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Von Mensch zu MenschNatürlich wird eine Lehrerbewertungs-App auch manche Lehrer an den Pranger stellen

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Irgendwie verwunderlich, dass es sie nicht schon längst gibt, die Lehrerbewertungs-App, die gestern in Wien präsentiert worden ist. Weniger verwunderlich ist, dass nicht wenigen der Glaube fehlt, dass da niemand an den Pranger gestellt werden, es kein Bashing geben soll und es nur darum geht, wie es gestern Erfinder Benjamin Hadrigan ausdrückte, Schülern eine Stimme zu geben. Künftig können diese somit in einer Datenbank mit 90.000 Lehrern bis zu fünf Sterne für einen spannenden Unterricht oder für Fairness verteilen. In Unterkategorien können bei weniger Sternen oder gar nur einem Stern die Defizite der Lehrerinnen und Lehrer konkretisiert werden. Lehrerin M. könnte sich somit mit einem Stern als ungerechte, chaotische Langweilerin in der App wiederfinden und am Elternabend zu hören bekommen: „Worauf führen Sie es zurück, dass Sie mit nicht genügend bewertet  werden?“ Nachsatz: „Was gedenken Sie zu tun, um dies zu ändern?“

Kommentare (3)

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mahue
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Lehrerbewertung

Zeitungsartikel heute in der kleinenzeitung: "Sollen auch Schüler ihre Lehrer bewerten dürfen". Meine Meinung ist, die größte Gefahr geht von sogenannten Helikoptereltern aus, unwissend und von der Zeit, weil nicht in der Materie sich auskennend und überholt. Eine aktuelle Krisensitzung am Freitag beim Sportverein hat meine Meinung erst bestätigt. Ehrgeiz der Eltern (weil selbst nur mittelmäßig) geht vor Kindeswohl, dann wird um sich geschlagen, mit unqualifizierten Argumenten. Was noch schlimmer ist die unüberlegte Diskussion vor den Kindern über Lehrer und Vereinstrainer im häuslichen Wohnzimmer. Was ist die Folge, Kinder bringen, Meinungen der Eltern, obwohl sie das meiste nicht verstehen, in Schule und Verein. Obwohl mein Sohn kein Musterschüler ist, reichen Elternsprechtage und Elternversammlungen in Schule und Verein. Daher eine Beurteilung der Lehrer durch Schüler finde ich absolut kontraproduktiv. Eltern sollen besser ihre Kinder zu Hause fördern, helfen wenn möglich, und die Profis ohne viel einmischen in Schule und Sportverein in Ruhe arbeiten lassen. Hätte mich mein Vater (als Helikopter) bei der Inskrpition begleitet hätte ich ihm freundlich gesagt (für mi mit dem auto hin, aber geh dawal an kaffee trinken). 😉

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mahue
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Lehrerbewertung

Entschuldigung: Inskription

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xx99
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Evaluierung gerne, aber nicht unbedingt so

Als Lehrerin habe mir die App aus Interesse heruntergeladen. Unheimlich fand ich, dass mein Name ungefragt in einer App aufscheint, aber ok... Das größte Problem sehe ich darin, dass Schulfremde einfach so bewerten können. Das geht unter Angabe der eigenen Handynr. - man braucht keinen Bestätigungscode oder eine ID als Schüler der Schule. Ich selbst könnte einen Kollegen auswählen und bewerten, obwohl ich die Person nicht kenne. Das kann also dazu führen, dass SchülerIn X von ihren Freundinnen (aus anderen Schulen) die Mathelehrerin schlecht bewerten lässt. Und auch Eltern könnten bewerten, obwohl sie Infos nur aus 2. Hand haben. Dazu gibt es die Kategorien: Unterricht, Fairness, Respekt, Motivationsfähigkeit, Geduld, Vorbereitung, Durchsetzungsfähigkeit, Pünktlichkeit. Darin sehe ich die nächste Schwierigkeit. Lassen Sie einen 11-Jährigen guten Unterricht definieren, oder abschätzen wie gut der Lehrer vorbereitet ist. Oder Respekt (was jetzt: Wir haben Respekt vor dem Lehrer, oder der Lehrer respektiert uns?). Im Grunde also gut gemeint (die Bewertung der Schule selbst finde ich toll), aber doch nur ein Tool zur Diffamierung. Ansonsten hätte man sich etwas überlegt, um nur "eigenen" Schülern Zugriff zu geben, und die Kriterien konkreter definiert. Ich bin für Evaluierung, aber so? Wichtig ist nun, die SchülerInnen im Umgang mit der App zu sensiblisieren und ich hoffe auf eine Verbesserung der App in Form eines anonymen Identitätsnachweises als SchülerIn der Schule.

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