Sie & ErMuss man echt immer zuhören?

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Danke, liebe Otter!

Im Gasthaus mit Asti und Uschka ist es immer lustig, nur letztens saß direkt hinter mir eine Hyäne, deren Lacher (Hy-Aahhh! Hy-Ahhh! Hy-Ahh!) mich derart nervte, dass ich sehr knapp davor war, mich umzudrehen und etwas zu sagen, für das ich mich nachher noch tagelang geschämt hätte.  Insgesamt fällt mir auf, dass ich unangenehme Geräusche immer schlechter ausblenden kann. Ist Weghören unmöglich, hilft nur eines: Sich vorzustellen, man höre Tierlaute statt dem Lärm. Gehämmer in der Wohnung unterhalb: ein großer Specht. Der quietschende Kran vis-à-vis: eine hungrige Möwe. So wird jeder Krach erträglicher.

Klar, es gibt auch weniger erfolgreiche Geräuschumdeutungen. Das Kreischen eines auf dem Teller ausgleitenden Messers (junger Pterodaktylus ruft nach seiner Mama). Ein tropfender Wasserhahn (dicke Raupen fallen vom Plafond auf frisch polierten Steinboden). Letztens aber: Erfolg auf ganzer Linie. Thermalbad, ich hatte die letzte Liege am Beckenrand ergattert, bloß versaute mir ein unablässiges Fiepen, Schnarren, Schmatzen den Dösschlaf. Eine Absaugpumpe war defekt. Aber als ich mir vorstellte, ich läge neben einem Nest balgender junger Fischotter, schnarchte ich sofort weg. Danke, liebe Otter!
In das Gasthaus von letztens zieht es mich vorerst trotzdem nicht mehr. Weil: Man soll die Hyänen in ihren Jagdgründen in Ruhe lassen.

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