Der Arbeiter-Samariter-Bund hat den Zuschlag für die Betreuung des Alkolock-Pilotprojekts bekommen. Das teilte das Verkehrsministerium am Freitag in einer Aussendung mit. Ab September können sich Alkolenker die Wegfahrsperre auf eigene Kosten einbauen lassen. "Unser Ziel ist klar: Kein einziger Verkehrstoter mehr auf unseren Straßen", betonte Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ).

Personen, denen aufgrund von Alkohol am Steuer der Führerschein abgenommen wurde, können sich das Gerät nach der Hälfte der Führerscheinentzugsdauer, frühestens aber nach zwei Monaten einbauen lassen. Das Gerät lässt den Lenker vor dem Wegfahren "blasen". Liegt der Alkoholgehalt in der Atemluft über 0,1 Promille, bleibt der Motor kalt. "So verhindern wir, dass sich betrunkene Autofahrer wieder alkoholisiert hinters Steuer setzen", erklärte Leichtfried. Das Ministerium rechnet mit einem jährlichen Bedarf von 1700 Alkolocks.

Der Samariter-Bund ist nicht nur für die Bereitstellung der Geräte verantwortlich, sondern führt auch Mentoringgespräche durch, informiert die Teilnehmer und erfasst Daten. Die Kosten tragen die Teilnehmer selbst: Ein Alkolock kostet rund 1500 Euro, für den Einbau kommen nochmals 300 dazu. Alternativ können Teilnehmer das Gerät für sieben Euro pro Tag beim Samariter-Bund mieten. Nach fünf Jahren wird das Verkehrsministerium das Projekt evaluieren.

Jedes Jahr verlieren 26.000 Menschen wegen Alkohol am Steuer ihren Führerschein. Laut Verkehrsministerium setzen sich 7000 trotzdem wieder hinters Steuer, 4000 davon auch betrunken. Mit alternativen Bewährungsmodellen sei die Rate von Wiederholungsdelikten um 75 Prozent niedriger, ergab eine Studie der EU-Kommission. Im Dezember 2016 ebnete der Nationalrat den Weg für das Pilotprojekt. Kritik kam jedoch aus der Opposition: Nach zwei Monaten hätten auf das Auto angewiesene Arbeitnehmer ihren Job bereits verloren.