KirgistanDas Land, in dem Ketten auch Freiheit bedeuten

Kaum jemand kennt Kirgistan. Dabei ist das Land an der Seidenstraße das wahre Land der Berge.

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Das „Herz des Tianshan“: Der Yssykköl-See liegt auf einer Höhe von 1607 Metern © byheaven/stock.adobe.com (www.pikoso.kz)
 

Das muss man sich einmal vorstellen: Mehr als 90 Prozent des Landes bestehen aus Gebirgen. Mit mehr als 2000 Gletschern, von denen die meisten keinen Namen tragen. Und mehr als die Hälfte ihrer Gipfel ragen mehr als 3000 Meter gen Himmel.

Der höchste ist der Pobeda, der stolze 7349 Meter misst. Und so begleiten einen, wenn man die Republik mit ihren sechs Millionen Einwohnern bereist, stets eine ihrer drei schneebedeckten Gebirgsketten – Alai, Pamir und Tienschan. Auf Schritt und Tritt dabei ist neben der Reiseleiterin auch ein junger Arzt nebst dicker Doktortasche voller Medikamente. Das ist dort so Usus und eigentlich ganz beruhigend.

Dort meint Kirgistan. Es kursiert bei uns auch unter den Namen Kirgisistan oder Kirgisien, liegt in Zentralasien und grenzt im Norden an Kasachstan, im Osten an China, im Süden an Tadschikistan und im Westen an Usbekistan. In der Hauptstadt Bischkek (einst Frunse) leben knapp eine Million Einwohner und damit ein Sechstel der Gesamtbevölkerung.

Top 10: 10 Dinge, die man nur in Kirgistan erleben kann

In Kirgistan wird von den Berkutschi noch die hohe Kunst der Adlerjagd gepflegt. Eine Vorführung sollte man sich nicht entgehen lassen.

Getty Images (ugurhan)

Jeder, der Kirgistan besucht, sollte zumindest eine Nacht in einer Jurte verbringen, was viele Veranstalter bei Rundreisen anbieten. Da werden die Erinnerungen an das Campieren in der Jugend wieder wach. Denn Jurten sind nichts anderes als riesige, stark befestigte, aber einfache Zelte, in denen es nächtens schon recht frisch werden kann. Sie sind mit Teppichen ausgelegt, worauf man auf dicken Matratzen schläft. Die Mahlzeiten werden in einer eigenen, noch größeren Jurte am Boden sitzend recht urig gemeinsam eingenommen.

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Der Burana-Turm ist das Wahrzeichen Kirgistans und gilt als eines der ältesten Bauwerke dieser Art in Zentralasien. Aus dem Boden ragen in der Umgebung  auch einige sogenannte „Balbals“ – alte Steinfiguren aus dem 6. Jahrhundert, die aus den Bergen hierher transportiert wurden, um sie vor Diebstahl zu schützen. 

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Im „Fairytale Canyon“ findet man figurenähnlichen Formationen aus rotem Sandstein, die teils auch Namen haben und die man wunderbar durchwandern kann.

Winfried Rusch/stock.adobe.com (Winfried Rusch)

Der Yssykköl ist der zweitgrößten Hochgebirgssee der Welt. Im Sommer kann man trotz 1600 Meter Seehöhe darin baden.

byheaven/stock.adobe.com (www.pikoso.kz)

Ein schönes Andenken ist ein Shyrdak, ein doppelt gelegter Teppich aus Filz. Diese kirgisische Spezialität zählt zum immateriellen Kulturerbe der Unesco. Wie man sie macht, erfährt man in einem Kurs im Handwerksladen Altyn Oimok im Dorf Bokonbayevo.

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Kinder in Kirgistan sitzen schon fest im Sattel, bevor sie laufen können: Wer reiten kann, der sollte deshalb unbedingt eine geführte Trekkingtour zu Pferd buchen.
Ob ein paar Stunden bis zu mehrtägigen Wanderritten – die zahllosen Anbieter haben alles im Programm.

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Wichtige Kreuzungspunkte der alten Seidenstraße, die Ostasien mit dem Mittelmeerraum verband, liegen in Kirgistan. Ein steinerner Zeuge dieser Zeit ist die auf das 15. Jahrhundert zurückgehende Karawanserei Tasch Rabat im Tienschan-Gebirge (3105 m).

