AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Nach ihrem Tod"Lang lebe die Königin": Film mit Hannelore Elsner wird fertiggestellt

Der Nachdreh zur Tragikomödie ist diese Woche zu Ende gegangen: Je fünf Schauspielerinnen spielen darin je eine der offenen Szenen der im April verstorbenen Hannelore Elsner.

SCHAUSPIELERIN HANNELORE ELSNER VERSTORBEN
Fans dürfen sich posthum aufihre letzte Rolle freuen: Hannelore Elsner © APA/DPA/OLIVER STRATMANN
 

Der unvollendete letzte Film von Hannelore Elsner soll noch fertiggestellt werden. Das teilte die ARD am Freitag mit. Die Schauspielerin hatte die Dreharbeiten wegen ihrer schweren Erkrankung abgebrochen, bevor sie im April im Alter von 76 Jahren starb. Der Nachdreh zur Tragikomödie "Lang lebe die Königin" unter Regie von Richard Huber ist in dieser Woche zu Ende gegangen.

Als Hommage an ihre verstorbene Kollegin haben fünf Schauspielerinnen ihre Rolle übernommen: Iris Berben, Hannelore Hoger, Eva Mattes, Gisela Schneeberger und Judy Winter spielten dem Ersten zufolge an je einem Drehtag eine Szene. Die Ausstrahlung des Films ist für 2020 geplant.

Abschied von einer Großen: Hannelore Elsner ist tot: Rückblick auf einen Charakterkopf

Sie begann als Starlet an der Seite von Freddy Quinn und war jahrelang nicht nur als TV-Kommissarin erfolgreich: Hannelore Elsner starb im Alter von 76 Jahren. 

(c) dpa (Hubert Boesl)

Das Leben der gebürtigen Bayerin war bewegt: Schon als kleines Mädchen musste sie den Tod ihres geliebten älteren Bruders verkraften. Bald darauf stirbt der Vater. Sie wechselt häufig die Schule ...

(c) ORF (Ard/Andrea Enderlein)

... und übernimmt als 14-Jährige in München kleinere Jobs, weil das Geld knapp ist. "Ich war nirgendwo richtig daheim", schreibt sie über ihre Jugend, schildert aber auch ihre unbändige Lebenslust.

(c) dpa (Wolfgang Kumm)

An den Beruf der Schauspielerin habe sie als Schülerin nie gedacht, berichtete Elsner. Sie sei mit 16 in München bei einem Spaziergang mit ihrer Mutter entdeckt worden, von dem türkischen Regisseur Halit Refig.

(c) EPA (Jens Kalaene)

Nach Proben in Istanbul durfte sie auf die Schauspielschule, musste dafür aber kleinere Rollen in Filmen mit Stars wie Hans-Joachim Kulenkampff und Freddy Quinn übernehmen.

(c) APA (ROBERT NEWALD)

Sie schwärmte jedoch für den französischen Film: "Solche Rollen wollte ich später immer spielen, schwer und leicht zugleich."

(c) EPA (Jan Woitas)

Ihre Agentin habe ihr mit etwa 17 Jahren geraten, die Nase schmaler machen und die Zähne begradigen zu lassen, sowie sich einen Künstlernamen zuzulegen, erinnerte sich Elsner zu ihrem 75. Geburtstag. Sie hörte darauf nicht, streicht nur das "t" aus ihrem Geburtsnamen Elstner.

(c) EPA (Jan Woitas)

Mit etwa 19 Jahren stand sie zum ersten Mal auf einer Theater-Bühne. Fünf Jahre später sollte sie in den Kammerspielen in "Tango" (1966) die erste Nackte auf einer deutschen Bühne gewesen sein.

(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

In mehr als 200 Fernseh- und Kino-Rollen war die 1,60 Meter große Frau zu sehen. Ihre erste von zahlreichen Auszeichnungen bekam sie mit 29 Jahren: die Goldene Kamera für die Rolle der Sasha in Tschechows Stück "Iwanow". Ihren Ruhm als preisgekrönte Charakterdarstellerin begründete sie erst um die Jahrtausendwende.

(c) dapd (Lennart Preiss)

Ihr Kinodebüt gab sie 1961 in dem Film "Das Mädchen mit den schmalen Hüften". Starregisseur Jürgen Roland vertraute ihr ein Jahr später in der Krimiserie "Stahlnetz" ihre erste Hauptrolle an. Als Durchbruch zu internationaler Anerkennung gilt ihre Hauptrolle in Alf Brustellins Film "Berlinger" (1975). Drei Jahre später drehte sie mit ihm "Der Sturz" nach einem Roman von Martin Walser.

(c) AP (BERND KAMMERER)

Im Fernsehen war Elsner in der ARD-Serie "Die Kommissarin" (1994-2006) besonders erfolgreich. Als Lea Sommer ist sie eine der bekanntesten deutschen TV-Ermittlerinen. In Pumps, Kostüm und schwarzer Lederjacke ermittelt sie in fast 70 Folgen; Til Schweiger ist anfangs ihr Assistent.

(c) AP (DIETHER ENDLICHER)

Auf die Bühne kehrte sie 1996 mit dem Solostück "Eine tot-normale Frau" zurück. Ohne dieses sei sie nicht bereit gewesen für "Die Unberührbare" (2000), berichtet sie. Ihre Darstellung einer vom Leben gekennzeichneten Schriftsellerin bringt ihr den Deutschen Filmpreis ein.

(c) AP (FRANKA BRUNS)

Gleich noch einmal bekommt sie ihn für ihren Leinwandmonolog einer Schauspielerin in "Mein letzter Film" (2002) nach einem Drehbuch von Bodo Kirchhoff. Zu ihren großen Kino-Erfolgen gehört auch ihre Rolle in Doris Dörries "Kirschblüten - Hanami" (2008) an der Seite von Elmar Wepper.

(c) AP (Hermann J. Knippertz)
1/13

In "Lang lebe die Königin" spielte Elsner die Mutter von Nina Just (Marlene Morreis), Moderatorin bei einem Verkaufssender, die machen kann, was sie will, aber nie deren Anerkennung bekommt. Dann erfährt sie, dass ihre Mutter Krebs hat und eine Spenderniere braucht. Gleichzeitig entwickelt sie eine Zuneigung zu dem Pannenhelfer Mike (Matthias Kelle). Offen bleibt ob Nina und ihre Mutter sich aussöhnen.

Hannelore Elsner hatte die meisten Szenen bereits gespielt. Fünf Szenen seien übrig geblieben, in denen sich Mutter und Tochter in unterschiedlichen Situationen begegnen, erläuterte Claudia Simionescu, Redaktionsleitung Fernsehfilm beim Bayerischen Rundfunk. "So kam die Idee auf, die Rolle der Mutter auch mit fünf unterschiedlichen Schauspielerinnen zu besetzen." Inhaltliche Änderungen am Drehbuch habe es nicht gegeben. "Wir wissen, wie wichtig es Hannelore Elsner gewesen ist, dass dieser Film fertiggestellt wird."

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.