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Reise zum BodenseeWo die Weingärten bis zum Ufer reichen

Der Bodensee lockt mit kulinarischen Verführungen. Die Palette reicht vom Apfelmenü bis zum – aufgepasst (!) – bayrischen Wein. Wer Geduld hat, wartet auf den Herbst.

Hafen von Lindau
Der schmucke Hafen von Lindau am Bodensee © bbsferrari/stock.adobe.com
 

Kennen Sie Langenargen? Der 7000-Seelen-Ort am Schwäbischen Bodensee ist für Urlaubshungrige aus dem Süden Österreichs ein weißer Fleck. „Zu Unrecht“, sagt Frank Jost. „Tourismus hat bei uns eine lange Tradition. Schon vor 150 Jahren kamen Gäste hier in diese Region“, sagt der Leiter des örtlichen Tourismus- und Kulturamts.

Wer die Uferpromenade entlang schlendert, fühlt sich nicht zuletzt wegen des im maurischen Stil errichteten Schlosses Montfort fast ans Mittelmeer versetzt. Aber eben nur fast. Denn von der Südseite des Bodensees grüßen die Schweizer Berge. „Diese Kombination aus See und Bergen macht den Reiz dieser Region aus“, sagt Roman Wocher, seines Zeichens Hotelier und Obstbauer. Dem Bodensee verdankt das deutsche Ufer ein besonderes Mikroklima, das die Region zu einem Zentrum des Wein- und Apfelanbaus macht. Weingärten reihen sich an Apfelplantagen, so weit das Auge reicht.

Top 10: Bodenseeregion

Nonnenhorn ist der südwestlichste Ort Bayerns und ein Zentrum des Obst- und Weinbaus. Mit Reben in Lagen zwischen 400 bis 550 Meter Seehöhe gilt die Bodenseeregion als das höchst- gelegene Weinbaugebiet nördlich der Alpen. Weinbau ist hier nur möglich, weil durch den Einfluss des Sees besonders günstige Klimabedingungen herrschen.

ARochau/stock.adobe.com (Alexander Rochau)

Wer die Uferpromenade von Langenargen entlangschlendert,
fühlt sich nicht zuletzt wegen des im maurischen Stil errichteten Schlosses Montfort fast ans Mittelmeer versetzt.

Manuel Schönfeld/stock.adobe.com

Wenn man mit dem historischen Schaufelraddampfer „Hohentwiel“ von Vorarlberg aus über den Bodensee tuckert, fühlt man sich in alte Zeiten versetzt. Allerdings nur, bis das mehrgängige Menü serviert wird. Das ist ganz von heute und ein Spiegel der Genussregion Bodensee. Koch Heino Huber, der in Venedig, Paris und München gelernt hat, serviert an Bord Haubenküche.

Achim Mende/Internationale Bodensee Tourismus GmbH

In St. Gallen führt kein Weg an einem Besuch der Stiftsbibliothek vorbei. Im spätbarocken Stil erbaut, zählt sie zu den schönsten Bibliotheksbauten der Welt und beherbergt einmalige Werke, die am Ursprung der abendländischen Kultur- und Geistesgeschichte stehen.

STIFTSBIBLIOTHEK ST GALLEN

Stärken kann man sich im Restaurant „Zum Goldenen Schäftli“: Auf dem schiefen Boden der Zunftstube sitzt der Tischnachbar „oben“ 20 Zentimeter höher als jener „unten“! Im Herbst lockt die „Olma“, die Ferienmesse für Landwirtschaft und Ernährung, alljährlich Besuchermassen nach St. Gallen.

RuslanKphoto/stock.adobe.com (Ruslan Kalnitsky)

Das Nordufer des Bodensees ist ein Apfelparadies, die Vielfalt der Sorten ein kleines Wunder. Allein die Namen klingen köstlich: Elstar, Kanzi, Kiku, Gala, Cameo, Braeburn, Eveline, um nur einige zu nennen. Roman Wocher baut mit seiner Frau Caroline in Langenargen am Schwäbischen Bodensee auf 50.000 Quadratmetern vor allem Jona Gold, Golden Delicious und Idared an.

WOLFGANG ZEBEDIN

Im Vergleich schmeckt man die feinen Unterschiede zwischen den Sorten intensiv. Die Wochers verwerten ihre Äpfel auf vielfältige Weise. Zu verkosten und zu kaufen gibt es Apfelbrot, Apfelchips, Apfel-Secco, Apfel-Balsamico, Apfelzimtlikör oder Apfelbrände. In den Apfelwochen im Herbst servieren fast alle Gasthäuser am Bodensee spezielle Menüs. Wir ließen uns im Hotel Zum Löwen verwöhnen.

