Das Ziel ist für einen kriminellen Geist offensichtlich: Ein Gelddepot, das sich im öffentlichen Raum befindet. Weil das Geld aber immer besser geschützt ist, wird auch das verbrecherische Vorgehen immer härter. Keine Frage, die Anzahl der Bankomat-Sprengungen hat 2025 rasant zugenommen. Landesweit zählte das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr 13 solcher Taten. Heuer wurden mit Stand Ende Februar schon 13 Bankomaten gesprengt, wie das Bundeskriminalamt mitteilte. Hier sind die zwei aktuellen Fälle aus vergangener Nacht in Wels eingerechnet.

Einer der jüngsten, sprichwörtlich erschütternden Vorfälle, war ein gesprengter Geldausgabeautomat einer Postfiliale in Wien-Donaustadt am vergangenen Donnerstag. Die Wucht der Detonation war so gewaltig, dass der Eingangsbereich völlig zerstört wurde. Der Tatort glich einem Trümmerfeld, Bewohner der Umgebung wurden aus dem Schlaf gerissen. Zwei Täter sind flüchtig.

Immer wieder kommt es zu Bankomatsprengungen - wie hier 2023 in Niederösterreich
Immer wieder kommt es zu Bankomatsprengungen - wie hier 2023 in Niederösterreich
| Ein gesprengter Bankomat in Niederösterreich. © APA/LKA NÖ

Es sind meist professionelle Tätergruppen, die Bankomaten sprengen, aufschneiden, oder aus der Wand herausbrechen. Über die Beutesumme werden nie genaue Angaben gemacht. Laut Experten kann man etwa von 50.000 bis 100.000 Euro sprechen, die sich durchschnittlich in einem Bankomaten befinden. Der entstandene Sachschaden ist jedenfalls oft höher als die gestohlene Geldsumme.

Die Tatorte lagen zuletzt vornehmlich in Wien, die Tatzeit meist mitten in der Nacht. Am 8. Februar etwa wurde gegen 3.30 Uhr ein Gerät in Simmering in die Luft gejagt. Damals hatte es geheißen, bei den Tätern könnte es sich um eine niederländische Gruppe handeln, der hierzulande zum damaligen Zeitpunkt vier Bankomat-Sprengungen allein heuer zugeschrieben worden seien.

ABD0035_20190610 - VILLACH - ÖSTERREICH: ZU APA0065 VOM 10.6.2019 - Unbekannte Täter haben in der Nacht auf Montag einen Bankomaten in der Gemeinde Arnoldstein gesprengt. Das Gerät wurde komplett zerstört. Im Bild: Ein Ermittler am Montag, 10. Juni 2019 am, Tatort. - FOTO: APA/SOBE HERMANN
Ein gesprengter Bankomat in Villach © APA / Sobe Hermann

Es handle sich um ein „bekanntes, in Wellen auftretendes Phänomen“, wie das Bundeskriminalamt mitteilte. In den Jahren 2018 und 2019 seien 21 bzw. 20 derartige Delikte bzw. Versuche verübt worden. 2020 und 2021 gab es dann deutlich weniger Fallzahlen mit sieben bzw. acht pro Jahr. 2022 kletterte die Zahl wieder auf 19, 2023 gab es wieder weniger Fälle, damals wurden wie im vergangenen Jahr 13 Bankomat-Sprengungen gezählt.