Mit Bananen ist auch kein Geld mehr zu machen, seit die EU die Importe eingeschränkt hat. Gott sei Dank gibt es die Piraten, die könnten der karibischen Insel Wohlstand bringen. Seit auf Dominica weite Strecken von "Fluch der Karibik", Teil 2 und 3, gedreht worden sind, hoffen die Bewohner der zwischen Guadeloupe und Martinique gelegenen Insel auf verstärkten Touristen-Zustrom. Mit etwas Glück könnten sie da durchaus richtig liegen, denn Reisen auf den Spuren der großen Blockbuster sind gerade ziemlich en vogue. Das auch "Set Jetting" (nach Set = Drehort) genannte Phänomen beschert Dominica bereits einen bescheidenen Boom, Veranstalter wie der Adventure-Spezialist "Wacky Rollers" besuchen auf ihren Jeep-Safaris, Kajakausflügen und Trekkingtouren auch die Wirkungsstätten des Piratenkapitäns Jack Sparrow alias Johnny Depp.
Recycling im Dschungel. Das Kannibalendorf Pelegostos, das Baumhaus der Wahrsagerin Tia Dalma, die Hängebrücke über der tosenden Schlucht werden zwar auch die glühendsten Fans nicht mehr finden (alles rückgebaut oder von findigen Anrainern recycelt), die Schauplätze faszinieren aber auch ohne Kinobauten. Wie sagte Filmproduzent Jerry Bruckheimner: "Dominica ist einer der malerischsten Flecken der Erde, beinahe unberührt." Der Großteil der Tropeninsel ist von Regenwald überzogen, Naturschauspiele wie die berühmten Trafalgar-Wasserfälle oder der "Kochende See" (Zeichen vulkanischer Tätigkeit) locken Kreuzfahrtpublikum. Eine Massendestination wird Dominica mangels Stränden wohl trotzdem nicht. Was Romantiker nicht stört: So haben sie die für ihre zahlreichen Regenbögen berühmte Buch von Roseau für sich allein.
Auf den Spuren von Jack Sparrow
Seit Dominica als Filmset für die Piratenoper "Fluch der Karibik" diente, kommt auf der abgelegenen Karibikinsel der Tourismus in Schwung.
© AP