Der „Davidstern-Prozess“ rund um Sänger Gil Ofarim (41) geht am heutigen Mittwoch in eine neue Runde. Seit vergangener Woche muss sich der Musiker aufgrund eines angeblichen Antisemitismus-Vorfalls vor einem Gericht in Leipzig verantworten.
Angeblicher Vorfall in Lobby
Doch was genau wird dem 41-Jährigen vorgeworfen? Ofarim ist im Oktober 2021 in dem Leipziger Hotel Westin abgestiegen. Doch im Zuge des Eincheckens soll der Manager des Hotels den Sänger mit israelischen Wurzeln antisemitisch beleidigt haben. Ofarim schilderte die Lage in einem Instagram-Video damals wie folgt: Der Manager soll Ofarim damals aufgefordert haben, seine silberne Davidstern-Kette abzunehmen. Erst dann dürfe er einchecken.
Dieses Video auf Instagram – gepostet von Gil Ofarim – hält die Diskussion am Laufen.
Nach den schweren Anschuldigungen gegen den 35-jährigen Manager des Hotels, der seit dem Vorfall in psychologischer Behandlung ist, wurde ein erbitterter Rechtsstreit losgetreten. Nach intensiven Ermittlungen ist sich die Staatsanwaltschaft jedoch sicher, dass Ofarims Anschuldigungen falsch sind. Aktuell muss sich der Musiker wegen des Vorwurfs der Verleumdung und falscher Verdächtigungen auf der Anklagebank rechtfertigen. Das Verfahren gegen den Manager wurde eingestellt.
Zum Prozessauftakt schwieg der 41-Jährige und äußerte sich nicht zu den Anklagepunkten. Der Hotelmanager schilderte am vergangenen Dienstag seine Sicht der Dinge. Der 35-Jährige, der mittlerweile das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen hat, habe sich von Ofarims Auftreten am besagten Abend bedroht gefühlt. Er sah den „guten Ruf des Hotels“ in Gefahr, da der Sänger das Haus lautstark in der Lobby als „Scheißladen“ bezeichnet habe. Er habe Ofarim aufgefordert, sich zu entschuldigen, und verwehrte ihm das Einchecken.
Video soll Klarheit bringen
Mittlerweile ist der Prozess rund um die Davidstern-Causa längst zum Medienspektakel geworden. Am heutigen vierten Prozesstag sollen weitere wichtige Zeugen vernommen werden, die klarstellen sollen, ob die Kette von Ofarim zum damaligen Zeitpunkt überhaupt zu sehen war. Oder ob sie, wie auch behauptet, unter seinem Hemd und somit nicht sichtbar war. Im Laufe des heutigen Mittwochs wird zudem ein wichtiges Video aus der Hotellobby gezeigt. Auch ein Gutachter wird zu Wort kommen.
Bis zum 7. Dezember hat das Gericht insgesamt zehn Verhandlungstage angesetzt.