Geduld und Vorsicht gefragtStaus und Unfälle durch Straßenverhältnisse

Hauptbelastet waren nach Angaben des ÖAMTC die Verbindungen von Ungarn Richtung Deutschland, speziell in Nieder- und Oberösterreich. Tödlicher Unfall in Niederösterreich.

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Es staut sich bei Zell am See vor allem Richtung Saalfelden wegen des starken Rückreiseverkehrs in Richtung Deutschland
Es staut sich bei Zell am See vor allem Richtung Saalfelden wegen des starken Rückreiseverkehrs in Richtung Deutschland © Gudrun Schaffhauser-List
 

Die winterlichen Straßenverhältnisse und der starke Rückreiseverkehr der Weihnachtsurlauber Richtung Deutschland haben am Samstagvormittag bereits zu Verzögerungen und Staus auf den Straßen geführt.

Hauptbelastet waren nach Angaben des ÖAMTC die Verbindungen von Ungarn Richtung Deutschland, speziell in Nieder- und Oberösterreich. Eine Totalsperre der Wiener Außenring Autobahn (A21) ist am Samstag erst gegen 11.40 Uhr wieder aufgehoben worden. Wie ein ÖAMTC-Sprecher mitteilte, waren beide Richtungen wieder befahrbar.

Heftiger Schneefall verschärft Lawinengefahr

Zäher Verkehr herrschte demnach weiterhin auf der Westautobahn (A1) im Raum Wien. Auch Ausweichrouten wie die B11 im Bereich Heiligenkreuz waren dem Sprecher zufolge stark belastet. Im Oberösterreich behinderten hängen gebliebene Lkw den Verkehr auf der Innkreisautobahn (A8) Richtung Suben, mehrere Kilometer Stau waren die Folge, so der ÖAMTC.

Tödlicher Verkehrsunfall

Zu einem tödlichen Unfall kam es auf der schneenassen Fahrbahn auf der B49 zwischen Marchegg und Groißenbrunn. Zwei Autos prallten gegeneinander. Es gab ein Todesopfer, zwei Schwerverletzte und zwei Leichtverletzte.

Mit der Rückreise der Touristen aus den Skigebieten rollten auch in Salzburg die Kolonnen auf der Tauernautobahn (A10) ab dem Knoten Pongau Richtung Bayern teilweise nur langsam, vom Grenzübergang Walserberg reichte der Stau zeitweise bis über den Knoten Salzburg zurück. Es staute abschnittsweise auch auf der Loferer Straße (B178) und Salzachtal Straße (B311).

Schneefall auf der Tauernautobahn
Schneefall auf der Tauernautobahn Foto © Gudrun Schaffhauser-List

 

Neuschneezuwachs

Der Neuschneezuwachs hat sich in der Nacht auf Samstag offenbar noch in Grenzen gehalten. Maximal 23 Zentimeter sind nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) dazu gekommen. Spitzenreiter waren dabei Kufstein und der Feuerkogel in Oberösterreich ex aequo: In Kufstein bedeuteten 23 Zentimeter Neuschnee fast eine Verdreifachung der bisherigen Schneedecke. In der Tiroler Stadt liegen nun 35 Zentimeter. Am Feuerkogel in mehr als 1600 Metern Seehöhe wurden hingegen bereits 1,40 Meter gemessen. 17 Zentimeter Neuschneezuwachs gab es in Ried im Innkreis, 16 in Kremsmünster (Bezirk Kirchdorf an der Krems/OÖ) und 15 in Allentsteig im Bezirk Zwettl (NÖ) sowie beim Alpinzentrum Rudolfshütte in Salzburg auf 2317 Metern Seehöhe. Dort liegen nun 2,33 Meter Schnee.

In Tirol brauchten Autofahrer unter anderem auf der Fernpass-Strecke (B179) Richtung Bayern etwa eine Stunde länger. Zusätzlich verschärft wurde die Situation durch zahlreiche Streckensperren wegen Lawinengefahr. Die tiefwinterlichen Verhältnisse führten am Samstag im Westen nicht nur auf den Straßen zu Problemen, betroffen war auch der Flughafen Innsbruck: Es mussten bereits mehrere Abflüge - darunter auch nach den Drehkreuzen London und Frankfurt - gestrichen werden. Zahlreiche Flüge mit Ziel Innsbruck wurden umgeleitet.

Passagiere wurden auf der Website des Airports aufgefordert, aufgrund der "zum Teil massiven Einschränkungen im Flugverkehr" sich vor einer Fahrt zum Flughafen bei der jeweiligen Airline zu erkundigen.

