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Teuer für RepublikHitler-Geburtshaus wird auf 1,2 Millionen Euro geschätzt

Die Enteignung des Hitler-Geburtshauses in Braunau könnte die Republik wesentlich teurer kommen als gedacht.

Das Hitler-Geburtshaus in Braunau
Das Hitler-Geburtshaus in Braunau © APA/AFP/JOE KLAMAR
 

Die Enteignung des Hitler-Geburtshauses in Braunau könnte die Republik wesentlich teurer kommen als gedacht: Ein Gutachten im laufenden Zivilprozess am Landesgericht Ried schätzt den Wert des Hauses nämlich auf etwa 1,23 Mio. Euro, die Republik hat die frühere Eigentümerin aber nur mit 310.000 Euro entschädigt. Das Gericht bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht des "Kurier".

Diese 310.000 Euro waren der früheren Eigentümerin aber zu wenig. Sie zog vor Gericht und klagte gegen die Höhe der Entschädigung. Das vom Gericht in Auftrag gegebene Immobiliengutachten schätzt den Wert der Liegenschaft nun wesentlich höher ein, nämlich mit 1,23 Mio. Euro. Der Sachverständige begründet das damit, dass ein früheres Gutachten, auf dessen Grundlage die bisher ausgezahlte Entschädigungshöhe festgelegt wurde, "die Bausubstanz bei weitem schlechter eingeschätzt" habe. Die Parteien haben nun bis 30. Juni Zeit zu entscheiden, ob sie eine Gutachtens-Erörterung verlangen. Davon ist wohl auszugehen.

60.000 Euro Miete

Die 1,23 Mio. Euro sind ein Mittelwert aus zwei Beträgen: Inklusive der "Besonderheit des Hauses" - Innenministerium und Stadtgemeinde Braunau hatten vor dem Inkrafttreten des Enteignungsgesetzes im Jänner 2017 rund 60.000 Euro Miete jährlich überwiesen - würde der Wert laut Sachverständigem bei gut, 1,5 Mio. Euro liegen. Ohne diese Besonderheit wären es demnach 800.000 Euro, woraus der Gutachter die 1,23 Mio. Euro ermittelte.

Der Anwalt der ehemaligen Eigentümerin, Gerhard Lebitsch, kritisierte daraufhin im Gespräch mit dem "Kurier", die Republik sei "offensichtlich nicht einmal in der Lage, ein seriöses Kaufangebot zu legen". Denn man habe seiner Mandantin immer nur geringfügig mehr geboten als die später bei der Enteignung festgesetzten 310.000 Euro. Präsident Wolfgang Peschorn von der Finanzprokuratur wollte sich gegenüber der Zeitung zum laufenden Verfahren nicht im Detail äußern, nur so viel: "Letztendlich geht es um das Festsetzen einer angemessenen Entschädigung und nicht ums Gewinnen oder Verlieren. Die Republik Österreich wird eine rechtskräftige Entscheidung akzeptieren", kündigte er an.

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