KommentarAuf die SPÖ-Wahlpleite folgte die nächtliche Verzweiflungstat

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AUSTRIA-EU-ELECTIONS-POLITICS-VOTE
Sebastian Kurz © APA/AFP/ALEX HALADA
 

Acht von zehn Wählerinnen und Wählern haben bei der EU-Wahl ihre Stimme für eine der klar proeuropäischen Parteien abgegeben. Das ist die erfreuliche Kernbotschaft, die gestern vom Land ausging. Gut für seine Signatur und sein beschädigtes Außenbild: Es bleibt europäisch eingebettet, unmissverständlich. Es ist nicht abgedriftet, wie das in grellen Zerrbildern oft dargestellt worden ist. Die Mitte lebt.

Sebastian Kurz ist es spektakulär gelungen, eine dramatische Krisensituation, die sein türkis-blaues Projekt zu Fall brachte, in einen Triumph umzuwandeln. Er hat durch den Bruch nicht nur die eigene Partei hinter sich geeint, er konnte auch viele verschreckte gemäßigte FPÖ-Wähler in Untermiete nehmen. Es schüsselte.
Kurz hat innerhalb von zwei Jahren zwei Mal eine Regierung platzen lassen und ist jedes Mal aus den Wrackteilen als Sieger hervorgegangen. Darin offenbart sich die Besonderheit seiner Spielernatur.

Kommentare (33)
CuiBono
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Ablaufdaten

Unser Sonnensystem hat ein Ablaufdatum.
Gebäude kommen ans Ende ihrer technischen Einsatzdauer.
Parteien und Regierungen kommen und gehen.
Auch die Lohnschreiberei endet irgendwann.
Möchte man meinen.
Scheint allerdings wie die Dummheit im Universum unendlich zu sein.

frako
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Jetzt schlagen sie planlos um sich, die FPÖ und SPÖ.

So werden sie sich aber selbst entsorgen.

onyx
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Vielen Dank, Herr Patterer

Für diese wunderbar pointierte Analyse!

redfoxl
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Legitime und berechtigte Entscheidung

Es bleibt dem Kommentarschreiber ja unbenommen, etwas hämisch von einer ,,nächtlichen Verzweiflungstat" der SPÖ zu schreiben, fest steht jedenfalls, die Partei hat sich die Entscheidungsfindung zum Beschluss des Misstrauensantrages sicher nicht leicht gemacht, der nach den Vorfällen der jüngeren Vergangenheit politisch vollkommen legitim ist, da Kanzler Kurz mit dieser quasi schwarz-blauen ,,Experten"-Übergangsregierung nur scheinbar Stabilität für gerade einmal vier Monate schaffen würde. In der politischen Realität würde er aber diese Zeit nur dazu nutzen, für sich und seine Partei mit dem Noch-Kanzler-Bonus massiv Wahlwerbung zu machen.

Jansky
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Nicht leicht gemacht...

... Das war jo wohl schon beschlossene Sache, und die Niederlage bei der EU-Wahl hat das ganze nur noch verstärkt. Beleidigt und frustriert sind die roten Freunde.... Pfui

helmutmayr
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Was eigentlich

qualifiziert Frau Wagner ? Unter den blinden ist die einäugige Königin.
Sie hat nur nicht das Zeug dazu. Es droht das deutsche Schicksal. Frau zu sein ist zu wenig.

pppp54
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In diesem

Fall schon!

stprei
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NR-Wahl

Die FPÖ muss sich vom harten Kern um Kickl trennen, der ist nicht regierungstauglich, wie er es vor seiner Abberufung bewiesen hat.
Die SPÖ stellt sich ins Schmollwinkerl und entledigt sich jeder Staatsräson.
Bleiben für die Wahl nur Grüne und Neos übrig, die regierungstauglich sind. Aber die Grünen müssen eine gute Mannschaft aufstellen, die aus Realos wie VdB und Kogler besteht.
Dann wäre auch der Weg frei für ein progressives Programm, das Umweltschutz mit Augenmaß fördern kann und eine Klima-Steuerreform zusammenbringen könnte.

Carlo62
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Dann gäbe es eine Regierung

mit einer satten Minderheit von schätzungsweise <20%

Windstille
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Sehr geehrter Herr Chefredakteur!

