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MorgenpostDer Globus an der Zürcher Bahnhofstraße passt in René Benkos Nobelkaufhaus-Sammlung

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Guten Morgen!

Das Kaufhaus an der allerfeinsten Adresse an der Zürcher Bahnhofstraße und dem Löwenplatz wäre ganz nach dem Geschmack von René Benko. Vor über 100 Jahren gegründet, steht dort „der Globus“, den jede Schweizerin und jeder Schweizer kennt. Es ist vergleichbar mit den Einkaufstempeln Alsterhaus in Hamburg und KaDeWe in Berlin, die Benkos Signa Holding ebenso übernommen hat, wie die deutsche Galeria Karstadt Kaufhof Gruppe. Nun verkauft der Schweizer Migros-Konzern seine Kette Globus und René Benko gilt – kaum verwunderlich – als heißester Interessent.

Von Dior und Chanel bis Wohnluxus und Reisen bietet das Zürcher Globus-Flagschiff alles, was man für Savoir Vivre braucht. An der „Fromagerie“ und der „Prosciutteria“ in der „***delicatessa“ im 1. Untergeschoß des Globus glaubt man sich vor Altären eines unterirdischer Gourmettempels. Ein Champagner-Dinner mit Starköchen am 11. November um 290 Schweizer Franken pro Person ist schon ausverkauft.

Aber so gut laufen nicht alle Geschäfte – wie übrigens auch schon zu Anbeginn. 1892 gründet der Händlersohn Josef Weber nach dem Vorbild von Printemps in Paris „J. Webers Bazar“, mit einer Sensation für die Schweiz: elektrisch beleuchteten Schaufenstern. Aber schon nach einem Jahr geht das Licht aus, und Weber braucht den Bankier Heinrich Burckhardt als Finanzier, der später den Globus daraus formt. Mit Länder-Aktionen bei Mode und Delikatessen von USA bis Indien und Japan macht der Globus seinem Namen Ehre und Furore. Bald reicht der Globus mit rund einem Dutzend Filialen von Basel bis Genf, von Luzern bis Locarno. 1997 übernimmt Migros den Globus zum Kaufwert von 700 Millionen Schweizer Franken.

Nun steckt Globus mitten in der digitalen Transformation der Handelswelt. „2018 war für Globus“, so bekennt das Unternehmen ein, „ ein sehr bewegtes Jahr.“ Vor allem bewegte sich der Umsatz um 5,7 Prozent nach unten, von 857 auf 808 Millionen Schweizer Franken. Der Zuwachs von 187 Prozent im Onlineshop ist eine Steigerung von noch zu niedrigem Niveau.

Was Benko und seinem Immobilienreich von verlauteten 14 Milliarden Euro Schätzwert zupass käme: Migros will dem Vernehmen nach, dass der Globus-Käufer nicht nur die Geschäfte, sondern auch Immobilien übernimmt. Vor allem das Filetstück an der Zürcher Bahnhofstraße.

In Schweizer Medien wird als mutmaßlich herausforderndster Mitbewerber Benkos der aktuelle Globus-CEO Thomas Herbert genannt, der seine kaufmännische Lehre bei Globus absolviert hatte, und an ein Management-buy-out denke. Doch auch Benko hat im Poker einen personellen Trumpf mit bester Globus-Kenntnis im Blatt: Der Vorsitzende im Group Executive Board der Signa Holding, der 2013 eingerichtet wurde, um Benko und seine Geschäftsführer vor allem strategisch zu beraten, heißt Ernst Dieter Berninghaus. Der deutsch-schweizer Manager war nach Karriere bei Metro und Rewe auch jahrelang Leiter der Handelssparte von Migros. An der Universität St. Gallen hält Berninghaus als Dozent Vorlesungen zum Thema „Erfolgreiches Management der Digitalen Transformation“ im Master-Studiengang an. Na, dann…!

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