Was aktuell in der Bildungspolitik geschmiert läuft? Die PR-Maschinen. Da werfen Neos-Politiker einem FPÖ-Bildungslandesrat „Sabotageakte“ an Kindern vor, weil trotz der Erhöhung der Mittel es weniger Deutschförderlehrer geben soll. Stimme alles nicht, kontert der attackierte Landesrat. Österreich stärke die Chancengerechtigkeit, freut sich wiederum der Bildungsminister über das Chancenbonus-Programm, das 400 Schulen 800 zusätzliche Lehrkräfte bringen wird.
Keine Frage, mit diesem Chancenbonus wird eine jahrzehntealte Forderung umgesetzt. Ob er aber „ein großer Schritt in der Aufholjagd“ ist, wie der Bildungsminister jubelt? Angesichts von 50.000 Migrantenkindern, die ihre Lehrerinnen und Lehrer nicht oder kaum verstehen, ist es ein wichtiger Schritt. Aber in Schulen mit 30 Nationen und nur mehr fünf Deutschsprechenden vergleichbar mit einem Häferl im Kampf gegen einen Wasserrohrbruch. Denn was werden zwei zusätzliche Lehrer an einer Schule bewirken, wenn wie in Wien mehr als die Hälfte der Viertklässler die Bildungsstandards in Deutsch nicht mehr erreicht? Ein Ergebnis, das wiederum niemanden verwundern kann, wenn Migrantenkinder vom Kindergarten beginnend sprachlich ghettoisiert aufwachsen.
Ja, das ist wirklich ein Sabotageakt. Einer, über den keiner reden will. Wie auch nicht darüber, dass im Grunde neben jede Schulbank ein Deutsch-Coach gestellt werden müsste, um diesen Kindern Chancen zu geben, wie Direktoren befinden. Bleibt eine Frage an den Bildungsminister: Wann wagt er PR-Kampagnen, um Studentinnen oder Senioren zu motivieren, sich ehrenamtlich als Deutsch-Coach zu engagieren?
Carina Kerschbaumer ist Obfrau des Vereins „Wir für Österreich – Lesepaten für das Land“.