Die Weltpolitik ist im Umbruch. Sollte es dafür noch eines letztgültigen Beweises bedürfen, ist er mit dem zweiten Gipfel zwischen Donald Trump und Kim Jong-un erbracht. Hätte ihm einer gesagt, dass sich ein US-Präsident mit einem nordkoreanischen KP-Chef in Hanoi treffen würde, um unter vietnamesischer Vermittlung Friedensgespräche zu führen, hätte er ihn noch vor wenigen Jahren für verrückt erklärt, formulierte es der erfahrene Journalist Karl-Peter Schwarz. Doch während der Rest der Welt das außergewöhnliche Ereignis zu würdigen weiß und den Ausgang abwartet, empört man sich in Europa wieder einmal lieber, diesmal darüber, dass Trump Kim als „Freund“ bezeichnet, und moderiert die Zusammenkunft der zwei von vornherein als „Illusionstheater“ („Süddeutsche Zeitung“) ab.
Gipfel in Hanoi
Auch wenn seine Gegner ihn mit Häme überschütten: Trump hat im Atomstreit mit Nordkorea mehr erreicht als seine Vorgänger.
Trumps hemdsärmeliger Zugang ist offenbar effizienter. Wunder wird freilich auch er in Hanoi keine wirken.
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