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Mutiger Schritt?Rendi-Wagner will die Basis befragen - ein Akt der Verzweiflung

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SPOe-GREMIEN: RENDI-WAGNER
Pamela Rendi-Wagner © APA/ROLAND SCHLAGER
 

Damit hat niemand gerechnet. Völlig überraschend für Freund und Feind – innerparteilich ist da nicht immer leicht zu differenzieren – hat Pamela Rendi-Wagner einen Paukenschlag gesetzt. Ohne die roten Parteigranden vorab einzuweihen, kündigte die SPÖ-Chefin an, dass sie die Vertrauensfrage stellen wolle – allerdings nicht innerhalb der ehrwürdigen Gremien der SPÖ, also Parteipräsidium, Parteivorstand, Bundesparteitag, wie das in den letzten 120 Jahren gehandhabt worden wäre. Die Basis, die rund 160.000 Mitglieder sollen über ihre Zukunft als Parteichefin befinden. Wenn das nicht Ausdruck eines tiefen Misstrauens gegenüber der Parteihierarchie ist?

Auf den ersten Blick ist es ein durchaus mutiger Schritt. Niemand vermag zu sagen, wie das Votum ausgeht – abgesehen von der Frage, ob 50,1 Prozent politisch (nicht rechnerisch) für einen Vertrauensvorschuss ausreichend wären. Der Papierform nach dürfte Rendi-Wagner – auch mangels Gegenkandidat – die Urabstimmung klar gewinnen. An der Basis scheint ihr Rückhalt ein größerer sein als in den vielfach verstaubten Gremien, wo jedes Mitglied nicht nur das Wohl der Gesamtpartei, sondern seine eigene Agenda im Blickfeld hat - erinnert sei nur an Hans-Peter Doskozil oder Georg Dornauer. Dass die Parteigranden eigene Spielchen spielen, kennt man nur zu gut aus der jüngeren Historie der ÖVP.

Kommentare (1)

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fersler
4
5
Lesenswert?

die

alte ÖVP und Hr. Kurz haben doch ähnlich agiert und riskiert.

Man ist allerdings den kürzeren Weg über die Gremien und nicht den über die Basis gegangen.

Hr. Kurz hat sich für sein ok (nachdem er vorher Herrn Mitterlehner intregantisch abservierte) diktatorisch die Freibriefe für die neue Namensgebung, die Personalauswahl und auch die Zustimmung zur Auswahl der Abgeordneten zum Nationalrat ausbedungen.

So gesehen war die Zustimmung dazu ein Akt der Verzweiflung ('Hände falten, Goschn halten') der alten ÖVP, der allerdings bisher mit Erfolg endete.

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