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Der Boom scheint ungebrochen Comeback der Kreuzfahrten: Welche Schiffe schon in See stechen

Die sonst so erfolgsverwöhnte Kreuzfahrtbranche lichtet nach der Krise wieder die Anker. Welche Häfen wieder angefahren werden und welche Regeln an Bord gelten.

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© napa74/stock.adobe.com
 

Kreuzfahrtfans können wieder die Koffer packen: Am Pfingstwochenende startet die krisengeschüttelte Kreuzfahrtbranche in Kiel die Saison in Deutschland. Nach dem ersten Coronaschock und dem sommerlichen Neustart 2020 sowie dem erneuten Lockdown im Herbst ist dies der zweite Anlauf, mit dem die Reedereien an den jäh unterbrochenen langjährigen Kreuzfahrtboom anknüpfen wollen.

Den Anfang macht die "Aidasol" der Carnival-Tochter Aida Cruises: Das Schiff wird von der schleswig-holsteinischen Hauptstadt zu Kurztouren in die Ostsee aufbrechen. Einen Tag später folgt TUI Cruises mit "Mein Schiff 1" ebenfalls mit "Blauen Reisen", bei denen die Urlauber zunächst ohne Landgang die ganze Zeit auf der Ostsee bleiben. Auch die TUI-Tochter Hapag-Lloyd Cruises startet wenig später von Kiel aus mit dem kleineren Neubau "Hanseatic Inspiration" in die deutsche Saison.

Aida Cruises plant, am 1. Juli wieder Touren ab dem Hafen Rostock-Warnemünde anzubieten. Die "Aidasol" soll dann zu drei- bis viertägigen Kurzreisen starten, die auch zu einer einwöchigen Kreuzfahrt – zunächst wieder ohne Landgänge – kombiniert werden können.

Die italienische Reederei Costa hat ihre Kreuzfahrten ab Savona Anfang Mai wieder aufgenommen, ab Triest ist das Kreuzfahrtschiff "Costa Luminosa" wieder im Einsatz, das in der Adria und der Ägäis kreuzt. Zum Start der griechischen Tourismussaison ist die "Mein Schiff 5" von TUI Cruises am 13. Mai zu einer Kreuzfahrt aufgebrochen - der ersten von acht durch griechische Gewässer. Ab 17. Juni will die Reederei wieder Kreuzfahrten mit Landausflügen mit Kurs auf die spanische Küste ab Palma de Mallorca anbieten.

Aida Cruises will ab 10. Juli wieder Kreuzfahrten im westlichen Mittelmeer anbieten. Auf den zwei je einwöchigen Routen sollen auch Landgänge in einigen spanischen Häfen möglich sein. Start- und Zielhafen ist demnach Palma de Mallorca. Je nach Route sollen unter anderem Barcelona, Malaga, Ibiza und Alicante angelaufen werden. Wenn das Coronageschehen es zulässt, könnten später auch Häfen in anderen Ländern dazukommen.

An den für Kreuzfahrten relevanten anderen deutschen Seehäfen in Hamburg und Bremerhaven ist es noch nicht so weit. "Wir gehen davon aus, dass spätestens dann, wenn das Beherbergungsverbot aufgehoben wird, auch wieder Kreuzfahrten ermöglicht werden", sagt der deutsche Geschäftsführer des internationalen Branchenverbands Clia, Helge Grammerstorf. "Wir kennen die Regeln, aber wann das Spiel angepfiffen wird, das wissen wir noch nicht."

Sollten die kommen, kann es schnell gehen. Die meisten Kreuzfahrtschiffe liegen laut Clia in betriebsbereitem Zustand in Häfen oder auf Reede - mit nautisch-technischem und auch Service-Personal an Bord. "Wir sind fest gewillt, die Schiffe zügig wieder an den Start zu bringen", sagte Aida-Sprecher Hansjörg Kunze. Und auch TUI-Cruises-Sprecherin Godja Sönnichsen sagt: "Wir gehen davon aus, dass wir im Laufe des Sommers mit den Schiffen der Mein-Schiff-Flotte wieder am Start sind."

Coronamaßnahmen an Bord

Kreuzfahrer selbst wie auch die Besatzungen müssen sich weiterhin auf strenge Hygiene- und Sicherheitsregeln einstellen. Diese Regeln, die schon seit Sommer 2020 branchenweit gelten, sollen ein Debakel, wie den Massenausbruch auf dem Anfang 2020 wochenlang vor Japan unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess", verhindern.

Coronatests sind Pflicht, an Bord gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht. Statt am Buffet zu stehen, wird den Gästen das Essen am Tisch serviert. Die Kapazität der Schiffe wird nur rund zur Hälfte ausgeschöpft. Für Infektionsfälle gibt es eigene Protokolle, die sicherstellen sollen, dass Passagiere schnellstmöglich isoliert und alle Kontakte nachverfolgt werden können.

Für die von Lockdowns, Einreiseverboten und Reisewarnungen für praktisch alle wichtigen Ziele gebeutelte Kreuzfahrtindustrie ist der Start zu Pfingsten zunächst nur ein Hoffnungsschimmer. Allerdings ist die Zuversicht groß, dass die Fangemeinde sehr schnell wieder an Bord kommt, sobald Reisen wieder breitflächig möglich ist. "Für 2021 haben wir sehr große Unsicherheiten, was die Prognose angeht", sagt Grammerstorf. "Für 2022 - unterstellt, wir kommen in einen Normalzustand - ist die Nachfrage bemerkenswert hoch."

Ähnlich sieht das der Deutsche Reiseverband (DRV). "Ich glaube nicht, dass der Boom Kreuzfahrt vorbei ist", sagt DRV-Sprecherin Kerstin Heinen. "Wir sehen, dass Kreuzfahrt gut gebucht wird - wir sehen allerdings, nicht, ob das Umbuchungen oder tatsächlich Neubuchungen sind."

Kommentare (4)
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pianofisch
22
8
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Umweltsäue.

Kreuzfahrten sind ein anachronistischer Scheiß.

plolin
6
4
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Pianofisch,

du musst ja furchtbar neidisch sein

calcit
3
10
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So ein Schwachsinn...

...gehen sie auch der Grün-Propaganda auf dem Leim. Es gibt weltweit ca. 350 Kreuzfahrtschiffe. Die machen ca. 1% des Schiffsverkehrs aus und sind mit ihren Motoren bei weiten moderner und sauberer als die Vielzahl aller anderer Schiffe.

Summerrain777
18
3
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