Achim Mende/Internationale Bodensee Tourismus GmbH

Das Hotel Schönblick in Eichenberg bei Bregenz verdient seinen Namen wie kein zweites: Die Aussicht über den Bodensee, auf das gebirgige Schweizer Ufer, auf Lindau und die deutsche Seeseite ist einfach atemberaubend. Karlheinz Hehle, Koch und Hotelchef, lockt mit seiner Speisekarte Gäste aus allen Regionen rund um den See an: „Die Produkte, mit denen wir kochen, und die Weine, die wir servieren, stammen natürlich von hier.“

HOTEL SCHÖNBLICK

Die historische Altstadt von Lindau liegt auf der gleichnamigen Insel im Bodensee, die eine Fläche von 0,68 km² hat und etwa 2800 Einwohner zählt

bbsferrari/stock.adobe.com (Sergey Dzyuba)

Vor allem im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließen der Adel und das Großbürgertum am rund sechs Kilometer langen Uferabschnitt des Lindauer Bodensees vornehme Villen erbauen, die heute noch als bedeutende architektonische Sehenswürdigkeiten und gartenkünstlerisches Erbe gelten. Am Ufer reihen sich fast 30 bedeutsame Villen verschiedener Baustile aneinander.

HELMUTH SCHAM
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Der Bodensee ist während es ganzen Sommers reizvoll. Aber gerade die Apfelwochen von Ende September bis Mitte Oktober haben sich zu einer touristischen Attraktion gemausert, die Gäste aus ganz Deutschland, der Schweiz und Westösterreich anlocken.

Für Steirer und Kärntner ist es wohl noch ein fremdes Gebiet, das es erst zu entdecken gilt. Roman Wocher führt seine Gäste mit großer Hingabe durch die Plantagen. „Wir haben bei den Äpfeln hier eine Vielfalt, wie es sie nur selten gibt.“ Eine Vielfalt, die sich in Säften und Destillaten widerspiegelt. Seine golden schimmernden, in Holz ausgebauten Apfelschnäpse lassen das Herz jedes Feinschmeckers höherschlagen. Genauso wie auch das Apfelmenü, das im Hotel „Löwen“ in Langenargen (und nicht nur dort) auf dem Speiseplan steht. Ja, es ist wahr, die deutsche Küche ist mittlerweile um einiges besser als ihr Ruf.

Wein im Bierparadies

Genauso wie der Wein. Wussten Sie, dass im Bierparadies Bayern Wein angebaut wird? Der Weinabau im badenwürtembergischen Schwabenland hört nicht an der Grenze auf, sondern setzt sich am bayrischen Bodenseeufer fort. Im Ort Nonnenhorn zum Beispiel reiht sich Weingut an Weingut. „Neben der Traditionsrebe Müller-Thurgau bauen wir auch Grauburgunder oder Bacchus an. Beim Rotwein setzt mein Sohn auf Pinot noir. Da hat er eigene Vorstellungen und legt großen Wert auf höchste Qualität“, erzählt der Hornstein senior, der durch das Weinguts „Hornstein am See“ führt. Es verdient seinen Namen. Die Weingärten reichen tatsächlich bis zu den Ufern des Bodensees.

Ob man es glaubt oder nicht: Der Weißwein aus Bayern erinnert an österreichische Spitzenqualitäten. Was gerade beim Weingut „Hornstein am See“ auch wieder nicht ganz so überrascht. „Mein Sohn Roland hat auch einige Zeit beim Gross im steirischen Ratsch gelernt“, erzählt der stolze Vater.

Wein und Käse

Wein aus Bayern und vom schwäbischen Bodensee findet sich wie selbstverständlich auf den Karten der zahlreichen guten Restaurants der Region. Auch Käsesommelier Michael Bode serviert bei seinen begehrten Veranstaltungen zu Käse aus Vorarlberg und der Schweiz deutschen Wein. Zum Beispiel im romantischen Pulverturm in Lindau. „Die Qualität stimmt. Alle Produkte kommen aus der Region rund um den Bodensee“, sagt Bode. Gerade Lindau ist mit seinem Hafen und den historischen Gebäuden ein Städtchen, dass es zu entdecken gilt: Das Interessante liegt nicht fern.

Der Bodensee

Mit 539 Quadratkilometern ist der Bodensee der drittgrößte Binnensee Europas. Uferanteile haben drei Staaten: Deutschland (173 km), Österreich (28 km) und die Schweiz (72 km).

Diese Reise wurde unterstützt von der
Internationalen Bodensee Tourismus GmbH.

Wie auch Bregenz. Hoch über der Vorarlberger Landeshauptstadt lockt das Hotel "Schönblick". Es verdient seinen Namen wie kein zweites: Der Blick über den Bodensee, auf das gebirgige Schweizer Ufer, auf Lindau und die deutsche Seeseite ist einfach atemberaubend. Karlheinz Hehle, Koch und Hotelchef, lockt mit seiner Speisekarte Gäste aus allen Regionen rund um den See an. „Die Produkte, mit denen wir kochen und die Weine, die wir servieren, stammen natürlich von hier“, sagt Hehle.

Was auffällt: Wo immer man mit Wirten oder Touristikern redet, ob am deutschen Ufer, in Vorarlberg oder in der Schweiz – überall betont man die gute Zusammenarbeit. „Das Miteinander statt des Gegeneinanders bringt allen mehr“, sagen Leonie Eggert und Markus Böhm von der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH. Urlaub am Bodensee ist wie Urlaub daheim, und doch anders.

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