Von einem Tag auf den anderen war sie weltberühmt. 1987 wurde die Schauspielerin Jennifer Grey über Nacht zum Star, als sie an der Seite, besser gesagt in den Armen von Patrick Swayze in „Dirty Dancing“ die schüchterne Frances „Baby“ Houseman spielte. Der Film wurde zum Kult, spielte weltweit über 200 Millionen US-Dollar ein – doch die große Hollywoodkarriere der Newcomerin, die danach eigentlich hätte folgen sollen, blieb aus. Die Gründe sind tragisch.

Nach Schönheits-OP erkannte sie niemand mehr

Am 26. März feiert Jennifer Grey ihren 65. Geburtstag. Rückblickend sagte sie selbst: „Meine Karriere habe ich teilweise selbst zerstört.“ Denn nur kurz nach dem Erfolg mit „Dirty Dancing“ ließ sie sich die Nase operieren – angeblich auf Drängen ihrer Mutter, die überzeugt war, dass sie damit bessere Chancen auf Rollen hätte. Doch das Gegenteil war der Fall. „Ich habe meine Identität verloren“, schrieb Grey später in ihren Memoiren „Out of the Corner“. Die neue Nase veränderte ihr Gesicht so sehr, dass sie plötzlich niemand mehr erkannte – weder Casting-Agenten oder Fotografen, nicht einmal Kollegen.

Trauma durch tödlichen Autounfall

Damit nicht genug, hatte Grey zu jener Zeit auch mit den Folgen eines schweren Autounfalls zu kämpfen. Wenige Wochen vor der Premiere von „Dirty Dancing“ war sie mit ihrem damaligen Partner Matthew Broderick mit dem Auto in Irland unterwegs, als das Paar frontal in ein anderes Fahrzeug krachte. Zwei Menschen kamen ums Leben, Grey erlitt ein Schleudertrauma. Der Unfall überschattete ihren Durchbruch – und veränderte sie tief. „Es war das Traumatischste, was mir je passiert ist“, sagte sie später der „New York Times.“

Vater ist Oscar-Preisträger (“Cabaret“)

Dabei hätte alles ganz anders laufen können. Jennifer Grey stammt aus einer Schauspielerfamilie, ihr Vater Joel Grey ist Oscar-Preisträger (“Cabaret“), ihre Mutter Schauspielerin und Sängerin. Grey selbst wurde in Manhattan ausgebildet, hatte 1984 in „Die rote Flut“ ihre erste größere Rolle – an der Seite von Patrick Swayze, mit dem sie damals jedoch kaum zurechtkam. „Er hat allen Streiche gespielt, es war so machomäßig“, erinnerte sie sich im Podcast „Awards Chatter“. Trotzdem bekamen beide später noch einmal die Chance zur Zusammenarbeit – und schufen mit „Dirty Dancing“ ein Leinwandpaar für die Ewigkeit.

Beziehungen mit Hollywood-Stars

Doch nach dem Welterfolg wurde es still um Jennifer Grey. Statt in großen Filmrollen machte sie bald eher mit ihrem Liebesleben Schlagzeilen: Beziehungen mit Matthew Broderick, Johnny Depp, Michael J. Fox, später die Ehe mit Schauspieler Clark Gregg, mit dem sie eine Tochter hat – die Liebe blieb ebenso wie die Karriere ein Auf und Ab.

Doch Jennifer Grey schaffte es immer wieder ins Rampenlicht. Sie gewann 2010 die TV-Show „Dancing with the Stars“, hatte Serienauftritte in „Friends“ und „Grey’s Anatomy“, arbeitete als Synchronsprecherin – und feiert aktuell mit den Filmen „A Real Pain“ und „Wish You Were Here“ ein überraschendes Comeback. Ob ihr mit 65 nun doch noch der große zweite Durchbruch gelingt? Hollywood spekuliert. Sogar eine Fortsetzung von Dirty Dancing mit ihr in der Hauptrolle steht im Raum.