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Drohkulisse TriageWie smart arbeitet die Regierung beim 2. Lockdown?

Der tägliche Morgenpost-Kommentar aus der Chefredaktion.

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Die Beschönigung „light“ nahm für diesen harten zweiten Lockdown niemand mehr in den Mund. Vielmehr stellte Bundeskanzler Sebastian Kurz den Begriff der „Triage“ in das Zentrum seiner Lockdown-Erklärung an die Nation. Der Begriff Triage stammt aus der Militärmedizin. Abgeleitet vom französischen Verb „trier“ (auslesen, selektieren) beschreibt er die Auswahl Schwerverletzter auf blutigem Schlachtfeld bei begrenzten Rettungsmöglichkeiten und Überlebenschancen. Triagen, so sagte Kurz, bei der Ärzte entscheiden müssen, ob ein Unfallopfer, ein Herzinfarktpatient oder ein Corona-Opfer das freie Intensivbett bekomme, gelte es mit diesem zweiten Lockdown abzuwehren.

Kommentare (8)
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migelum
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Jetzt klinkt sich auch der Herr Winkler ...

... ins immer populärer werdende Regierungsbashing ein ...

rouge
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Kritik ist aber schon noch erlaubt, oder?

@migelum: Bashing kann ich hier nicht herauslesen, sehr wohl aber mehr als berechtigte Kritik. Kurz wird niemals Fehler eingestehen.

scionescio
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Man könnte sich die Triage auch ersparen, wenn man vor sechs Monate und nicht erst jetzt die Alters- und Pflegeheime besser geschützt hätte und mit den wirkungslos verpuffenden 50 Milliarden mehr Intensivbetten geschaffen hätte ...

... es hätte auch geholfen, sinnlose Veranstaltungen wie den Ursulamarkt nicht behördlich zu genehmigen- aber diese Regierung reagiert nur im Nachhinein auf Kosten der Bevölkerung und agiert völlig planlos und unverhältnismäßig: im Sommer waren die Urlauber die Sündenböcke der Message Control- jetzt gibt es ein Vielfaches an Infektionen und trotzdem gibt es keine Reisewarnungen... deutlicher kann gar nicht bewiesen werden, dass die Maßnahmen dieser überforderten Regierung willkürlich, nicht evidenzbasiert und unverhältnismäßig sind!

wollanig
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Bhoa,

was für ein zusammen gestoppelter Unsinn.

scionescio
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@wollanig: es hätte mich auch überrascht, wenn du den Kommentar verstanden hättest ...

... aber immer wenn ein Jünger glaubt, seinem Messias auf diese Art beistehen zu müssen, weiß ich, dass ich ins Schwarze(oder besser Türkise) getroffen habe;-)

Buero
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Herr Winkler

das ist keine Drohkulisse, das ist jetzt schon Realität, wenn man darüber entscheiden muss, welche an sich notwendigen Leistungen an Patienten verschoben werden, um Platz für COVID-Patienten zu schaffen. Es ist für eine(n) 70jährigen nicht unerheblich, ob sein Katarakt im November oder im nächsten Juni operiert wird. Das sind 7 Monate verminderte Lebensqualität ohne Not. Und es gibt schlimmere Beispiele. Insoferne ist der mit politischem verwobene Titel - im Gegensatz zur Geschichte - nicht angebracht. Die Triage ist bereits Realität, wenn auch nicht auf dem höchsten Level.

scionescio
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Es gibt doch schon seit langem eine Form von Triage in unserem Gesundheitssystem, weil einfach keine unbegrenzten Mittel zur Verfügung stehen!

Auch bisher schon wurde entschieden, ob sich zB eine künstliche Hüfte für einen betagten Patienten mit anderen Erkrankungen überhaupt noch „rechnet“!

KleineZeitung
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Sehr geehrter "Buero",

genau deshalb habe ich geschrieben: "Die Drohkulisse der Triage an Österreichs Spitälern ist angesichts der steil steigenden Corona-Infektionszahlen real."
Mit freundlichen Grüßen, Adolf Winkler