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Das Tal Altyn-Arashan nahe Karakol ist mit seinen blühenden Wiesen und bewaldeten Bergen nicht nur ein Paradies für Wanderer, dort gibt es auch heiße Quellen mit radonhaltigem Wasser, in denen man baden kann.
Sie sprudeln auf 2600 Meter Seehöhe.

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Buzkaschi – so etwas wie Polo, nur gespielt mit einer toten und enthaupteten Ziege – ist ein Nationalsport in Kirgistan. Ein vielleicht etwas makabrer, aber spannender Kampf, der von allen Reitern mit viel Ambition geführt wird.

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Es ist eine ausgesprochen grüne Stadt mit viel Wasser. Obwohl man 1991 von der Sowjetunion unabhängig wurde, wird die Stadt immer noch von kommunistischen Protzbauten zweifelhaften Geschmacks dominiert und es wird neben Kirgisisch immer noch Russisch gesprochen. Und allgegenwärtig sind, speziell am Hauptplatz, die riesigen Statuen von Bogatyr Manas, jenem Helden, der im 9. Jahrhundert für die Unabhängigkeit des Landes gekämpft hat. Über ihn gibt es ein Epos, das über Jahre immer weiter ausgeschmückt wurde und das mit mehr als 500.000 Versen als das längste in dieser Form erzählte der Welt gilt.

Kirgistan ist ein Land der Nomaden und der Steppen mit Unmengen von Wildpferden und hat seine Traditionen bis heute bewahrt. Seine Fahne enthält klare Botschaften: Der Adler steht für Freiheit, die rote Farbe für Kraft, die gelbe für Reichtum und sie enthält 40 Sonnenstrahlen, eine Zahl, die für die Kirgisen symbolhaft ist. So tragen Frauen in Tracht in der Regel 40 geflochtene Zöpfe. In den abgelegenen Hochgebirgsregionen im Tienschan-Gebirge leben höchst seltene Tierarten, wie der Schneeleopard und das Marco-Polo-Schaf. Auch Braunbären, Steinböcke, Luchse und Wölfe gibt es hier.

Top 10: 10 gute Gründe, um nach Aserbaidschan zu reisen

Aserbaidschan ist eine Ganzjahresdestination: Der Frühling ist ideal für Wanderungen in den Ausläufern der Gebirge. Im Sommer bieten ein Sprung ins Kaspische Meer oder Wanderungen zu den Gebirgsgipfeln in 4000 Metern Höhe eine angenehme Abwechslung zu den heißen Temperaturen im Flachland. Der goldene Herbst zeigt sich hier von seiner schönsten Seite und geht schließlich über in den schneereichen Winter, der beispielsweise in Shahdag und Gabala ideale Bedingungen für Wintersportler bietet.

ATB

Baku, das entrum im äußersten Osten von Aserbaidschan, ist eine spannende Kombination aus Antike und Moderne mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie dem Icheri Sheher (Innenstadt), dem Jungfrauenturm, der einen fantastischen Ausblick das Kaspische Meer bietet sowie dem Palast der Schirwanschahs, Teil von Bakus Unesco-Weltkulturerbe.

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Bakus Architektur kennt aber nicht nur antike Bauten, sondern kann auch einige außergewöhnliche Bauwerke wie beispielsweise das Heydar Aliyev Zentrum – benannt nach dem 2003 verstorbenen Präsidenten des Landes - vorweisen. Das Kulturhaus mit seiner wellenförmigen Struktur, gestaltet von der renommierten Architektin Zaha Hadid, informiert Interessierte über Kunst und Musik des Landes.

ATB

Die drei markanten Flame Towers prägen die Skyline Bakus wie kein anderes Gebäude; ihr Name geht zurück auf die Bezeichnung „Land des Feuers“. Dank ihrer mit LED-Monitoren versehenen Fassaden verwandeln sich die Flame Towers nachts in lodernde Flammen.

ATB

In der Nähe der Ortschaft Qobustan treffen Besucher auf einen Nationalpark, der ein echter Geheimtipp ist. Zusammen mit der Festungsanlage von Baku gehört die Fundstätte zum Unesco-Weltkulturerbe und lädt zum Bestaunen der faszinierenden steinzeitlichen Felsgravuren ein, die an Figuren tanzender Männchen erinnern und erst in den 1930er-Jahren entdeckt wurden.

