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Bodenverbrauch in ÖsterreichUm dem Bodenfraß beizukommen, ist eine Strukturreform unabdingbar

Alle zehn Jahre wird in Österreich die Fläche Wiens neu verbaut, jährlich die Fläche des Wörthersees versiegelt. Ohne umfassende Reform wird das Problem nicht zu lösen sein.

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Stellen Sie sich vor, sie hätten im Juni des vergangenen Jahres Urlaub am Wörthersee gemacht. Und als sie dann heuer um dieselbe Zeit zurückkehrten, um die Beine wieder ins Wasser hängen zu lassen, war der See plötzlich weg. Einem riesigen, 20 Quadratkilometer großen Asphaltparkplatz gewichen. Nicht so toll, denken Sie sich da und beschließen, nächstes Jahr lieber Urlaub im Nationalpark Gesäuse zu machen. Doch bis es so weit ist, wird auch dieser bereits zu einem Sechstel in ein gigantisches Gewerbegebiet verwandelt sein.

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zweigerl
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Genug polemisiert - wir möchten Taten sehen

Herr Pilch sollte vielleicht einmal, bevor er zum xten Mal den Bodenfraß´skandal mit drastischen Bildern auf den Punkt bringt, sodass uns wieder einmal vor lauter Ohnmachtswut, dagegen etwas ausrichten zu können, der ganze Tag verdorben ist, EIN VOLKSBEGEHREN von Seiten der KleinenZeitung lancieren. Früher hat das immer die KronenZtg gemacht, aber immerhin: Auch die Kleine hat eine Petitionserfolgsgeschichte vorzuweisen mit der Rettung der Grazer Altstadt. Bitte! Ich marschiere da mit, auch wenn es wieder 37 Grad Lufttemperatur hat.

LaoQui
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Volksbegehren - und nächste Graz-Wahl!

Ich schließe mich an! Wobei ich schon einwenden muss, dass es eine einfachere Möglichkeit gibt, wenigstens was Graz anbelangt: die nächste GR-Wahl. Man bräuchte nur die schwarz-blaue Koalition abwählen, damit wäre schon allein die derzeit absolute Macht des Beton-Bau-Wirtschafts-Bundes gebrochen. Und Graz hätte eine Chance, zu überleben. Die Voraussetzungen dafür sind allerdings kaum gegeben, denn die Oppositionsparteien finden ja auch zu keiner gemeinsamen Strategie. Der Kampf um Platz 2 oder 3 ist ihnen offenbar wichtiger, als das Wohlergehen der Bürger. Für diese düsteren Ansagen entschuldige ich mich gleich bei denen, die noch Verantwortung übernehmen wollen, es gibt sie in allen Parteien!

donots1
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Liebe Kleine Zeitung:

Ist das nicht ein bischen heuchlerisch?
Einerseits kritisiert ihr "Flächenfraß in Österreich + Versiegelung ins Bodenlose" andererseits berichtet ihr über die Zerstörung der Natur am Kreischberg, noch dazu mit Fotos: "Kreischberg - Fast "Halbzeit": So steht es um die 40-Millionen-Baustelle"

Was jetzt??

notokey
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Schön,

dass dieses Bewusstsein endlich ankommt. Hat auch reichlich lange gedauert.

Es schaut ganz so aus, als würde die Politik den gesellschaftlichen Schaden erst bis in den Himmel wachsen lassen und dabei jahrzehntelang zusehen, erst dann wird reagiert - wenn überhaupt.

Damit dann noch einmal viel Steuergeld in die Hand genommen werden muss, um diese Schäden zu reparieren. (Hochwasserschäden, Klimawandel, Ortszentren, Abwanderung...)

Die Frage erhebt sich auch, wo die zuständigen fachlichen Beamten sind, die eine derart teure politische Entscheidungskultur durch ihren mangelnden fachlichen Einsatz erst ermöglichen. Politische "Wünsche", die langfristig derartig nachteilig sind, dürften erst gar nicht in "Gesetzesmaterie" beschlossen werden können, weil es ja die Fachabteilungen gibt, die der Politik mit Wissen zur Seite stehen.

calcit
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Fachliche Inkompetenz der Beamten?

Flächenwidmungpläne sind immer eine poltischische Entscheidung. Als Beamter haben sie grundsätzlich das auszuführen was ihr poltischer Vorgesetzer und das ist bei der Flächenwidmung meist der Bürgermeister wünscht. Wenn nicht könnens einpacken bzw. wenn´s eine entsprechende negative Stellungnahme als Sachverständiger abgeben, machens in Zukunft solche Arbeiten halt nicht mehr...

LaoQui
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Eine schreckliche Feststellung, aber

ich kann dagegen kaum Argumente anführen. Allerdings gibt es auch Gegenbeispiele: Gemeinden im Süden von Graz (Kalsdorf, Seiersberg u.a.), haben jetzt in Wohngebieten die Versiegelung auf max. 50 % beschränkt, obwohl das Land Steiermark im neuen Baugesetz 2020 eine völlig unbrauchbare Formulierung (absichtlich?) gewählt hat. Die Stadt Graz hat es daher bisher "nicht gewagt", eine Beschränkung zu verordnen, weil ihr das rechtlich zu unsicher scheint. Sie wird kommen müssen, aber bis dahin kann man die Freunde in der Bauwirtschaft noch wüten lassen. Ich wüßte Abhilfe: Wenn ein zuständiger politischer Referent wegen Versagens oder "Unregelmäßigkeiten" abgelöst werden muss, dann gleich auch die ganze Fachabteilung. Das würde die Zivilcourage enorm steigern. Übrigens werden die Vorgänge in Graz vielleicht bald nicht mehr ungeahndet bleiben, denn bei der Wirtschafts- und Korruptions-Staatswanwaltschaft soll bereits eine Anzeige eingelangt sein ....

zweigerl
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Nervend

Der Kommentar hört sich an, als ob der Skandal, dass Österreich 13 ha pro Tag versiegelt und sich damit als "Europameister" plustern kann (was die Kicker nie erreichen werden), eine Frage der Inkompetenz subordinierter Beamten der Fachabteilung "Bau" wäre. Das Ganze heißt Wirtschaft, i.e. "Bauwirtschaft", die schleunigst verboten gehört bzw. eingeschränkt auf Verbesserungen der bestehenden Baussubstanz. Denn auch diese Statistiken mit Wörthersee usw. nerven gehörig, wenn und weil man dann immer die Wut der eigenen Ohnmacht eingeblasen bekommt, dagegen etwas zu unternehmen. Warum gibt es keine Demonstration gegen den "Bodenfraß", aber gegen Covid-Maßnahmen? Antwort: Weil wirtschaften heißt, naturbelassene Räume zu zerstören. Aber geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut. Auch den Raumordnungsplanern, die dabei auch ihre Finger im Spiel haben.