Auto blieb auf Bahnübergang stecken

Ein 55-Jähriger ist am Samstagnachmittag mit seinem Pkw wegen Schneerillen auf dem Bahnübergang Weißenbach in Bad Goisern (Bezirk Gmunden) steckengeblieben. Der Lenker und ein Zeuge konnten sich in Sicherheit bringen und blieben unverletzt, bevor ein Zug den Pkw erfasst und rund 50 Meter mit sich schob. Der Lokführer und die etwa 50 Passagiere blieben laut Polizei ebenfalls unverletzt.

Der Mann wollte gegen 15.16 Uhr mit seinem Wagen den Bahnübergang von der B145 kommend überqueren. Aufgrund der schlechten Fahrbahnverhältnisse durch die Schneelage blieb der Pkw-Lenker mit seinem Fahrzeug direkt auf dem Bahnübergang stecken. Durch den Zugverkehr hatten sich tiefe Rillen gebildet. Der Mann versuchte noch mit Hilfe eines Zeugen das Fahrzeug aus der Gefahrenzone zu schaffen - das gelang den beiden aber nicht.

Laut dem Lenker begann nach etwa zwei Minuten die Warnleuchte des Bahnüberganges zu blinken und die Schrankenanlage schloss sich. Der Lenker und sein Helfer konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der Pkw wurde vom Zug gerammt und rund 50 Meter mitgeschoben. Die FF Bad Goisern barg das verunfallte Fahrzeug und nach rund zwei Stunden konnte der Schienenverkehr wieder freigegeben werden.

200 Einsätze in Oberösterreich

Die anhaltenden Schneefälle forderten die Feuerwehren am Samstag im ganzen Bundesland, insgesamt absolvierten 180 Feuerwehren mit rund 2200 Kräften und 300 Einsatzfahrzeugen etwa 200 Einsätze. "Die Schneemassen brachten viel Arbeit für die Feuerwehren, aber zum Glück keine gröberen Schäden", sagte Markus Voglhuber vom Landesfeuerwehrkommando am Samstagabend zur APA. Die Feuerwehr hätten viele technische Arbeiten erledigen müssen, wie etwa Bäume von Verkehrswegen wegräumen oder nach Verkehrsunfällen aufräumen. Dabei sei es aber zu keinen nennenswerten Personenschäden gekommen.

In Ebensee (Bezirk Gmunden) gingen Samstagmittag drei Lawinen ab. Es konnten laut Polizei nach einer Sondierung keine Hinweise auf Personen oder Fahrzeuge unter den Schneemassen festgestellt werden. Wegen einer drohenden Lawine wurde am späten Samstagnachmittag die Salzkammergutstraße (B145) zwischen Ebensee und Kösslbach zu sperren. Die Autofahrer müssen großräumig über das Weißenbachtal ausweichen. Weiters waren am Samstagabend unter anderem der Pyhrnpass (Kirchdorf - Liezen), der Hengstpass (Altenmarkt - Windischgarsten) sowie die Koppental Landesstraße (Obertraun - Bad Aussee) in beiden Fahrtrichtungen gesperrt.

Südbayern versinkt im Schnee

Andauernde Schneefälle haben auch den südlichen Teil Bayerns in eine Winterlandschaft verwandelt. Für den Alpenrand und den Bayerischen Wald gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag eine Unwetterwarnung heraus: Es wurden weiterhin heftige Schneefälle und auch Schneeverwehungen erwartet.

Bis Montag könnte es auch in tieferen Lagen bis zu 50 Zentimeter Neuschnee geben, in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen sogar bis zu einem Meter. In den Bergen herrschte verbreitet große Lawinengefahr. Auch im Schwarzwald und auf der Alb erwartete der DWD zeitweise kräftigen Schneefall.

Flugausfälle in München

Starke Schneefälle haben am Samstag zum Ausfall von 120 Flügen am Flughafen München geführt. Dazu kommen etwa siebzig Flüge mit Verspätungen von mehr als einer Stunde und weitere etwa siebzig Flüge mit Verspätungen von etwa einer halben bis vollen Stunde, wie eine Sprecherin des zweitgrößten deutschen Flughafens auf Anfrage sagte. Auch in München gab es anhaltenden Schneefall.

Unter anderem wurde auch ein Lufthansa-Flug nach Graz am Abend gestrichen. Wie die Flughafensprecherin sagte, müssen alle Flugzeuge enteist werden, was ein Grund für die Behinderungen sei. Dazu komme, dass an dem Flughafen mit seinen zwei Landebahnen jeweils nur eine Bahn wegen der ständigen Räumarbeiten für Starts und Landungen zur Verfügungen stehe. Außerdem habe die Flugsicherung wegen der Sichtverhältnisse den Flugverkehr eingeschränkt.

 

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