Wander-HilfeOnline-Wanderkarten sollen vor Mutterkühen auf Almen warnen

Corona hat die heimischen Almen noch mehr mit Wanderern bevölkert. Das sorgt für Spannungen zwischen Bauern und Freizeitsportlern. Online-Wanderkarten sollen nun helfen.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Wandern, Kuh
Ein Online-Karte soll Wanderer auf Mutterkühe aufmerksam machen © (c) Thomas Neumahr - stock.adobe.com
 

Auf rund 8.000 bewirtschafteten Almen in Österreich steht fast eine halbe Million Stück Vieh, vor allem Rinder. Gleichzeitig tummeln sich jährlich 2,5 Millionen Besucher in der heimischen Bergwelt, die "durch die Coronakrise noch mehr Anziehungskraft" habe, wie Landwirtschafts- und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) nach dem "3. Almengipfel" in Wien meinte. Als neues Service sollen ab Juli Online-Wanderkarten der Alpenvereine vor Mutterkühen warnen.

2014 war eine 45-jährige Deutsche im Tiroler Pinnistal bei einer Kuhattacke ums Leben gekommen. 2020 bestätigte der Oberste Gerichtshof das Urteil des Innsbrucker Oberlandesgerichts, wonach die zu Tode getrampelte Hundebesitzerin sowie den Landwirt jeweils eine Teilschuld traft. Almwirtschaft und Tourismus reagierten mit einem "Aktionsplan für sichere Almen", zudem wurde die Eigenverantwortung von Alm-Besuchern gesetzlich verankert. Auf die zehn Verhaltensregeln "für ein gutes Miteinander" von Urlaubern und Weidevieh wird auch heuer hingewiesen: Unter www.sichere-almen.at gibt es Informationen und Erklärvideos.

Kuh-Karte für die Routenplanung

Besucher sollen sich zudem schon bei der Tourenplanung informieren können, wo sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Mutterkühe bzw. Weidetiere aufhalten könnten, berichtete Gerald Dunkel-Schwarzenberger, Präsident des Vereins alpiner Vereine (VAVÖ), bei dem Pressegespräch im Wiener Palmenhaus. Das Service sei in der Finalisierungsphase und nicht zuletzt wichtig für Menschen, die ihren Hund mit auf die Alm bringen möchten, der vor allem von Mutterkühen als Bedrohung wahrgenommen werden kann.

In der Coronakrise seien viele Urlauber zum ersten Mal in den Bergen unterwegs, im Tourismus heiße es derzeit vielfach "Almen statt Palmen", meinte die Ministerin. Deswegen starte wieder eine Informationsoffensive, welche die zehn Regeln via Landestourismusorganisationen, Tourismusbetriebe und die Almbäuerinnen und -bauern selbst an die Leute bringen soll. Ein zentraler Bestandteil sei der Kampf gegen die Vermüllung. "Die Tiere verletzen sich an Glas und Dosen, zudem findet man schon auf 3.000 Meter Höhe weggeworfene Schutzmasken", kritisierte Köstinger.

"Jeder hat sein Stück Eigenverantwortung wahrzunehmen, wenn er sich in diesem gemeinsamen Lebensraum bewegt", betonte Erich Schwärzler, Bundesobmann der Almwirtschaft. Er sprach sich aber auch dafür aus, "neuralgische Punkte" zu entschärfen, also etwa Wanderwege zu verlegen, sofern sie an Viehtränken vorbeiführen, wo sich Mensch und Tier dann unweigerlich nahe kommen.

Kommentare (8)
jojo81
0
8
Lesenswert?

Piefke Saga

Teil ? 🙄

Rapid796
0
8
Lesenswert?

Kuh-Karte

Was ein Bullshit!

PiJo
2
16
Lesenswert?

Kuh-Karte

Das ist wieder einmal eine Aktion Sinnlos von Köstinger.
Durch diesen Schmarrn wird kein Hund angeleint und die bewusst unvorsichtigen Wanderer die unbedingt ein Selfi mit Hund und Mutterkühen machen wollen werden auch nicht abgeschreckt.
Es kann auch nicht sein das ein Landwirt seine Herde auf der Alm einzeunen soll um sich vor Regressforderungen der unvorsichten Touristen zu schützen.
das kommt mir vor wie wenn ein Geisterfahrer die Asfinag auf Schadenersatz klagt weil er durch sein vorschriftswiedriges Verhalten trotz Navi und Verbotsschilder zu Schaden gekommen ist

DergeerderteSteirer
1
15
Lesenswert?

Was soll dieser Nonsens wieder mal, ....................

den Kuhherden schlicht und einfach in Ruhe lassen, ihnen großräumig ausweichen und seine mitgenommenen Haustiere (Hunde z.B. ) einfach an die Leine und im Zaum halten, fertig ....... Schluß ......... Pasta, wer das nicht kapiert oder kapieren will oder gar zu naiv und dümmlich ist der soll in "Balkonien" bleiben weil da holt sogar den Müll auch die Müllabfuhr oder wird kostenintensiv von Magistratsangestellten trauriger Weise eingesammelt und "richtig" entsorgt !!

dieRealität2019
1
9
Lesenswert?

Eine für nicht nachvollziehbare Handlungsweise.

Was ist los mit unserer Gesellschaft?

dieRealität2019
1
4
Lesenswert?

Ein Online-Karte soll Wanderer auf Mutterkühe aufmerksam machen

??????

Planck
0
23
Lesenswert?

Besser als Online-Wanderkarten wäre es,

den Naturkonsumenten klar zu machen, dass man Kuhherden großräumig ausweicht, in Ruhe lässt und seine Hunde ANLEINT.
Die hetzen alles mögliche, Katzen, Kühe und auch Rehe, oft bis in den Tod.
Bert Brecht war der Meinung: "Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte."

Da ist was dran.

Dr.B.Sonnenfreund
0
22
Lesenswert?

Böse Kühe

Damit Halbschuhtoristen mit ihren Wuffis ja vor den bösen Kühen sicher sind. Als nächstes wird dann die Almwirtschaft womöglich verboten, mir fehlen die Worte....