ATB

Ein besonderes Naturphänomen ist der Yanar Dağ auf der Halbinsel Absheron, zu Deutsch der „brennende Berg“, der seit dem Altertum in Flammen steht. Zurückzuführen ist dies auf ein brennendes natürliches Erdgasfeuer. Aus dem rund zehn Meter breiten Grat eines Kalksteinhügels steigen bis zu drei Meter hohe Flammen.

ATB

Aserbaidschan beherbergt etwa die Hälfte der weltweit entdeckten Schlammvulkane, von denen einige von Qobustan aus zugänglich sind. Der wohltuende Schlamm wird zur Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems und der Haut eingesetzt.

Lyokin

Wer es lieber etwas orientalischer mag, ist in Naftalan in guten Händen. Hier gibt es ein Heilbad, in dem Besucher im gleichnamigen, sogenannten Naftalanöl ausspannen können. Dem „flüssigen Gold“ werden heilende und desinfizierende Kräfte nachgesagt, die beispielsweise bei Hautkrankheiten und Muskelverspannungen eine positive Wirkung zeigen.

ATB

In der Altstadt Bakus findet sich eine Vielzahl kleiner, traditioneller Restaurants, die Reisende mitunter auch in kühle Gewölbekeller locken. Sie bieten Speisen an, die in der türkischen und russischen Küche verwurzelt sind. Als Besucher sollte man unbedingt das für diese Region typische Gericht Shakh Plov kosten, ein wahres Festmahl, welches traditionell gemeinsam mit Freunden und Familie eingenommen wird. Shakh Plov begeistert mit einer Mischung aus herzhaften und süßen Komponenten bestehend aus Lavasch, einem ungesäuerten Fladenbrot, gegartem Lammfleisch, Maronen und getrockneten Früchten.

ATB

Seit Jahrtausenden produziert und genießt das aserbaidschanische Volk Wein. Die klimatischen und geographischen Gegebenheiten des Landes verleihen dem aserbaidschanischen Wein ein besonders facettenreiches Spektrum an Aromen. In Aserbaidschan werden Weine aus Trauben „Sharab“ genannt, während Weine aus anderen Früchten wie Äpfeln und Granatäpfeln „Nabiz“ genannt werden. Die bekanntesten Weine stammen aus Weinbaugebieten an der kaspischen Küste sowie entlang der Weinstraße in den Regionen von Shamakhi bis Gabala.

ATB
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Auf dem Weg von der Hauptstadt zum Yssykköl-See liegt der Burana-Turm der ehemaligen, antiken Stadt Balasagun. Er ist das Wahrzeichen des Landes und gilt als eines der ältesten Bauwerke dieser Art in Zentralasien. Im 10. oder 11. Jahrhundert errichtet, betrug seine Höhe einst 40 Meter. Heute misst er wegen eines Erdbebens nur mehr knapp 22. Im Inneren führt eine enge Wendeltreppe zur Plattform. Von hier oben eröffnet sich ein herrlicher Panoramablick auf das Tschüi-Tal und die Gebirgskette und anhand der verbliebenen Überreste formt sich ein Bild von der ehemaligen Stadt.

Aus dem Boden ragen auch einige sogenannte „Balbals“alte Steinfiguren aus dem 6. Jahrhundert, die aus den Bergen hierher transportiert wurden, um sie vor Diebstahl zu schützen. Vermutlich stellen die Balbals ehemalige Herrscher dar.

Reisetipp

Die beste Reisezeit für Kirgistan sind das Frühjahr und der Herbst.
Für Aufenthalte bis maximal 60 Tage ist kein Visum erforderlich.
Von Reisen in die unmittelbaren Grenzgebiete zu Usbekistan und Tadschikistan wird abgeraten. Die Grenze ist stellenweise vermint.

Sicher ist hingegen, dass man am „Kirgisischen Meer“ haltmachen sollte. Dem Yssykköl, was so viel wie „heißer See“ bedeutet. Er wirkt wie ein Auge vor den mächtigen Erhebungen des Tienschan, des Himmelsgebirges, das hier bis zu 5000 Meter aufragt. Und er hat Dimensionen, die ihn zum zweitgrößten Hochgebirgssee der Welt machen: 182 Kilometer lang, bis zu 60 breit – mit 6286 km2 Fläche elf Mal so groß wie der Bodensee. Da steht er nur hinter dem viel bekannteren Titicacasee in Südamerika zurück.