Folgende Sätze hätte man nicht besser schreiben können:

Die größte Oppositionspartei vermochte aus der größten Regierungskrise der Zweiten Republik kein Kapital zu schlagen. Mehr noch: Die SPÖ schaffte das Kunststück, dass von der Krise der anderen die eigene übrig bleibt.

Diese SPÖ hat es seit der letzten Wahl geschafft, nichts Konstruktives hervorzubringen. Keine eigenen Ideen, rein gar nichts. Im Gegenteil: Es wurde nur auf alles und jeden draufgehauen und gegen alles gestimmt - ohne eigene Ideen zu haben. Und genau das hat man den Wählern vermittelt und dafür die Rechnung präsentiert bekommen. Joy Pam Rendi Wagner tritt mit einem erschreckend hasserfüllten Gesicht - ähnlich einem Racheengel - nur auf BK Sebastian Kurz hin, ohne nur einmal eigene Fehler einzugestehen. Und wie man so viel Blödsinn wie dieser Herr Schieder binnen so kurzer Zeit sagen kann, ist nicht nur mir völlig unverständlich.
Das Erwachen der SPÖ bei der Wahl im September wird ein noch schlimmeres sein, sollte nicht ein innerparteiliches Wunder geschehen!

scionescio
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"Die FPÖ entging einer drastischen Abstrafung durch ihren Wählerstamm. Er bewies hohe Verzeihensbereitschaft und war willens, der Umdeutung der Schamlosigkeiten in ein Opfer-Epos nibelungentreu zu folgen"

Man kann das viel einfacher (und richtiger) beschreiben: 17,5% haben den Idiotentest nicht bestanden.
Die Lobhudelei für den vermeintlichen Messias ist nur mehr peinlich: der egozentrische Studienabbrecher ist verantwortlich dafür, dass Österreich mittlerweile auf dem Niveau einer Bananenrepublik ist - nur weil er einmal Chef spielen wollte!

campanile
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nervensache

für die linkeria ist es jetzt halt schwer, nicht die nerven zu verlieren. ich würde vorschlagen: überzeugen statt hetzen!

49erkorl
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Ich finde es respektlos, wenn ...

... Ihnen zu unserem Herrn Bundeskanzler nur "egozentrisch" und "Studienabbrecher" einfällt.
Sie wollen sicher auch nicht als einfältig bezeichnet werden.
Darum ein Tipp - wie unser Fernsehkaiser zu sagen pflegt - "Tun`S a bisserl braver sein und sich bessern!"

mcmcdonald
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Der Kurz...

...ist aber wirklich nicht verantwortlich dafür dass immer noch 17,5% die FPÖ wählen. Eigentlich sollte man ihm dankbar sein dass er der FPÖ die Gelegenheit gegeben hat ihr wahres Gesicht zu zeigen! Nur genützt hat's anscheinend nix...

archiv
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Wahlpleite und Verzweiflungstat?


Bei EU-Wahl wurden Mandate und Stimmen "in etwa gehalten" - warum ist das eine Wahlpleite?

Warum ist ein eventueller Misstrauensantrag eine "nächtliche Verzweiflungstat"?

Wer kennt sich da aus?

brigittekurt
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Sorry wenn ich widerspreche, aber

man kann sich vieles Schönreden, aber sicher nicht eine Niederlage - außer man ist Parteisoldat

jg4186
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Spielernatur!

Das waren Europa-Wahlen - jetzt geht es wieder um Österreich! Und da passt das Wort "Spielernatur" sehr gut für SK. Er spielt - mit der Macht, mit den anderen Parteien, mit den Wählern, Sozialpartnern ... Und er hat leider oft ein mieses Spiel gespielt. Es ist vieles passiert in den letzten Monaten, das unseres Landes unwürdig ist. SK hat es zugelassen, geschwiegen und damit akzeptiert. Nur damit er ja an der Macht bleibt. Das "Genug ist genug" kam sehr spät, zu spät. Dass da die anderen im Parlament reagieren, ist verständlich und ihr demokratisches Recht.

