Am 10. Juni 2025 feiert Veronika Ferres ihren 60. Geburtstag – eine Schauspielerin, die wie kaum eine andere das deutsche Kino und Fernsehen über Jahrzehnte geprägt hat. Mit Rollen in Klassikern wie „Schtonk!“, „Das Superweib“, „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ und auch vielen internationalen Produktionen erarbeitete sie sich als wandelbare und kraftvolle Darstellerin einen festen Platz im Filmbusiness. Ihren runden Geburtstag nehmen wir zum Anlass, auf ihre beeindruckende Karriere und ihr bewegtes Leben zurückzublicken.
Veronica Ferres spielte in den vergangenen 40 Jahren zahlreiche Rollen. 1988 spielte Ferres in ihrem ersten Kinofilm „Die Geierwally“ von Walter Bockmayer die Magd. In „Die Zweite Heimat“ von Edgar Reitz spielte sie 1992 das Mädchen Dorli aus der Provinz. Es folgte die Rolle der Sekretärin in der ZDF-Familienserie „Unser Lehrer Doktor Specht“ (1992) und die kölsche Proletarierin in Tom Gerhardts „Voll normaaal“ (1994).
Raketenartiger Schub durch „Schtonk“
Zu den wichtigsten gehörte wohl ihr Mitwirken in „Schtonk!“ 1992: Dass Regisseur Helmut Dietl die damals noch recht unbekannte Schauspielerin für die Figur der Fälscher-Muse Martha auswählte, gab ihrer Karriere einen raketenartigen Schub. Es folgten „Rossini“ und „Das Superweib“, die Buhlschaft im „Jedermann“ und der Sprung nach Hollywood. 2012 war Ferres in dem Kinofilm „Der Teufelsgeiger“ neben dem Geiger David Garrett zu sehen.
Die Schauspielerin pendelt ständig zwischen München und Los Angeles, ist häufiger Gast auf roten Teppichen, inzwischen auch als Produzentin tätig und steht weiterhin immer wieder vor der Kamera. In diesem Jahr war sie in der RTL-Krimireihe „Alpentod“ zu sehen - ein weiteres Beispiel für ihre Rollen-Vielseitigkeit.
Image „Superweib“ abgeschüttelt
Ihr Vielseitigkeit hat sich Ferres auch hart erarbeitet, drohte die Schauspielerin nach dem gigantischen Erfolg von „Das Superweib“ 1996 auf dieser Frauenfigur festgelegt zu werden. Doch es gelang ihr, dieses Image abzuschütteln. Im deutschsprachigen Raum drehte sie mit der ersten Riege der TV- und Kinobranche - Mario Adorf, Heiner Lauterbach, Uwe Ochsenknecht, Christiane Hörbiger, Götz George und viele weitere. Probleme mit dem Älterweden hat Ferres nicht.
Ein kurzer Überblick über ihr Leben und ihre Karriere:
Der Kinohit „Schtonk!“ bescherte ihr mit seiner Oscar-Nominierung schon 1992 erste Kontakte mit der US-Filmbranche. Zunächst drehte sie aber weiter in der Heimat Deutschland. Neben großem Erfolg bescherte ihr der Film auch eine große Liebe: die mit Regisseur Helmut Dietl. Fast zehn Jahre lang waren die beiden ein Paar. „Die Ferres“ wurde zum Star.
Kindheit in Solingen
Den Drang auf die Bühne hatte die Tochter des Kohlen- und Erdäpfelhändlers Peter Ferres und seiner Frau Katharina nach eigenen Angaben schon als Kind. In der Theater-AG in Solingen konnte sie den ausleben. Für den Schauspielwunsch ihrer Tochter hätten ihre Eltern allerdings kein Verständnis gehabt, sagte Ferres etwa 2015 in der BR-Dokumentation „Lebenslinien“. Deshalb hätten sie auch ihr Studium - Germanistik, Theaterwissenschaften und Psychologie - in München nicht finanziell unterstützt.
Mit Studentenjobs schlug sie sich durch, ergatterte Mitte der 1980er-Jahre erste Theaterengagements - und musste zahlreiche Absagen von Schauspielschulen wegstecken. Sie sei mit 1,80 Metern schlichtweg zu groß, habe es geheißen. Nun, bald darauf war sie groß - und zwar im Geschäft. Sie stand mittlerweile auch neben Hollywood-Größen vor der Kamera, von John Malkovich über Sandra Bullock bis zu Pierce Brosnan. Auch eine schwere Erkrankung konnte sie nicht ausbremsen: Im Frühjahr 1999 fiel Ferres wegen einer enzephalitischen Meningitis, einer Hirnhautentzündung, ins Koma und musste anschließend Gehen und Sprechen neu lernen.
Goldene Kamera, Bambi, & Co.
Vielfach wurde Ferres ausgezeichnet, unter anderem mit der Goldenen Kamera, dem Bambi und dem Grimme-Preis. Neben der Schauspielerei engagiert sie sich unter anderem für Erinnerungskultur und Frauen-Empowerment. Was wenige wissen: Sie schrieb auch Kinderbücher. 2007 erschien „Nein, mit Fremden geh ich nicht“. Es wurde 2007 zum „Buch des Monats“ gewählt. Zwei Jahre später wurde „Fass mich nicht an!“ veröffentlicht. Beide Bücher wurden von Julia Ginsbach illustriert und sollen Kinder für gefährliche Situationen sensibilisieren.
Dass sie nicht nur Fans hat, sondern manche sie als Schauspielerin nicht mögen, mache ihr nichts aus, wie sie im BR sagte: „Deshalb bin ich nicht auf der Welt, dass ich ein Gefälligkeitsprodukt werde. Ich bin ein Mensch mit Ecken und Kanten, mit eigener Meinung, mit eigenen Visionen und mit einem Freiheitsdrang, und ich sage immer, was ich denke, und deshalb mögen mich viele nicht. Das ist mir aber wurscht, wie der Bayer so schön sagt.“ Zudem enthüllte das Magazin „Der Spiegel“ 2014, dass Ferres und Maschmeyer Geldvermehrung mit Wertpapiertricksereien betrieben. Später bestritten sie, gewusst zu haben, dass die Gewinne vor allem auf einem Steuertrick beruhten und zogen gegen die Banken ins Feld.
Mit Carsten Maschmeyer verheiratet
Veronica Ferres ganzer Stolz ist ihre inzwischen 24 Jahre alte Tochter und Schauspielerin Lilly Krug, die aus der Ehe mit dem Filmproduzenten Martin Krug stammt. Sie wurde am 5. Juni 24 Jahre alt und lebt in Los Angeles, wo sie Psychologie studiert. Im Actionthriller „Plane“ (2023) mit Gerard Butler war sie in einer Nebenrolle zu sehen.
Seit 2014 ist Ferres mit dem Unternehmer Carsten Maschmeyer verheiratet. „Ich möchte geliebt werden, so anstrengend wie ich bin, so widersprüchlich wie ich bin, so unberechenbar wie ich bin“, sagte sie 2015 in „Lebenslinien“. Mit Maschmeyer habe sie diese Liebe gefunden.