Und man bestaunt ihn wegen seiner sprichwörtlichen Schönheit. Gespeist von den Flüssen der Gletscher, ohne Abfluss und leicht salzhaltig, wodurch er nie zufriert. Im Sommer kann man trotz 1600 Meter Seehöhe darin baden. Entlang des Ufers gibt es zahlreiche Ressorts, die nicht nur von Kirgisen, sondern auch Kasachen und Russen, vornehmlich aus Moskau und St. Petersburg, heimgesucht werden. Unendliche Pappelreihen und Obsthaine, die im Herbst mit feuerrotem Laub ein pittoreskes Bild erzeugen, wachsen an den Gestaden. Der See ist Revier von Wasser-, aber auch Zugvögeln. Nur Fische gibt es praktisch keine mehr: Sie wurden durch Einsetzen fremder Arten stark dezimiert und letztlich ausgefischt.

Top 10: 10 Dinge, die man in Georgien gesehen haben muss

Ureki. Auf dem Weg nach Batumi, der zweitgrößten Stadt
Georgiens, lohnt sich ein Halt an der Küste des Schwarzen Meers in Ureki. Der schwarze Sand in dem beliebten Seekurort ist eisenhaltig und magnetisch und soll bei Rheuma und anderen Gelenkbeschwerden helfen. Außerdem werden dem Sand magische Kräfte nachgesagt. Aber auch wenn’s nicht gegen das eine oder anderen Zipperlein hilft – das Selbsteingraben im dunklen Magnetitsand macht Spaß und kostet nichts.

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Wardsia. In der Höhlenstadt Wardsia im Kleinen Kaukasus taucht man tief in die georgische Geschichte und die Mythen rund um Königin Tamara ein. Ihr Vater Giorgi III. und sie ließen die Stadt mit ihren vielen Etagen im 12. Jahrhundert als Grenzbefestigung in eine rund 500 Meter hohe Wand des Bergs Eruscheti hineinbauen. Besonders beeindruckend ist das ausgeklügelte Tunnel-, Wasser- und Belüftungssystem der Höhlenstadt. Sehenswert: Letzteres lässt Schneeflocken im Winter nach oben entlang des Berges schneien. Eine Handvoll Mönche lebt heute wieder in Wardsia, sie fungieren als Fremdenführer – und genießen den besten Blick über das Tal.

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Katskhi-Säule. Das winzige Kloster Katskhi thront auf einer 40 Meter hohen Felsensäule. Heute wird es von nur einem einzigen Mönch bewohnt, der über eine Metallleiter in das Häuschen hinaufsteigen kann. Als Tourist geht das nur im Rahmen einer Tour, die Gegend in der Kolchischen Tiefebene lädt aber auch so zum Wandern ein.

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Dawit Garedscha. Das älteste Kloster Georgiens ist Dawit Garedscha. Von den ehemals 13 ist heute nur mehr das Hauptkloster Lavra vollständig erhalten und wird von einer kleinen Gemeinschaft von Ordensbrüdern belebt.

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Oasis Club. Wen es nach Udabno verschlägt, der kommt am Oasis Club nicht vorbei. Die polnischen Betreiber haben sich hier in der Wüste niedergelassen und bieten in familiärer Atmosphäre einfache, aber originelle Cottages zur Übernachtung an. In den Bungalows mit Glasfront und kleiner Terrasse kann man die Ruhe genießen und in der endlosen Weite die Seele baumeln lassen. Abends versammelt sich alles rund ums Lagerfeuer. Nach dem Essen wird der typische Trauben-Vodka Tschatscha getrunken und man tauscht sich mit anderen Reisenden aus.

Oasis Club

Zqaltubo. Wer auf Urban Exploring steht, also das Erkunden von verlassenen Gebäuden, ist in Zqaltubo goldrichtig. Das Iveria Sanatorium ist eines von rund 20 verlassenen Hotels des Kurorts, deren einstiger Glanz sich heute nur mehr erahnen lässt. An den Wänden Graffiti, das Mobiliar aus den einst prunkvollen Räumen längst geplündert. Fenster und Türen gibt es nicht mehr, der Wind pfeift durch das verfallene Gebäude.

miklyxa/stock.adobe.com (Mikhail Starodubov)

Stalins private Suite. Zqaltubo war der bevorzugte Urlaubsort des Diktators Josef Stalin, der selbst gebürtiger Georgier war. Das ehemalige Sanatorium des Verteidigungsministeriums wurde als einziges Kurhotel teilweise restauriert und ist heute wieder in Betrieb. Wenn man an der Rezeption um den Schlüssel bittet, kann man Stalins private Suite besichtigen, die bis heute unberührt geblieben ist.

