Offen gesagt: „Kriegsfit statt enkelfit“, 23. 3.

In dieser hochvolatilen Wendezeit sind Europa und Österreich, bedroht von nihilistischen Kräften aus Ost und West, gefordert, autonom für mehr (militärische) Sicherheit und (friedliebende) Souveränität zu sorgen. In diesen unsicheren Zeiten gilt leider das alte Wort „Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor“. Weniger martialisch ausgedrückt, müsste man „Krieg“ durch „Verteidigung“ ersetzen. In diesem Zusammenhang ist auch verständlich, dass das Bundesheer verteidigungsadäquat ausgestattet und über die immerwährende Neutralität diskutiert wird. Die Verantwortlichen in Politik, Wissenschaft und Medien sollten Klartext sprechen und aufklärende Entmythologisierung der Neutralität betreiben. Sie darf keine Komfort-Neutralität sein; über sie nüchtern und illusionslos zu sprechen, sollte auch Teil der geistigen Landesverteidigung sein. Identitätsstiftend darf keine „leere“ Neutralität oder Trittbrettfahrer-Neutralität sein – eine engagierte, konstruktiv-solidarische Mitarbeit am europäischen Verteidigungs- und Friedensprojekt sollte das realistische Gebot der Stunde sein. Im Rahmen der momentanen rechtlichen Möglichkeiten (z. B. „Partnerschaft für den Frieden“) sollten die österreichischen Aktivitäten deutlich und vernehmbar verstärkt werden. Wir wollen ja keine Zuschauer beim politischen Geschehen sein.

Hoffen wir, dass nicht das martialische Sprechen und Agieren das letzte Wort hat, und dass das Prinzip Hoffnung stärker ist.
Andreas Rakowitz, Völkermarkt

Mammutaufgabe

Die EU ist ein Friedensprojekt, keine Frage! Die fürchterlichen in Europa stattgefundenen Kriege wechselten ihre Schauplätze in die Geschichtsbücher. In welchen Grenzen sich Europa versteht, bestimmt das verwendete Paradigma. Aber von außen wird Europa mehr oder weniger nur als Binnenmarkt betrachtet. Vor Europa muss sich niemand fürchten. Diesen Luxus sicherte die NATO unter der Hegemonie der Vereinigten Staaten reichlich ab. Aber ein ungebildeter amerikanischer Präsident hat erkannt, das Experiment entscheidet. Und Europa hat erkannt, wie wehrlos und ungefragt es tatsächlich ist.

Ein ausreichendes Sicherheitskonzept für das „Europa der Freiwilligen“ zu konstruieren und auch tatsächlich hochzurüsten, ist eine Mammutaufgabe. Wer erkannt hat, dass sich ein gegenwärtiger Konflikt nur mehr im hochtechnisierten Bereich inklusive Satellitensystemen im Cyberbereich abspielt, weiß auch, dass ein heutiges Kräftemessen nicht nur ein unvorstellbares Zerstörungspotenzial aufweist, sondern auch in der Lage ist, den Kommunikationsbereich mit allen seinen Konsequenzen vollkommen zu beherrschen. Schon gegenwärtig verbiegen soziale Medien unser kritisches Denken.

Die EU hat sich der Führungsrolle der US unterworfen und im Gegenzug Märkte für Produkte und Dienstleistungen angeboten. Heute ist es praktisch kaum mehr möglich, mit wirtschaftlich mächtigen und hoch technisierten Staaten gleichzuziehen. Der Vorsprung entwickelt sich exponentiell. Solange sich die EU als Stückwerk präsentiert, steigt das Risiko, international unter die Räder zu kommen. Weitreichende Reformen können nicht mehr aufgeschoben werden!
DI Dr. Herbert Wiederschwinger, Pörtschach/Wien

Wertvolle Neutralität

Ist den Befürwortern für das Abschaffen der Neutralität eigentlich bewusst, dass im Falle einer militärischen Auseinandersetzung mit der NATO dann auch unsere Männer, Söhne, Schwiegersöhne und Enkel in den Krieg ziehen müssen? Wie leichtsinnig gehen wir mit der wertvollen Errungenschaft der Neutralität nach zwei Weltkriegen um!
Elisabeth Immervoll, Liezen

Friedenslösung

Wer nicht bereit ist, alles für den Frieden zu geben, könnte alles im Krieg verlieren.
Christoph Winter, Puch 

