Nach schweren Überschwemmungen rund um den Murray River im Südosten Australiens gibt es auf vielen Weiden ein kurioses Phänomen mit üblem Geruch: Unzählige tote Karpfen liegen auf den Koppeln und verrotten stinkend in der Sonne. Die Nachrichtenagentur AAP sprach am Dienstag von einer wahren "Karpfenplage", speziell im Murray-Darling-Becken im Bundesstaat Victoria.

"Ich kann wirklich nicht gut riechen, und selbst ich rieche es. Das heißt, es stinkt wirklich sehr", sagte die Milchbäuerin Heather Campbell aus Cohuna im Norden von Victoria. Tausende junge Karpfen verwesten gerade auf den Koppeln, auf denen normalerweise ihre 200 Kühe grasten. Die jungen Karpfen seien beim jüngsten schweren Hochwasser in die Bewässerungssysteme gelangt und lägen nun tot an Land. Zahlreiche Landwirte in der Region meldeten demnach ebenfalls eine Fischinvasion auf ihren Feldern.

Angst um Vieh

Viele Farmer befürchten, dass ihr Vieh krank werden könnte, falls es die verwesenden Fische frisst. Campbell will nun Zäune errichten, um ihre Kühe von den Karpfen fernzuhalten. Jedoch befürchtet sie, dass der Gestank bald unerträglich werden könnte, da der Wetterdienst für die Region in den nächsten Tagen eine Hitzewelle vorausgesagt hat.

Es sei bekannt, dass sich Karpfen in Überschwemmungsgebieten stark vermehrten, wobei sich ihre Larven und Jungfische über weite Gebiete verteilten und zurück in die Hauptwasserstraßen wanderten, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Energie, Umwelt und Klimaschutz. Aber nicht alle überlebten. "Eine große Zahl dieser Fische, insbesondere Jungfische, stranden dann in der Überschwemmungsebene, wo sie sterben."