Ambra Schuster

Gelati Kloster. Kutaissi ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung. Etwa zu den benachbarten Klöstern Motsameta und Gelati. Eis gibt es hier zwar keines, dafür einen sagenhaften Ausblick über das umliegende Tal und die sanft abfallenden Ausläufer des Kaukasus.

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Batumi. Ein starker Kontrast zum sowjetischen Erbe ist Batumi. Nur 20 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, liegt die zweitgrößte Stadt Georgiens am Schwarzen Meer und steht wie kein anderer Ort für das Aufstreben des kleinen Landes. Ein Investitionsboom hat in der Hafenstadt Luxushotels und Casinos aus dem Boden schießen lassen, die den historischen Stadtkern in den Schatten stellen.

IgorZh/stock.adobe.com (Igor Zhuravlov)

Stamba Hotel. Wer eine Pause von der georgischen Rustikalität braucht, sollte in Tiflis im Stamba Hotel einchecken, wo Beton auf Ziegel und viel Gold trifft. Blickt man in der Eingangshalle nach oben, sieht man das „Dach“, das gleichzeitig der Glasboden des Dachterrassenpools ist. Was früher ein Verlagshaus war, ist heute Hotel, Casino, Buchshop und Concept Store in einem. Wer keines der gefragten Zimmer im neuen Hotspot der Stadt ergattert, isst im Stamba Café abends chic, gut und für europäische Verhältnisse immer noch äußerst günstig.

Stamba Hotel
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Jeder, der Kirgistan besucht, sollte zumindest eine Nacht in einer Jurte verbringen, was viele Veranstalter bei Rundreisen anbieten. Da werden die Erinnerungen an das Campieren in der Jugend wieder wach. Denn Jurten sind nichts anderes als riesige, stark befestigte, aber einfache Zelte, in denen es nächtens schon recht frisch werden kann. Sie sind mit Teppichen ausgelegt, worauf man auf dicken Matratzen schläft. Die Mahlzeiten werden in einer eigenen, noch größeren Jurte am Boden sitzend recht urig gemeinsam eingenommen.

Hier in Seenähe finden Nomadenspiele mit Pferden statt. Auch hier empfiehlt es sich, typischer Tourist zu sein und sich die Vorführung anzusehen: Zwei Mannschaften mit je fünf Reitern müssen eine kopflose und folgerichtig tote Ziege aufs Pferd heben und in ein gemauertes Loch werfen, was die andere Mannschaft natürlich zu verhindern sucht. Das erfordert viel Kraft, denn das tote Tier wiegt meist so um die 20 Kilogramm. Ein vielleicht etwas makabrer, aber spannender Kampf, der von allen Reitern mit viel Ambition geführt wird.

Karakol am Ostende des Sees ist idealer Ausgangspunkt für Fahrten ins Gebirge. Es gibt organisierte Ausflüge mit Geländebussen mit riesigen Rädern in abenteuerliche Schluchten, wo man mangels befestigter Wege so richtig durchgeschüttelt wird. Es gibt aber auch gemäßigte Fahrten, die zum „Gebrochenen Herzen“, einer Felsformation, die genau so aussieht, oder zu den „Sieben Stieren“ (imposante, rötliche Felsformationen, die an Rindviecher erinnern) führen.

In diesen Gegenden kommen Wanderbegeisterte voll auf ihre Kosten. Und es gibt eine Schlucht, den sogenannten „Fairytale Canyon“ – stark an den Bryce Canyon im US-Bundesstaat Utah erinnernd –, mit märchenhaften, fantasievollen, figurenähnlichen Formationen aus rotem Sandstein, die teils auch Namen haben und die man wunderbar durchwandern kann. Zu deren Füßen kann man nicht anders als kirgisischen Adlerjägern dabei zuzusehen, wie sie den König der Lüfte gen Himmel fliegen lassen. Der Adler, der für die Freiheit steht.

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