Weiter hoffen

Ohne blauäugig sein zu wollen, würde ich mir wünschen, dass man in öffentlichen Medien nicht ständig den Krieg „herbeifürchtet“. Ich finde es der Bevölkerung gegenüber weder klug noch sinnvoll, denn Angst war noch nie ein guter Lebensbegleiter. Nachdem die Demokratie von radikalen Machthabern mit Füßen getreten wird, ist mir bewusst, dass wir Europäer zukünftig selbst für unsere Sicherheit zu sorgen haben und alle Begleitmaßnahmen akzeptieren müssen. Vor allem wäre es begrüßenswert, in jeder Hinsicht selbstständiger zu werden, und beispielsweise Medikamente und andere Grundbedürfnisse nicht von anderen Staaten zu importieren, sondern möglichst selbst herzustellen.

Ich bin froh, dass ich seit dreiundsiebzig Jahren keinen Krieg erleben musste, und ich hoffe sehr, dass das so bleibt. Lasst uns bitte weiter hoffen!
Stefanie Werger, Graz

Machthaber an die Front

Dass wieder Frieden weltweit einziehen würde, wünschen sich wohl die meisten Menschen, die regelmäßig die schrecklichen Bilder des Krieges in den Medien vor Augen geführt bekommen. Man resigniert langsam selbst, und man hat den Eindruck, dass dieses Ziel unerreichbar ist. Und dennoch kommt mir ein Gedanke in letzter Zeit immer öfter in den Sinn: Es sollte eine Regel geben, die besagt, dass jeder Machthaber, sei es Putin, Netanjahu, Trump und wie sie alle heißen, zuerst an die vorderste Front ziehen müssten. Mitten ins Kriegsgeschehen und nicht in den riesigen, sicheren und komfortablen Büros sitzend, den Tod unzähliger Menschen in Kauf nehmend. Ich könnte mir vorstellen, dass die Friedensverhandlungen und Kompromisse, da gar nicht mehr so schwierig, ja unmöglich wären, wie sie derzeit zu sein scheinen.

Aber diese Machthaber denken nicht daran, ihr Leben im Luxus ist ihnen viel zu viel wert, während das Leben der anderen, ihrer „Untertanen“, nichts zählt. Es wird eine Illusion bleiben, aber wie herrlich klingt trotzdem der Spruch in meinen Ohren: Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!
Eva-Maria Rabensteiner, Feldkirchen

Vor dem Abgrund

Eigentlich sollte es zu denken geben, dass die zwei Weltkriege größtenteils auf europäischem Boden stattgefunden haben. Trotz millionenfachen Leids, welches damals über die Bevölkerung hereinbrach, scheint die Anzahl der Mahner immer kleiner zu werden. Ja, es fehlt nicht mehr viel und wir stehen wieder am Abgrund. Das Seil des Miteinanders und der Solidarität, welches uns Sicherheit gab, scheint durchtrennt zu sein. Wollen wir die senkrechte Wand wirklich ohne Sicherung weiter klettern, bis zur Katastrophe? Viele Bergsteiger leben noch, weil sie begriffen haben, dass auch Scheitern Erfolg sein kann. Nicht nur einem Staatenlenker sollte man das Zepter aus der Hand nehmen, weil er nicht begriffen hat, dass das Wohl seines Volkes oberste Priorität zu sein hat.

Ist es denn so schwer zu begreifen, dass Waffen nicht nur Sieg, sondern Tod, Verstümmelungen und unendlich viel Leid auf beiden Seiten verursachen? Es ist Frühling und da sollte das Eis schmelzen, damit die Hoffnung auf Leben erwachen und sich entfalten kann.
Manfred Linzer, St. Salvator

Brücken statt Mauern

Grenzen brauchen Brücken und keine Mauern! Bauen wir Kinderspielplätze an allen Grenzen, wo unsere Kinder und die Kinder der Nachbarnationen samt ihren Eltern zusammenkommen. Eröffnen wir Pavillons an allen Grenzen, für Musik, Tanz und Theater, wo sich die Nachbarn aller Nationen kulturell, künstlerisch, literarisch und gastronomisch austauschen.

Stecken wir das (ausgeborgte) Rüstungsgeld in die Nachrüstung der Stromnetze und montieren wir Photovoltaikmodule auf alle (!) Dachflächen Europas. Die Energiekosten werden sinken und damit auch die gesellschaftsspaltende Inflation. Bitte nie wieder Wirtschaftswachstum durch todbringende Kriegsrüstung!
Fritz Baumgartner, St. Georgen