Steigende PrivatinsolvenzenWenn Schulden salonfähig sind

 

Alleinerzieherinnen in der Teilzeitfalle, Senioren, die aus Scham Schulden verheimlichen, Junge, die im Konsumrausch pleitegehen – diese Gruppen stechen bei der Schuldnerberatung heraus.

Immer mehr Jugendliche könnten mit Geld nicht umgehen, sagt Soziallandesrätin Doris Kampus und kündigt eine Offensive an, um Schüler
für den Umgang mit dem schnöden Mammon zu sensibilisieren. Sozialarbeit für Ältere sei ein wichtiger Schritt, um jenen zu helfen, die es selbst nicht könnten.

Zieht unsere Gesellschaft Heerscharen völlig unselbstständiger Erwachsener
heran? Muss man den Konsumenten des 21. Jahrhunderts im großen Stil besachwalten? Die Zahl jener, die nicht zurechtkommen, sei nicht so stark gestiegen, sagt die Landesrätin. Aber durch das Auseinanderdriften der Gesellschaft stünden Hilflose immer öfter alleine da.

Und die Wirtschaft erzieht ihre Kunden derweil zum Schuldenmachen. Sogar E-Geräte bietet sie auf Pump. Banken werben mit Krediten für den Konsum. Ökonomen, Politiker laden Bürger zum Kaufen ein, um die Konjunktur zu befeuern.

Ich will mir alles leisten und sei’s auf Pump“, wird so zur absurden Maxime einer Generation, in der Schuldenmachen salonfähig gemacht worden ist. Dass das danebengehen kann, belegt die Insolvenzstatistik nachdrücklich.

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