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Zusammenleben

Ich wohne ja auch gern bei mir. Trotzdem verstehe ich nicht, warum jeden Herbst eine neue Insektenart bei mir einzuziehen versucht. Vor zwei Jahren waren es Marienkäfer, die in Kleingruppen die Fensterbank besetzt hielten. Letztes Jahr versammelten sich Dutzendschaften von Drahtwürmern um die Haustür und vermittelten Gästen den Eindruck, sie beträten den Schauplatz eines besonders vordergründig nach Effekten haschenden Horrorfilms.

Heuer sind es Baumwanzen. Mit denen bin ich seit der Kindheit verfeindet, weil sie immer verlässlich die letzte Himbeere imprägnieren, die man vom Strauch bzw. aus der Tasse pflückt, und die schmeckt dann nach den Sachen, die ganz unten im Restmüllkübel wohnen. Blöd sind sie auch noch. Letztens flog mir eine beim Lesen an die Stirn, und obwohl ich alles Getier nach draußen zu tragen pflege, braucht dieses damische Vieh sich nicht wundern, dass es die Attacke nicht überlebt hat. Ich bin auch schreckhaft und habe Reflexe.

Wie viele Menschen, die den Sommer im Garten verbracht haben, bin ich seit heuer Besitzerin einer App, die Pflanzen und Tiere erkennt. Von ihr weiß ich: Die nächsten, die bei mir Quartier nehmen wollen, sind wahrscheinlich die Asseln. Auf der Terrasse sind sie schon. Aber auch sie werden einsehen müssen, dass zwischen mir, den Spinnen und den Ameisen im Haus kein Platz mehr ist, echt nicht. UB

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