Eine Bärin ist am Montagabend im Trentino bei einer Routine-Operation gestorben, bei der das Halsband, das das Tier seit Juli 2021 trug, ersetzt wurde. Erste Untersuchungen des Veterinärteams ergaben, dass das Tier in der Schlauchfalle starb, kurz nachdem die Betäubung wirkte. Die Wiederbelebungsmaßnahmen waren erfolglos, teilt die Provinz Trient am Dienstag mit.

Die Bärin F43 wurde bereits seit einiger Zeit intensiv beobachtet. Wegen ihres ausgeprägten Vertrauens in den Menschen galt sie als Problembärin. "Die Notwendigkeit, Problembären intensiv zu überwachen und zu versuchen, ihr Verhalten zu ändern, kann angesichts der Risiken, die mit heiklen Operationen verbunden sind, zu Vorfällen wie dem führen, der sich ereignet hat", hieß es in einer Presseaussendung der Provinz Trient.

Beschwerde gegen Fangverfahren

Der italienische Tier- und Umweltschutzverband Aidaa will eine Beschwerde bei der Trentiner Staatsanwaltschaft einreichen, um sowohl eine Autopsie der Bärenleichen als auch die Überprüfung der korrekten Anwendung der Fangverfahren zu verlangen. "Wir sind nicht davon überzeugt, dass es sich um einen Unfall handelt, man muss der Sache auf den Grund zu gehen", schrieben die Tierschützer in einer Presseerklärung.

90 Bären im Trentino

Im Trentino wurden die Raubtiere wieder angesiedelt und vermehrten sich gut. Inzwischen dürften dort inzwischen etwa 90 Tiere leben, was manchen Anrainern zu viel ist. Ein sieben Monate altes Bärenjunges war vergangene Woche bei einem Verkehrsunfall in Vermiglio im Trentino ums Leben gekommen. Das etwa 20 Kilogramm schwere Tier starb wahrscheinlich an einem schweren Schädeltrauma. Vermutet wird, dass das Junge mit seiner Mutter unterwegs war. Die Bärenmutter mit ihren zwei Kleinen war diesen Sonntag im Tal Val di Sole gesichtet worden, teilte die Provinz Trient mit.