Smitho
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Verzweiflungstat...

beschreibt es genau richtig... die Freiheitlichen verkaufen Österreich auf Ibiza und die Sozialdemokraten die Bürger für dumm... wenn das unser Demokratieverständnis ist wenn eine handvoll Abgeordneter wirklich glauben sie vetreten millionen von Bürgern mit dieser Aktion, na dann wird ihnen hoffentlich im Herbst die Rechnung präsentiert...

X22
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Soviel zum Demokratieverständnis

Es obliegt jeder Partei selbst, dass zu tun, was sie für richtig halten, und in dem Fall hat die ÖVP die Regierung, mit der Sie begonnen hat, gesprengt, somit hat sie auch keine Mehrheit mehr und würde als Minderheit die Regierung führen. Nun zum demokratischen, in einer Demokratie braucht man Mehrheiten um vernünftig zu Regieren, die ÖVP hat sie nicht und will trotzdem so weitermachen, die SPÖ eben nicht, also wo liegt das Problem. Am nicht wissen wie Demokratie funktioniert, am populistischen Denken, dass Probleme aufzeigt, selten eines löst,..

cockpit
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wer wohl die Bevölkerung für dumm verkauft

.

49erkorl
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Hat funktioniert!

Sie haben es gerade bewiesen.

joschi41
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Lernerfahrung

Die Situation, wie sie sich heute darstellt, ist rational schwer zu erklären. Für Kurz mag das Misstrauen einen momentlang als Dämpfer empfunden werden, auf Sicht ist für ihn damit eine Lernerfahrung verbunden: Er wird seine Haltung überdenken, den Egotripp etwas zurücknehmen und die Oppositionsparteien und Gewerkschaften nicht weiter von oben herab geringschätzen.

wintis_kleine
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@joschi

Glauben sie das wirklich?
Also ich gehe von einer ganz anderen Hypothese aus:
Hr. Kurz wird nach dem (verlorenen ) Misstrauensantrag alle Register seiner sicher schon bestens geplanten Marketingstrategie ziehen, um im Herbst stärker den je zu werden - und leider ist angesichts der politischen Gegner kaum etwas zu sehen was seinem Ziel entgegenwirken könnte.
Mit dem dementsprechenden Zuwachs, den er leider, mangels echter Alternativen im Bund, erhalten wird, könnte sich sogar einen ÖVP-NEOS Regierung ausgehen und die beiden sogenannten größen Oppisionsparteien in der Versenkung verschwinden.
Dann hat Hr. Kurz sicher leichtes Spiel und wir sehen uns mit einer mehr oder weniger ÖVP Alleinregierung konfrontiert.
Genau das, wogegen die SPÖ heute mobil machen will, könnte dann Realität werden.
Ich möchte die SPÖ nicht in Schutz nehmen, denn was da seit 2 Jahren passiert ist besten falls als "Leugnen der politischen Realität" zu bezeichnen. Aber ich bin mir ebenso sicher, dass sich die SPÖ derzeit genauso um das Stück schlechter verkauft, als die ÖVPdas im Gegenzug eben besser macht.
Und PR-mäßig ist gegen Hrn. Kurz anscheinend zur Zeit kein Kraut gewachsen.

H260345H
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Glaub ich nicht,

dieser KURZ ist unbelehrbar, er denkt immer zu kurz"!

Antonwenger
37
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Wahl

Aber in einer Demokratie muss auch ein Mißtrauensantrag möglich sein. Nur weil es in Österreich nicht Standard ist ist es doch möglich und Demografie politisch kein Beinbruch. Siehe andere Länder. Fragwürdig ist es nur wenn es ständig passiert.

alsoalso
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Was hat BK KURZ verbrochen, dass er das Misstrauen erhalten soll?

KURZ hat das Unglaubliche was die Strache-FPÖ vorgeführt hat, aufgezeigt. KURZ hat mit dem Bundespräsidenten verfassungsgemäß ein eine Übergangsregierung gebildet und Neuwahlen ausgerufen. Das trifft SPÖ und FPÖ mit ihrer katastrophalen Performance auf dem falschen Fuß. Dieser Schuss der Tatsachenverdreher wird für SPÖ und FPÖ ein gewaltiger Rohrkrepierer

 
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