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SterbehilfeWie frei bleibt der freie Wille?

Das Recht des Todkranken, mit fremder Hilfe über sein Ende zu verfügen, soll gestärkt werden. Das ist nicht verwerflich. Was, wenn daraus Normalität wird?

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Ferdinand von Schirach hat ein lesenswertes, neues Buch geschrieben. (Alles von ihm ist lesenswert). Es hat politische Echtzeit-Aktualität. Das Buch heißt „Gott“ und befasst sich mit der Frage, wem das Leben gehört, vor allem dessen Ende. Eine fiktive Ethikkommission nähert sich dem Thema aus unterschiedlichen Denk- und Glaubenswinkeln und ringt in einem dramatischen Abtausch der Argumente um ein Urteil. Das Stück liest sich wie die Transkription des Ringens der Verfassungsrichter, die zur Stunde über eine Aufhebung des Verbots der Sterbehilfe, des ärztlich assistierten Suizids, beraten. Im Buch wird das Urteil am Ende den Lesern überantwortet. Dieser Komfort ist den Höchstrichtern nicht gegönnt. Sie müssen entscheiden, ob sich die Schleuse öffnen soll.

Kommentare (2)

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feringo
3
3
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.eine Sichtweise

Alle formulierten Aussagen im Artikel unterstütze ich, außer diese im letzten Satz.
Ich hoffe, in Österreich wird der freie Wille nicht schlechter bewertet werden als in Deutschland.

GordonKelz
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8
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Sg.Hr.Patterer !

So sehr ich ihre Kolumnen schätze, so sehr bin ich in diesem Fall ganz und gar nicht Ihrer
Meinung!
Da sind unterschwellig Sätze wie " Sie ( Höchstrichter) müssen entscheiden ob sich die SCHLEUSE öffnet...". Die Kirche sagt
" Das Leid gehöre zum Leben, erst so erfahre man seine TIEFE... Das ist kein großer Satz, wie Sie bemerken...Das ist ein typischer Satz
der Kirche..." desto mehr Du geknechtet wirst und leidest, desto eher suchst Du Gott und damit die Kirche..." Was für Barmherzigkeit, die von Gott und der Kirche ausgehen soll, das ist ein übler Satz, gegenüber den Menschen. Für mich ist es kein Zweifel, hoffe dass sich Karlsruhe wiederholt. Nicht dass wir in Europa übrig bleiben, wie auch beim Bestattungsgesetz, wo heute noch Gesetze aus der Hitlerzeit Geltung haben, weil man aus Gier nach Einnahmen nicht imstande ist,
ein zeitgemäßes Gesetz zu formen!
Gordon Kelz