Jeder Mensch ist ein Künstler“, sagte schon Joseph Beuys. Das dachte sich 2012 offenbar auch die Pensionistin Cecilia Gimenez, als sie das restaurierungsbedürftige Fresko „Ecce Homo“ von Elias Garcia Martinez in der Heimatkirche im nordspanischen Borja sah. Der Zahn der Zeit hatte am Fresko genagt, die Hobbymalerin meinte es gut, griff zu Pinsel und Farbe und begann das Fresko zu übermalen. Dann kamen ihr ein paar Tage Urlaub dazwischen, danach wollte sie weitermachen. Doch soweit sollte es nicht mehr kommen. Ein Lokalreporter, der von einer Vandalenaktion ausging, fotografierte den entstellten Jesus und schrieb als Bildunterschrift in der Zeitung: „Das verzeiht nicht einmal Jesus“. Letztlich mündete die Restaurierung in Gelächter und machte Dorf wie Malerin berühmt. Aus aller Welt pilgern Menschen seitdem zum „Monkey Christ“, zum „Monchichi-Jesus“ nach Borja. Und es gibt sogar eine Oper über Cecilia Gimenez und ihre Übermalung: „Behold the Man, La Opera de Cecilia“, von Paul Fowler und Andrew Flack.
BUCH
Aus Jesus wurde Monchichi
„Das war Kunst, jetzt ist es weg“ versammelt die spektakulärsten Kunstunfälle und misslungenen Restaurierungen unserer Tage.
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