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FamilieVorsicht, Falle: Über die Top-6-Erziehungsmythen

Brauchen Kinder Grenzen? Schadet zu viel Aufmerksamkeit meinem Kind? Wie weit geht die Verantwortung der Eltern? Familiencoach Alexandra Köhler klärt über ihre Top-6 unter den Erziehungsmythen auf.

Wie kann das Familienleben gelingen? © (c) ronstik/stock.adobe.com
 

1. "Kinder brauchen Grenzen."

Nein. Was sie tatsächlich brauchen, ist es, die Grenzen des anderen kennenzulernen: Wo höre ich auf und wo beginnt der andere? Darüber lernt man ganz viel über Respekt und wie Beziehung funktioniert. Wichtig ist also, dass die Erwachsenen ihre eigenen Grenzen wahrnehmen und anerkennen. Ich höre sehr oft von Eltern, dass sie zum 37. Mal in dieselbe Diskussion mit ihren Kindern gehen und dabei total ihre eigenen Grenzen überschreiten. Was lernt das Kind daraus? Ich brauche nur Ausdauer, dann setze ich durch, was ich möchte. Aber auch: Ich kann die Grenze meiner Eltern nicht wahrnehmen. Das was ich spüre und das, was mir gesagt wird, stimmt nicht überein. Und das Kind sucht nach dem Halt darin, es sucht nach der Grenze. In unserer Generation haben wir ganz viele Grenzüberschreitungen erfahren, wir wurden in unserer Persönlichkeit nicht geachtet und das wirkt in uns fort. Dann bin ich unsicher, ob ich meine eigenen Grenzen überhaupt aufzeigen darf. Abgrenzung ist das größte Thema überhaupt zwischen Eltern und Kind. Wenn man seine eigenen Grenzen ganz klar kennt, und wenn das Kind das spürt, dann wird auch nicht lange diskutiert, denn dann ist es den Eltern wirklich ernst und das merkt das Kind. Wenn ich dem Kind mit dem Überschreiten meiner Grenzen irgendetwas recht machen will, ist niemandem geholfen.

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