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Kritik an WerbekampagneFatboy Slim: "Regierung wirft Kunst vor den Bus"

Eine britische Regierungskampagne mit einer jungen Tänzerin empört nicht nur Fatboy Slim.

NOVA ROCK 2017: KONZERT - FATBOY SLIM
Fatboy Slim beim Nova Rock in Österreich 2017 © APA/HERBERT P. OCZERET
 

Die britische Regierung startete eine Werbekampagne, die Menschen dazu animieren soll, ihre Berufswahl zu überdenken. Anlass ist die coronabedingte Wirtschaftskrise. Eines der Sujets zeigt eine „Fatima“ genannte Balletttänzerin mit dem Slogan: „Fatimas nächster Job könnte in der IT sein (sie weiß es nur noch nicht)“. Der Shitstorm ließ nicht auf sich warten. „Das ist eine schreckliche Werbung. Es sollte heißen: Fatima wird wieder tanzen. Man muss den Leuten Hoffnung geben“, war eine von vielen Reaktionen.

Dass ausgerechnet Künstlern, die derzeit extrem schwere Zeiten erleben, geraten wird, sich einen neuen Job zu suchen, empörte auch prominente Musiker. DJ-Genie Fatboy Slim (57): „Das ist unglaublich. Die Regierung wirft die Kunst vor den Bus. Bei der von Bankern verschuldeten Finanzkrise hat zu denen niemand gesagt, sie sollen sich zusammenreißen und umschulen. Sie wurden finanziell gerettet. Wenn die einzige Hilfe für Künstler die ist, ihnen zu sagen, dass sie sich einen neuen Job suchen sollen, ist das einfach widerwärtig.“

Trip-Hop-Legende Goldie (55) sieht es ähnlich: „Das ist wie ein Kindergarten. Da geht es um Kunst! Sollen wir die Tate Gallery abschaffen? Sollen wir die Kunst zerstören – die Regierung macht das ja gerade!“


Kulturminister Oliver Dowden (42) distanzierte sich mittlerweile von der Kampagne: „Sie kam nicht aus unserem Ministerium, sie ist krass. Wir wollen Jobs im Kunstsektor erhalten.“

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