Zwei Männer in Badehose schieben eine zu einem Lautsprecher umfunktionierte Mülltonne vor sich her. Dekoriert ist sie festlich mit zahlreichen Stickern. Aus dem Inneren der Tonne dröhnt Musik mit lautem Bass. Das Duo ist bestens vorbereitet: Aus der Tonne ragt auch ein Sonnenschirm hervor. Während es am Freitag noch leicht bewölkt war, ist für Samstag in Lignano zeitweise strahlender Sonnenschein angesagt. Beste Voraussetzung also für die 80.000 Touristinnen und Touristen, die zu Pfingsten in der italienischen Küstenstadt erwartet werden. 

Obwohl es am Freitagnachmittag noch recht ruhig war, wird bald klar: Die Ordnungskräfte kennen kein Pardon. Weil es vor Corona am Pfingstwochenende immer wieder zu Alkohol-Exzessen gekommen ist, will man bei Verstößen gegen die Stadtordnung besonders strikt vorgehen. Zu den besagten Verstößen zählt auch zu laute Musik. Das bekommen die beiden anfangs erwähnten Männer gleich zu spüren: Zwei Securitymänner lassen sie nicht in die Aurora Bar – das Epizentrum der tagelangen Party - eintreten.

Rigoroses Vorgehen

Die Jugendlichen, die es im Gegensatz zum Duo in die Bar geschafft haben, sind indes bereits in Feierlaune. Es wird angestoßen und gesungen. Nachdem ein junger Mann sein Bier auf einen Sitz ausgetrunken hat, wird an mehreren Tischen applaudiert. "Allee, Allee", stimmen die Feiernden an. Das Gegröle verstummt bald – gleich vier Sicherheitskräfte klären den selbsternannten Bierkönig auf: Dieses Verhalten wird nicht geduldet. 

Bereits in der Vergangenheit drohten für alle, die sich daneben benehmen, saftige Strafen. Bis zu 5000 Euro kann das übermäßige Feiern in der Öffentlichkeit kosten. Kassiert wird etwa, wenn man andere gefährdet, oder sich öffentlich entblößt. Die Szene in der Aurora-Bar zeigt: Die Stadt Lignano setzt rigoros um, was bereits in den Tagen davor angekündigt worden ist. "Ausgelassenheit und Spaß ja, aber mit Maß", hatte Bürgermeister Luca Fanotto verlautbart. Man sei dankbar, dass Lignano eine beliebte Urlaubsdestination ist. Gleichzeitig wolle man aber auch kritische Situationen verhindern. 

Bei den Maßnahmen, die die Stadt getroffen hat, geht es letztendlich auch um die Sicherheit der Jugendlichen: Die Notaufnahme wird rund um die Uhr offen sein. Der Zugang zum Strand wird nachtsüber kontrolliert. Im Sinne der Sicherheit und Deeskalation sind am Donnerstag auch ein Kärntner Polizist und seine Kollegin in der Küstenstadt eingetroffen. Am Freitagabend beginnt die erste von drei Nachtschichten des Duos. So viel steht fest: Ihnen steht ein langes Wochenende bevor.