DarknetSicherheitsexperte beleuchtet dunkle Ecken des Internets

Wie Passwörter gestohlen, Kraftwerke lahmgelegt oder Politiker wie Erwin Pröll verleumdet werden: Ein neues Buch zeigt Gefahren im Netz.

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Gegen Mitternacht habe ihn vor kurzem der Generaldirektor eines großen Unternehmens aufgeregt angerufen, erzählt Cornelius Granig: „Jemand hat ihm ein Mail mit seinem eigenen Passwort geschickt und gedroht, intime Daten zu veröffentlichen, wenn er nicht 1000 Euro bezahlt.“ Wie man sich gegen Attacken wie diese wehren kann, versucht der IT-Sicherheitsexperte und Unternehmensberater Granig in seinem Buch „Darknet – die Welt im Schatten der Computerkriminalität“ zu erklären.

Der gebürtige Kärntner, der in Wien lebt, beleuchtet die dunklen Seiten des Internets, in denen normale Nutzer, Strom- und Wasserkraftwerke oder Politiker zu Zielen werden können. In seinem Buch spricht etwa der ehemalige Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) über „uneheliche Kinder und ähnliche Unwahrheiten“, die ihm angedichtet und über soziale Netzwerke verbreitet wurden. Pröll hatte die Angriffe nicht angezeigt und, weil ihm davon abgeraten wurde, auch nicht darüber gesprochen. „Ein Fehler, gerade ein Politiker hat die Möglichkeit sich öffentlich zur Wehr zu setzen“, sagt Granig.

Erpressung mit persönlichen Daten

Offen mit Netzattacken umzugehen und sie vor allem anzuzeigen, rät der Autor auch Firmen. Von sogenannten Ransomware-Attacken können besonders Klein- und Mittelbetriebe betroffen sein. Dabei infiziert Schadsoftware den Computer und verschlüsselt Daten. Dann fordern die Erpresser Geld für die Entschlüsselung. Granig rät, auf Sicherungen zurückzugreifen, zu prüfen, ob es schon ein Mittel gegen die Schadsoftware gibt und vor allem: „Nicht zahlen.“

Einen Rat, den er auch privaten Nutzern wie jenem österreichischen Generaldirektor gegeben hat: „Diese E-Mails werden oft massenweise rausgeschickt. Wer zahlt, hebt sich von der Masse ab und wird erst recht zum Ziel.“

Drogen und Auftragsmorde per Mausklick

Bestellt werden können solche Attacken genauso wie Drogen, und sogar Auftragsmorde im sogenannten Darknet; ein Teil des Internets, der nur über bestimmte Programme eingesehen werden kann. Doch für ein Verbot des Darknets ist Granig nicht. Einerseits werde es auch von Aufdeckern genutzt, andererseits würden sich Kriminelle dann einfach andere Kanäle suchen. Stattdessen setzt der Autor auf Aufklärung und hat dafür auch die Webseite www.darknet.help gegründet.

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