nach Polen ziehen. Da sie starke Niederschläge mit sich bringen, können sie hierzulande zu Hochwassern führen. So stehen etwa die großen Donau-Hochwasser der Jahre 2002 und 2013 im Zusammenhang mit dieser besonderen Wetterkonstellation, heißt es am Dienstag in einer Aussendung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Entwicklung seit dem Jahr 1959

Trotz ihrer mitunter heftigen Auswirkungen hierzulande sei über diese Tiefs bisher relativ wenig geforscht worden. Der ZAMG-Klimaforscher Michael Hofstätter und der Hydrologe Günter Blöschl vom Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie der Technischen Universität (TU) Wien gingen in ihrer im Fachblatt "Journal of Geophysical Research" erschienenen Studie nun der Entwicklung seit dem Jahr 1959 nach.

Mit einer neu entwickelten Methode suchten die Wissenschafter mittels eines Computerprogramms in der Vielzahl der vorhandenen Wetterdaten seither nach dem Spezialfall "Vb-Tief". "Damit konnten wir in den Daten seit 1959 insgesamt 557 Vb-Tiefs identifizieren. So besteht erstmals eine Methode, die Vb-Tiefs nach einheitlichen Kriterien erkennbar und über mehrere Jahrzehnte vergleichbar macht", so Hofstätter.

Über die Zeit betrachtet schwankte demnach die Anzahl der Ereignisse stark, die Forscher fanden aber keinen Hinweis darauf, dass diese in den vergangenen Jahrzehnten häufiger wurden. So traten Vb-Tiefs in den 1960er-Jahren relativ oft auf. Anfang der 1990er wurden sie dann rarer, um kurz nach der Jahrtausendwende wieder etwas zahlreicher zu werden. "Das Ergebnis ist überraschend, denn die durchschnittliche Lufttemperatur ist in den letzten Jahrzehnten im Mittelmeerraum deutlich gestiegen, um rund ein Grad, wodurch eine deutlichere Auswirkung auf die Wetterlagen zu erwarten wäre", so Hofstätter. Warum dem so ist, können die Wissenschafter noch nicht final beantworten.

Die Ereignisse treten aber trotzdem in einem gewissen Muster auf - sie kommen nämlich öfters im Tandem daher: "Wenn ein starkes Vb-Tiefdruckgebiet entsteht, verändert es die Atmosphäre über Europa so, dass die Wahrscheinlichkeit für weitere Vb-Tiefs steigt." Darin liegt auch die Gefahr bezüglich der Hochwasser. Da der viele Regen, den diese Wetterlagen mit sich bringt, die Böden bereits mit sehr viel Feuchtigkeit versorgt, kann die Erde bei darauf folgenden gleichartigen Tiefs nicht noch mehr Wasser aufnehmen. Hier handle es sich um den typischen Mechanismus, der im August 2002 und im Juni 2013 zu den verheerenden Überflutungen geführt habe.

 

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